Ausschreitungen in Diyarbakir: 20 Verletzte

Demonstranten fordern Freilassung von PKK-Chef Öcalan

Diyarbakir - Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und kurdischen Demonstranten sind in Diyarbakir im Südosten der Türkei am Samstag mindestens 20 Menschen verletzt worden. Mehrere hundert Demonstranten griffen die Sicherheitskräfte mit Steinen und Stöcken an. Zudem setzten sie Autos in Brand und verwüsteten Geschäfte. Die Auseinandersetzungen zogen sich mehrere Stunden hin.

Die Einsatzkräfte trieben die Menge mit Wasserwerfern und Tränengas auseinander. Unter den Verletzten waren mehrere Demonstranten, fünf Polizisten und ein Abgeordneter der BDP-Partei, der wichtigsten pro-kurdischen Partei in der Türkei. Die Demonstranten hatten sich einem Versammlungsverbot in der Kurden-Hochburg im Südosten der Türkei widersetzt und forderten die Freilassung von Rebellenchef Abdullah Öcalan, der seit 1999 auf der Insel Imrali inhaftiert ist.

Als Chef der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) wird Öcalan von einem Großteil der Türken als Hauptverantwortlicher für die 45.000 Toten in dem Konflikt um die Rechte der Kurden angesehen. Die PKK, die von den USA und der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft wurde, kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat. (APA, 15.07.2012)

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