Katharina Wagner: Bayreuth ist zu abgelegen

15. Juli 2012, 18:20
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"Alles ist so schwer zu erreichen"

Bayreuth - Für Katharina Wagner (34) ist Bayreuth viel zu abgelegen. Sie verfluche ihren Urgroßvater Richard Wagner täglich dafür, das Festspielhaus in der fränkischen Provinz gebaut zu haben, sagte die Leiterin der Bayreuther Wagner-Festspiele in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". "Ich sehe keinen Vorteil in der Abgelegenheit von Bayreuth. Alles ist so schwer zu erreichen."

Dennoch könne sie sich vorstellen, ihren bis 2015 laufenden Vertrag als Festspielleiterin zu verlängern - zumindest "prinzipiell". Das hänge allerdings davon ab, ob sie mehr Verwaltungspersonal zur Unterstützung bekomme. "Ich würde wieder antreten, gemeinsam mit meiner Schwester und mit einem kaufmännischen Geschäftsführer. Punkt." Katharina Wagner leitet die Festspiele seit 2008 zusammen mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier (67).

Die teils religiös anmutende Verehrung vieler Wagnerianer für Richard Wagner (1813-1883) sei ihr im Übrigen fremd. "Dieses Verhalten finde ich merkwürdig. Wenn man das leben möchte, ist das in Ordnung. Ich bin nicht der Typ dafür." Und Begeisterung für Wagner gebe es nicht nur bei Fans, sondern auch bei Regisseuren. Nach der Absage von Wim Wenders für die Inszenierung des Jubiläums-"Ring des Nibelungen" im kommenden Jahr seien "um die hundert Bewerbungen von allen möglichen Leuten, die unbedingt den 'Ring' machen wollten" eingegangen. (APA, 15.7.2012)

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