Zehn Gegner für die Klitschkos

Ansichtssache15. Juli 2012, 15:32
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derStandard.at stellt potenzielle Herausforderer vor, die zumindest Außenseiterchancen gegen die schlagkräftigen Brüder hätten

Wladimir und Witali Klitschko, die amtierenden Box-Weltmeister im Schwergewicht nach Version der fünf Weltverbände WBA, WBO, IBF, IBO und WBC, haben ihre WM-Titel zuletzt gegen völlig chancenlose und nicht von einer unabhängigen sportlichen Instanz, sondern von der eigenen Klitschko Management Group GmbH ausgewählte Gegner verteidigt.

Gegen den asthmakranken US-Veteranen Shannon Briggs beispielsweise, der sich dann im Tempo einer Weinbergschnecke über zwölf lange Runden quälte, gezählte 171 Volltreffer kassierte und schließlich mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma in die Hamburger Universitätsklinik eingeliefert werden mußte. Gegen den in London requirierten Autoverkäufer Dereck Chisora, der zuvor schon im Kampf um die britische und dann auch noch um die Europameisterschaft gescheitert war. Gegen den für Wladimirs 50. K.-o.-Jubiläum auserkorenen Box-Rentner Jean-Marc Mormeck, einen Sandsack mit menschlichem Antlitz, den die zwei ukrainischen Box-Businessmen dem TV-Publikum, ohne dabei rot zu werden, als "französischen Mike Tyson" verkauften, und zuletzt gegen den 41-jährigen Box-Veteranen Tony Thompson, der sich in der Vergangenheit bei den Klitschkos als Sparring-Partner verdingte.

"Es gibt keine besseren Gegner", behauptet das Klitschko-Lager, doch das stimmt nicht. derStandard.at stellt zehn potenzielle Herausforderer vor, die alle um Klassen besser als Mormeck, Briggs und Chisora sind und zumindest Außenseiterchancen hätten.

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ODLANIER SOLIS, der in Kuba das Boxhandwerk erlernte, sechsmal kubanischer Landes- und dreimal Amateurweltmeister wurde und 2004 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Athen errang, brächte alle Voraussetzungen mit, um die Klitschkos das Fürchten zu lehren: die Physis eines "natürlichen" Schwergewichtlers, einen harten Punch und eine hervorragende technische Grundausbildung. Einzige Schwäche: Seit er sich 2007 in den Westen absetzte und bei der Hamburger "Arena Box Promotion" seines türkischen Impresarios Ahmet Öner anheuerte, scheint sich der mittlerweile 31-Jährige, allen Annehmlichkeiten des Lebens aufgeschlossene Kubaner nur allzu gerne auf vergangenen Lorbeeren auszuruhen.

Obwohl er mit Pedro Luis Dias einen hervorragenden Trainer hat, wirkt er nicht immer austrainiert, bringt oft 15 und mehr Kilo zu viel auf die Waage und ist dadurch auch verletzungsanfällig geworden. Im März des Vorjahrs zog er sich nach blendendem Beginn im Kampf gegen Witali Klitschko bereits in der ersten Runde einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und hat seither erst einen Wettkampf bestritten. Dennoch: Kann er seine Verletzung ausheilen und nimmt er das Training ein wenig ernster als in der Vergangenheit, hat er gegen jeden der beiden Klitschkos eine 50-Prozent-Chance.

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