Johann Würzburger neuer Bürgermeister in Steyregg

15. Juli 2012, 16:13

Kandidat der Bürgerinitiative mit 53,5 Prozent zum Nachfolger Josef Buchners gewählt - "Bin bei Bürgermeisterplattform sicher dabei"

Linz - Die Bürgermeister-Stichwahl in Steyregg (Bezirk Urfahr-Umgebung) hat am Sonntag der Kandidat der "Steyregger Bürgerinitiative für Umwelt und Lebensqualität" (SBU) für sich entschieden. Johann Würzburger erreichte 53,5 Prozent der Stimmen, sein Kontrahent Gerhard Hintringer (SPÖ) kam auf 46,5 Prozentpunkte. Das gab die Stadtgemeinde in einer Aussendung bekannt. "Ich bin sicher bei der Bürgermeisterplattform dabei", sagte Würzburger in einer ersten Stellungnahme zur APA. Die Wahl war ausgerufen worden, da der populäre Bürgermeister Josef Buchner die politische Bühne verlassen hatte.

Autonomie der Gemeinden

Wie sein Vorgänger Buchner wolle sich auch Würzburger für die Anliegen der "Unabhängigen Bürgermeisterplattform" einsetzen. "Ich werde das aber in einer anderen Art und Weise machen, weil ich natürlich ein anderer Mensch bin", ließ der klinische- und Gesundheitspsychologe eine geänderte Vorgehensweise vorsichtig durchblicken. "Mit ist aber speziell die Autonomie der Gemeinden wichtig. Ich habe den Eindruck, dass man sich gerade dafür vehement einsetzen muss."

Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei 67,26 Prozent, 4.041 Personen waren zum Urnengang berechtigt. Die Mandatsverteilung im Gemeinderat der rund 4.650-Einwohner-Stadt wird jedenfalls von der Wahl unberührt bleiben. Nach wie vor führt die SBU mit elf Mandaten, gefolgt von ÖVP und SPÖ mit jeweils neun und der FPÖ mit zwei Sitzen.

Nationalratsabgeordneter

Würzburgers Vorgänger Josef Buchner war in den vergangenen 33 Jahren durchgehend in der Kommunalpolitik seiner Heimatgemeinde aktiv. Für die von ihm 1979 gegründete "Steyregger Bürgerinitiative für Umwelt und Lebensqualität" war er zunächst Stadtrat, anschließend Vizebürgermeister und seit knapp 15 Jahren Ortschef. Thematisch hat er sich die Sanierung der Linzer Luft auf die Fahnen geheftet. Parteipolitisch ist er eher ein "bunter Hund", der ursprünglich in der SPÖ beheimatet war, dann ins Grüne Lager wechselte und auch auf Bundesebene seine Spuren hinterließ. Er war ab 1983 Vorsitzender der Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) und saß von 1986 bis 1990 im Nationalrat - zunächst für "Die Grüne Alternative - Liste Freda Meissner-Blau", dann aufgrund von ideologischen Differenzen als "wilder" Abgeordneter. Zuletzt war der Polit-Rebell bei der "Unabhängigen Bürgermeisterplattform" aktiv, um auf die prekäre Finanzsituation der Kommunen aufmerksam zu machen. (APA, 15.7.2012)

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2 Postings
Gratulation

Schön, dass nicht ein Beutesozi oder VPler in dieses Amt kam. Bei Buchner seiner Bürgerliste handelt es sich ja um keine VP-Mogelpackung, wie man sie etwas von Tirol gewohnt ist, sondern um bürgerliche Grüne.

Wie gesagt, gut, wenn die Menschen sich von den Regimeparteien abwenden.

Ein Würzburger wird Bürgermeister in Steyregg ??

na bumm , haben die keine einheimischen kandidaten ggg

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