Vorarlberg: Piratenpartei ganz förmlich

Jutta Berger, 15. Juli 2012, 18:11

Erster Parteitag der Vorarlberger Piraten

Dornbirn - Wer sich vom ersten Parteitag der Piratenpartei Vorarlberg politische Aufbruchsstimmung erwartete, wurde enttäuscht. 20 Stimmberechtigte, beobachtet von einer Handvoll Sympathisanten, zogen am Sonntagnachmittag im Dornbirner Spielboden ihre Abstimmung über Geschäftsordnung und Funktionäre durch - staubtrocken wie die Jahreshauptversammlung eines x-beliebigen Vereins. Politische Diskussionen blieben aus, Kandidatinnen und Kandidaten wurden ohne tiefergehende Nachfragen abgenickt. Das habe einen einfachen Grund, erklärt ein Parteimitglied: "Wir kennen uns von den Stammtischen, wissen wie die Leute ticken, da erübrigen sich Fragen."

"Zu förmlich" seien die Piraten in letzter Zeit gewesen, formulierte Vorstandsmitglied Serdal Stern in seiner "Wahlrede" leise Kritik. Nach den Mühen der Geschäftsordnungserstellung solte es an das Inhaltliche gehen: "Wir brauchen Themen", forderte der Bautechniker. Weil sich die Piraten als Mitmachpartei verstünden, sollten "die Leute mit ihren Themen kommen, wir verstehen uns ja als Sprachrohr".

Parteifinanzen

Die Themen der neu gewählten Funktionäre: Transparenz, Bürgerbeteiligung, Bildung für alle, Urheberrechte, bedingungsloses Grundeinkommen. Ein wesentlicher Unterschied zu den etablierten Parteien: Die Parteifinanzen werden über Internet veröffentlicht, jeder Spender wird namentlich genannt.

Die Vorarlberger Piraten zeigen sich wie überall anders männerdominiert, im Gegensatz zu urbanen Piratengruppen stellten sich auffällig wenig Junge der Wahl. Die Piraten sind wie die anderen Vorarlberger Parteien geprägt von Männern mittleren Alters. Die Arbeit der Partei werden aber Frauen machen: Von den drei Geschäftsführenden sind mit Sabrina Felder und Doris Prähauser zwei weiblich. Sprecher oder Sprecherin gibt es keine, die Piraten verstehen sich als basisdemokratisch.

Kandidatur bei Landtagswahl 2014

Die Vorarlberger Piratenpartei hat zurzeit 26 stimmberechtigte Mitglieder. Erstmals politisch in Erscheinung traten die Piraten bei der Gemeindevertretungswahl 2010 in Bregenz. Sie erreichten 1,6 Prozent. Die Landtagswahl 2014 war beim ersten Parteitag kein Thema. Man werde kandidieren, war am Rande des Parteitags zu vernehmen. Programm und personellen Zusammensetzung würden aber noch diskutiert. (Jutta Berger, DER STANDARD, 16.7.2012)

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10 Postings
Wir Österreicher beginnen, wenn in Deutschland es schon wieder tot ist.

Bedingungsloses Gru-hu-hundeinkommen! Na endlich! Ich hab schon gedacht der Gassenhauer ist nicht mehr dabei. Ist ja mittlerweile ein Klassiker. Etwa so publikumswirksam wie die Frauenquoten bei den Grünen oder die Anti-Heteronomativität beim ÖH - Cafe Rosa...

Frauenquoten können durchaus sinnvoll sein - aber ein bedingungsloses Grundeinkommen zu fordern ist ungefähr gleich sinnvoll wie darauf zu warten dass Milch und Honig fließen und Manna vom Himmel fällt. Visionen schön und gut, aber finanzierbar und praktikabel sollten sie auch sein.

Na wenigstens gibst bei den voralberger Piraten, keine Schlägerei wie bei den wiener Piraten, die kriegen ja dauernd Lokalverbot.

Wir Vorarlberger tragen unsere Konflikte recht ..

. selten offen aus, sondern hauen dem Kontrahenten später die Hacke ins Kreuz.

habens brav ihren rfj newsletter gelesen

Die Vorarlberger schlagen sich nur mit WiFi-Kabeln.

Aua! Die tun ja sogar noch besonders weh mit ihren Metall-Enden! :)

..und die Wiener fressen auch Säuglinge! Alle Wiener!

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