Haye schickt Chisora in den Ringstaub

"Hass-Duell" der britischen Skandalboxer endet durch K.o in der fünften Runde - Duell mit Klitschko winkt dem Sieger

London - David Haye ist zurück im Rennen um einen WM-Kampf im Schwergewichts-Boxen. Der 31-jährige Brite gewann Samstagnacht in London das Duell mit seinem 28-jährigen Landsmann Dereck Chisora durch K.o. in der fünften Runde. Dem "Hayemaker", der den Fight vor 30.000 Zuschauern im Upton Park, dem Fußball-Stadion von West Ham United, von Beginn weg diktierte, winkt nach dem 26. Sieg im 28. Kampf nun ein lukratives Duell gegen Witali Klitschko. Der bald 41-jährige Ukrainer verteidigt seinen WBC-Titel am 8. September in Moskau gegen den Deutschen Manuel Charr. Für Chisora war es im 19. Fight die vierte Niederlage, nachdem er zehn Sekunden vor Ende der Runde von seinem Gegner mit einer Links-rechts-Kombination zu Boden gestreckt wurde.

Der Kampf war wegen seiner Vorgeschichte umstritten. Am 18. Februar hatten Haye und Chisora nach dessen klarer Niederlage gegen den älteren Klitschko-Bruder Witali in den Katakomben der Münchner Olympiahalle derart wüst (und publikumswirksam) aufeinander eingeprügelt, dass sogar die Polizei anrücken musste. Haye hatte den Kampf in München für einen britischen TV-Sender kommentiert.

Bereits zuvor war Chisora auffällig geworden, als er Witali Klitschko beim Wiegen geohrfeigt und dessen Bruder Wladimir kurz vor Kampfbeginn bespuckt hatte. Der britische Verband entzog ihm deswegen die Boxlizenz. Da auch Haye nach seinem offiziellen Rücktritt keine Lizenz mehr besessen hatte, wurde der Kampf unter Aufsicht des Box-Verbandes von Luxemburg ausgetragen.

Als alles vorbei war, lagen sich die beiden Boxer in den Armen und plauderten einträchtig miteinander. "Es gab vorher viel böses Blut. Aber wir beide sind in den Ring gestiegen und haben unser Leben riskiert, um die Leute zu unterhalten", meinte Haye. "Sagt den Klitschkos, David Haye ist die Nummer eins. Wenn er der Welt einen großen Kampf liefern will - ich bin hier", posaunte der Ex-Weltmeister im Cruiser- und Schwergewicht.

"Ich nehme es nicht persönlich. Ich hatte viel Spaß, die englischen Fans hatten viel Spaß", sekundierte Chisora, der seine dritte Niederlage in Serie kassierte. "Die beiden haben ihre Differenzen geklärt und all den Blödsinn, der in Deutschland passiert ist, begraben", erklärte Veranstalter Frank Warren. (red/sid/APA, 15.7.2012)

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