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Chemiekonzern Sanofi: 2500 Stellen. Air France: 5000 Stellen. Und nun Peugeot: 8000 Stellen. In Paris häufen sich Hiobsbotschaften über Jobstreichungen. Bis zu den Präsidentschaftswahlen hatten sich die Firmen mit Sozialplänen zurückgehalten. Doch jetzt öffnen sich die Schleusen. Die Gewerkschaft CGT hat auf einer Karte 45.000 Stellen eingezeichnet, die als nächstes gestrichen werden.
In Frankreich herrscht sozialpolitischer Alarm. Dabei ist das Phänomen schleichender Deindustrialisierung gar nicht so neu. Frankreich hat seit der Jahrtausendwende 700.000 industrielle Jobs verloren. Ein Aderlass, der klar definierbare Ursachen hat: Die französischen Produkte sind nicht mehr konkurrenzfähig.
Hohe Abgaben
Frankreichs Lohnstückkosten sind nicht mehr niedriger als in Deutschland, sondern um acht Prozent höher. Die Arbeits- und Sozialabgaben der Firmen liegen bei 22,6 Prozent - 17,5 Prozent sind es im EU-Schnitt. Als Folge sank Frankreichs Exportanteil im europäischen Binnenmarkt seit 2000 von 16,6 Prozent auf 13,1 Prozent - stärker als Griechenland, stärker als Spanien.
Sanofi, Air France und jetzt Peugeot öffnen den Franzosen die Augen. "Wir brauchen einen Wettbewerbsschock", meint der ehemalige EADS- und Airbus-Vorstand Louis Gallois. Die französischen Unternehmen müssten um 30 bis 50 Milliarden Euro an Sozialabgaben entlastet werden.
Die Linksregierung muss dieses liberale Vorgehen nun noch vervielfachen, will sie Frankreich reindustrialisieren. Chefkoordinator Arnaud Montebourg zählt zum linken Flügel der Sozialistischen Partei. Präsident François Hollande ernannte ihn zum "Minister für produktiven Aufschwung". Das sei "eine Falle" für den Links-Sozialisten, der nun Betriebe steuerlich befreien müsse, meint die Studentenzeitschrift "Planète Campus", die ihn als "Superman ohne Umhang" bezeichnet.
Stützung der Autoindustrie
Ende Juli will er den von der Regierung angekündigten Plan zur Stützung der nationalen Autoindustrie präsentieren. Im Herbst soll ein "Wettbewerbsgesetz" folgen. Damit will er nicht nur Jobs im Land halten, sondern auch abgewanderte Wirtschaftszweige zurückholen. Dazu gehören etwa die französischen Telefon-Callcenter, die heute zumeist aus Marokko oder Tunesien operieren.
Montebourgs Rezept ist sehr französisch, nämlich gemischtwirtschaftlich. Er will die Unternehmen zwar fiskalisch entlasten, aber nicht durch sozialen Abbau, sondern durch Steuerumlagerung von Arbeits- auf Kapitaleinkommen. Die Sondersteuer CSG etwa soll erhöht werden, um Unternehmensabgaben zu finanzieren. Zudem will er Dividenden von Großkonzernen besteuern, damit sie mehr Geld in Arbeitsplätze und Forschung investieren, als an Aktionäre auszuschütten. "Wir wollen ein unternehmerisches, innovatives, patriotisches Modell, bei dem die industriellen Interessen stärker sind als die finanziellen Interessen einiger weniger."
Protektionismus
Das deutsche Vorbild vor Augen, legt Montebourg zudem ein Hauptaugenmerk auf Klein- und Mittelbetriebe. Er entsendet Funktionäre in alle französischen Regionen, um ihre Bedürfnisse auszumachen; ab Herbst soll eine neue öffentliche Investitionsbank kurz- und langfristige Kredite freigeben. Nicht zuletzt will sich der umtriebige und in Paris nicht unumstrittene Minister in Brüssel für protektionistische Maßnahmen einsetzen. Die EU dürfe sich anderen Wirtschaftsblöcken nicht "offerieren", meint er; vielmehr müsse sie ihre Interessen schützen, indem sie Umwelt- und Sozialnormen für Importprodukte aufstelle. Etwa für die asiatischen Kleinwagen, die Peugeot das Leben derzeit so schwermachen. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, 16.7.2012)
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In der Printausgabe des Standard von vor 2 oder 3 Tagen war zu lesen, dass der aktuelle Stellenabbau-vor allem in der exportorientierten französischen Autoindustrie- auf den Nachfrageeinbruch in den sog. "PIIGS"-Staaten zurückzuführen ist, v.a. seit der Sparpakete.
700.000 Industriearbeitsplätze sind um die Jahrtausendwende flöten gegangen! Ja WER war denn da an der Macht?? Die Konservativen, wenn ich nicht irre!
Der Vollständigkeit halber hätte der Schreiberling oben auch erwähnen müssen, dass v.a. die Autoindustrie über Jahre hinweg fette staatliche Subventionen erhalten hat. Das relativiert den Blick auf "hohe Unternehmensabgaben" etwas.
Und nun will ich nicht weiter stören, beim heit'ren Sozialisten-Bashing!
Höhere Steuern auf Firmen-Kapital bringen mehr Investitionen.
Frühere Frühpensionierungen bringen geringere Lohnnebenkosten
Lynchjustiz in Form von entführten ausländischen Managern mit Zusehen der Polizei bringt Vertrauen in den Rechtsstaat.
LOL- Franrkeich wird eine Bruchlandung machn dass es nur so kracht.
Gut so die Ost-Europ. EU-Länder freuen sich, weil die haben ihre Lektion in Sachen Sozialismus gelernt.
sarkozy wollte ja, aber als die linken streiks bei der rentenreform die französische wirtschaft mehr als 300 milliarden kosteten, konnte auch sarkozy nicht viel mehr machen.
die franzosen müssen lernen, dass wirtschaft auch ohne sie funktioniert. das wäre die grundbedingung dafür zu begreifen, dass es eine fundamentale neuorientierung der französischen sozialpolitik geben muss.
die einzige frage die sich wirklich stellt ist: werden die franzosen intelligent genug sein, das vor dem crash zu begreifen oder brauchen sie einen crash der ihnen die augen öffnet ? sind die linken rädelsführer in politik und gewerkschaften charakterstark genug um das verantwortungsbewusstsein zu entwickeln das ihnen bisher fehlt ?
Und das ist schon eine Kunst.
Weil ein Steinzeit-Sozialistisches Konzept das selbst in den70ern schon veraltet war, heute noch auszupacken ist schon ein starkes Stück.
Aber auch Hollande wird die Realität beugen - wie noch jeden von realsozialisten von Kuba bis Moskau - und in 2 Jahren wird er ein "Neoliberaler" gliech wie einst Schröder sein.
auf das würde ich mich nicht verlassen. die französische linke ist viel radikaler als die linke in resteuropa. das liegt vor allem daran, dass man bis auf die zeit unter mitterand noch nie verantwortung tragen musste und die konsequenzen der verbrechen des mitterandismus wurden immer den anderen angelastet.
so gesehen tut diese konfrontation der linken ideen mit der wirklichkeit den franzosen vielleicht ganz gut, damit es 2017 einen neuanfang geben kann. schade nur, dass es zu dieser zeit passiert und sehr schade, dass ich frankreich wohl verlassen muss um diesen unsinn nicht auch noch mitzufinanzieren.
Und die exzessive Besteuerung von Vermögenden wird aus Frankreich endgültig ein Neo-Marxistisches Indianerreservat machen.
Bezahlen?
Bezahlen werden das wir Nettozahler.
Die finanzielle Narrenfreiheit der FIPS-Staaten, mit dem "Rettungsschirm" gestiftet, schlägt sich natürlich auch in der Realpolitik nieder.
Wenn ohnehin "jeder für alles" haftet dann ist derjenige der Blödeste, der am Wenigsten ausgibt.
Das ist der Wettlauf in den EURO-Crash.
Und der wird für alle gutalimentierten "Das Finanzsystem muss weg"-Salonlinken viel viel unlustiger werden als sie sich das vorgestellt haben.
Die Gewerkschaften und Politiker haben durch ihre Regulierungswut und übertriebene Lohnforderungen die Deindustrialisierung enorm beschleunigt.
An Verständnis der wirtschaftlichen Grundprinzipien scheint es sowieso zu mangeln wenn man auf Protektion und staatliche Regulierungen setzt.
Die Franzosen haben sich immer schin auf eine staatlich gesteuerte Wirtschaft verlassen, die ist aber nicht mehr wettbewerbsfähig.
Eine ausgeprägte klein- und mittelständische Wirtschaft, welche Arbeitsplätze schafft, gibt es dort nicht in dem Ausmaß wie bei uns oder in Deutschland.
Die Steuerlast wegen der Umverteilung erdrückt die Unternehmen.
Genau die Aktionäre dieser Welt opfen ihr Geld nur um sich an Frankreich wegen der Abwahl Sarkozys zu rächen.
Warum sollten sie sonst auf die tollen Gewinne und Aussichten in Frankreich verzichten, wo sie doch sonst niemand auf der Welt ihr Geld will und keiner so nett zu Aktionären wie Hollande ist?
erschreckend. sie glauben ernsthaft vorstände entlassen die leute um sarko zu rächen oder hollande zu schaden? da machen die eigentümer mit? die im artikel genannte fakten ignorieren sie wohl. sie können nicht in einer firma arbeiten. tippe auf arbeiterkammer oder nichts.
Die Leute werden nicht wegen Hollande auf die Straße gesetzt, sondern sie wurden wegen Sarkozy nicht auf die Straße gesetzt, damit man dessen Wiederwahl nicht noch unwahrscheinlicher macht. Egal ob Sarkozy oder Hollande an der macht sind, die Leute wären so oder so rausgeworfen worden. Man wollte einfach nur die Wahl abwarten.
"... Umwelt- und Sozialnormen für Importprodukte aufstelle."
Wie so oft in Frankreich: Eine eigentlich hervorragende Idee wird vor allem aus nationaler Großmannssucht aufgegriffen.
Gemeinsame Märkte brauchen gemeinsame Standards, das wäre ehrlicher Wettbewerb
Wo steht denn für immer geschrieben dass man das zeug aus China alles Zollfrei Importieren muß/darf/soll?
Freihandel kann immer nur unter ähnlich entwickelten (z.B. US/EU) Wirtschaftsregionen fair sein - so wie es momentan läut ist das aber nichts anderes als ein systematisches hinrichten unsrer Sozialsysteme zu gunsten einiger weniger Industrien/Unternehmen!
Sie wollen den Chinesen also die Entwicklung einer Industrie verbieten um sich selbst in Pseudowohlstand zu suhlen?
Sie vergessen das mit dem Aufstieg der Chinesen auch neue Absatzmärkte entstehen und die Jobs die in China erledigt werden in Europa kaum mehr jemand machen will.
Nicht die Jobs will keiner machen, sondern zu den Bedingungen will in europa das keiner machen! Und wenn die Chinesen ordentliche löhne zahlen und die umwelt nicht weiter vergiften, dann könnens gerne auch zu uns exportieren. Aber so ist der Wettbewerb unfair, weil er mit unfairen mittel geführt wird.
...ich will nicht 14h täglich unter unmenschlichen bedingungen und unwürdiger entlohnung handys zusammen schrauben.
Und den Absatzmarkt China schau ich mir mal an! Wenn die wirklich anfangen Ihren Binenmarkt zu etablieren dann gibts da Zölle so schnell werden die ganzen schlauen Europäer und Amerikaner gar nicht schaun können.
Nein, nein die Chinesen maches für sich schon richtig (aus sicht Ihrer Führung/Eliten - nur z.T. für die Bevölkerung) nur sind wir Europäer so blöd zu glauben dass das für uns gut gehen kann.
Also wenn wir Schutzzölle einführen ist das gut, machen es die anderen ist es böse.
Eine sehr seltsame Logik.
Es wird immer nur die Industrie kritisiert, aber nie die Konsumenten. Genau die aber entscheiden über Erfolg oder Verlust, was sagen sie denn dazu?
...das ich es für böse finde wenn die Chinesen Ihren Markt schützen wollen? Das ist Ihr gutes recht!
Ich kritisiere nur das wir seit 30 Jahren einer Ideologie (Freihandel/Freier Kapitakverkeht/Keine zölle) anhängen der breiten Gesellschaft zu gunsten weniger umverteilt.
Der Konsument ist aber leider nur sehr bedingt mündig - und sind wir uns ehrlich - unsere Medienlandschaft dient in dem Kontext der Verdummung und Konsumsteigerung und nicht der bildung einer mündigen kritischen Gesellschaft.
Wir brauchen sicherlich keinen Kommunismus/Sozialismus der alten Schule aber sehr wohl ein Umdenken wenn es um Themen Wachstum & Co. geht. Warum muß man immer mehr immer billigaer Produziern?
Freihandel ist etwas gutes und bewahrenswertes. Aber er kann nur unter wenigsten halbwegs gleichwertigen Partnern wirklich frei und Fair geführt werden (zB. EU/Kanada/USA...).
Zwischen EU/China gibts keienn fairen Wettbewerb. Auf Seiten der EU hat man strenge Sicherheits-/Umweltschutz-/Sozialstandard wohingegen diese in China fehlen.
Und wieso sollte man seinen eigenen Unternehmen (glücklicherweise) immer mehr und strengere Auflaugen in diesen Bereichen aufbrummen dürfen, während die Chinesischen Unternehmen nach Lust und Laune zB. Gift in die Luft und das Meer blasen dürfen.
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