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Serviceplan-Geschäftsführer Alexander Schill beim Werbeplanung.at Summit in der Wiener Hofburg.
"Werbung interessiert heute niemanden mehr, es wird nicht darüber geredet. Die Menschen kümmert es nicht, was wir in Marketingabteilungen oder Werbeagenturen machen", sagt Alexander Schill beim Kreativgipfel des Werbeplanung.at Summit. Schill ist Kreativgeschäftsführer von Serviceplan. Seine Agentur holte dieses Jahr in Cannes 15 Löwen und ist damit die meistausgezeichnete deutsche Agentur. Auch Clinton meinte heuer in Cannes "People don't give a shit about advertising". Es gehe darum, neue kreative Möglichkeiten zu finden, um die Botschaft an die Menschen zu bringen.
Menschen machen Marken
"Branded Content & Entertainment" - seit diesem Jahr eine eigene Kategorie in Cannes - ist eine davon. Dabei gehe es nicht darum, ein Produkt zu verkaufen, sondern um Markenbindung über emotionalen und für die Menschen relevanten Content. 78 Prozent der Top 100 US-Marken glauben, dass "Branded Content" zunehmen wichtiger wird, rechnet Schill anhand einer US-Studie vor.
"Bei Werbung geht es in aller erster Linie um das Produkt, bei Branded Content es geht es in erster Linie um den Menschen", sagt Schill. Denn "Menschen kaufen keine Produkte, Menschen kaufen Marken. Mehr noch: Sie machen Marken." Werbe- und Marketingabteilungen müssten aufhören, über das Produkt nachzudenken, sondern sich vielmehr Gedanken über die Menschen draußen machen und sich um sie kümmern. Alles drehe sich heute darum, was die Menschen da draußen wollen und von Marken erwarten.
Neue Form der Revolution
Es finde derzeit ein großer Demokratisierungsprozess statt, für ihn - er ist seit rund 20 Jahren in der Werbung tätig - sei das ein neuer Motivationsschub. Schill spricht von einer neuen Form der Revolution. "Meine Kinder werden nicht mehr auf die Straße gehen, aber sie werden Posts schreiben."
Das könne und dürfe die Werbung nicht ignorieren. Mit diesen neuen Formen zu arbeiten, bedeute auch, mutig zu sein. Es sei nicht einfach, neue Lösungen zu verkaufen, oft wollen Auftraggeber auf Bewährtes zurückgreifen. Denn, so Schill: "Man kann nicht garantieren, dass etwas funktioniert. Aber man muss auch mal riskieren, etwas falsch zu machen."
Andere Denke
Derzeit mache zwar die Klassik noch das meiste Geschäft aus, aber auch bei der Mediaplanung und in Mediaagenturen müsse man umdenken und sich weiterentwickeln. "Online kann ich nicht so verkaufen wie offline. Weil die Menschen Online anders nutzen, hier braucht es eine andere Denke", sagt Schill.
Was Branded Content sein kann, demonstriert Schill mit folgenden Beispielen. Perfekt habe das etwas Coca Cola mit dem Weihnachtsmann - angeblich ja eine Erfindung des Getränkeherstellers - vorgemacht. Hier der Case "Santa's Forgotten Letters":
"The Hire" mit Madonna
Einer der Vorreiter für Branded Content war BMW. Mit seinen Kurzfilmen hat der Autohersteller vor gut zehn Jahren "für einen Ruck in den Agenturen gesorgt", sagt Schill. "Was soll das" sei damals die Reaktion auf diese Filme gewesen. "The Hire" von Guy Ritchie mit Madonna und Clive Owen sei "die Mutter aller Branded Content-Online-Filme", gewann einen Titanium-Lion in Cannes und wurde auf YouTube zu einem Riesenhit.
Fußballteams selber gestalten
Werbung sei nicht mehr zur Information da, Werbung konkurriere mit anderen Inhalten, die Menschen unterhalten. "Carling Black Label" - die Kampagne des Bierproduzenten wurde dieses Jahr in Cannes vergoldet - sei ein tolles Beispiel dafür, wie Branded Content im Eventbereich eingesetzt werden kann. Die Kampagne habe viele Menschen bewegt und sie motiviert, sich mit der Marke auseinanderzusetzen. Schill: "Leute interessieren sich für Fußball, hier konnten sie die Teams selber gestalten."
Fußballoper
Mit Fußball feierte auch Schills Agentur Serviceplan Erfolge. Für den TV-Sender Sky wurde die "erste Fußballoper der Welt" kreiert, in der live gesungen wurde. Der Sender schaffte damit Rekordeinschaltquoten mit über einer Million Zuschauern und 100.000 YouTube-Klicks am ersten Tag nach dem Spiel.
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Blue Skittles
Wie Branded Content im Bereich Social Media funktioniert, zeigte Skittles mit der Aktion "Blue Skittles" eindrucksvoll vor. Rund um die simple Frage "Warum gibt es keine blauen Skittles" wurde die Geschichte des Skittles Blue Trucker gebaut, Facebook-Fans brachten den Trucker schließlich nach Großbritannien. "Ein schönes Beispiel, wie auf ein Problem reagiert wurde. Es wurde keine klassische Kampagne gefahren, das Unternehmen hat Content bereitgestellt und mit den Konsumenten interagiert."
Radio Ghost
Ein weiteres Beispiel von Alexander Schill für erfolgreichen Branded Content, diesmal im Radio: "Radio Ghosts" für die Johanniter-Unfallhilfe von Serviceplan, die Kampagne wurde 2012 mit zwei goldene Löwen in Cannes ausgezeichnet. Um auf die Gefahr von Alkohol am Steuer aufmerksam zu machen, wurden UKW-Radio Frequenz-Sender und MP3-Player an Ampelfrequenzen gekoppelt, versteckt in schwarzen Holzkreuzen. Beim Warten an der roten Ampel schaltet sich der Sender ins Radioprogramm ein. Fahrer hörten im Autoradio statt Musik den "Radio Ghost": Eine Stimme, die von dem Schicksal der durch Alkohol am Steuer getöteten Person erzählt.
Check-In-Thief
Ebenfalls von Serviceplan stammt die "The Check-In Thief"-Kampagne. "Eine Kampagne, die ganz ohne Mediabudget auskommt", sagt Schill. Auftraggeber war Santec Security System, das Unternehmen ist auf Sicherheitskameras spezialisiert. Der Dieb Igor Pavic wurde Follower und Fan von Promis auf Twitter und Facebook. Sobald Celebrities posteten, dass sie außer Haus sind, hinterließ Igor ein Post mit Hinweis auf eine Microsite. Dort war dann ein Bild von ihm und dem Haus des Promis zu sehen. Die Botschaft: Mit dem Sicherheitssystem von Santec ist ihr Haus auch dann sicher, wenn sie nicht zuhause sind.
"Eindrucksvollster Branded Content": Stratos-Projekt von Red Bull
Das eindrucksvollste und größte Branded Content-Projekt im Moment ist für Schill das Stratos-Projekt von Red Bull. Felix Baumgartner will die Schallmauer im freien Fall durchbrechen. "Es ist eine unglaubliche Coverage, die dieses Projekt bekommt. Red Bull war damit in jedem Land, in jeder Nachrichtensendung präsent, alles dreht sich um diesen Sprung". Aber man man müsse sich natürlich auch klar sein, was passiert, wenn das Projekt schiefgeht und nicht funktioniert. (Astrid Ebenfüher, derStandard.at, 15.7.2012)
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Er ist seit 2009 Chief Executive Officer bei YouTube und leitet seitdem die Entwicklung von YouTube zu einer globalen Broadcasting-Plattform
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... sie lässt nur die Nachteile aussen vor!
Es liegt in der Natur eines JEDEN, dass er sich von positiven Eindrücken lenken lässt. Wer jetzt sagt, er baucht keine Werbung lügt mehr, als die Werbung an sich. Selbst wer streng öko/biologisch denkt, wird sich von der Produktpräsensation in Laden lenken lassen (auch das ist schon Werbung meine Dame/mein Herr).
Sobald auf einer Flasche Sauerkrautsaft "vom regionalen Biobauern" steht, ist es selbst für den größten Werbeverweigerer ein Grund, diesen Saft zu nehmen.
Erst wenn ALLES in der selben Verpackung und ohne Aufdruck verkauft wird, leben wir werbefrei.
Nur, wie weiß ich dann, ob ich Zucker oder Waschmittel kaufe?
seit jahrzehnten höre ich den abgesang auf klassische werbung. ungezählt die reihe der selbsternannten spezialisten die in ihrer disziplin die neue welt sehen. und damit schneller in der alten welt landen als die vermeidlich totkranke klassische werbung. auch dieser prophet muss zugeben: "Derzeit mache zwar die Klassik noch das meiste Geschäft aus, aber auch bei der Mediaplanung und in Mediaagenturen müsse man umdenken und sich weiterentwickeln". Schön aber auch wenn die klassik nurmehr 40% anteil am gesamten kuchen hat, dann ist das nach wie vor der größte einzelposten in einem fragmentierten umfeld. dieser vortrag war einer serviceplan nicht würdig - an sich eine gute agentur
du sollst das auto im optimalfall aber kaufen und nicht gewinnen wollen. oder die werbung dafür war überflüssig.
genauso geht's nicht darum die gesamtheit der plakate zu sehen, sondern sich angesprochen zu fühlen. egal wo's klebt oder steht oder weiß ich was tut.
Blödes Flugblatt, blödes. Interessiert echt keinen. Wie mich das wieder belästigt heute ... Kann gar nicht funktionieren. Und diese ordinäre "Auto zu gewinnen"-Promo. Das Letzte. Kein Wunder, dass da keiner mit macht. Und Plakate, Plakate ... sieht da noch jemand hin? Also ich mach immer die Augen zu (außer vielleicht, wenn ...)
etc. etc.
Wieder so einer mit Marschierpulver aufgeblasener Begriff, der cool rüberkommen soll, nix sagt, von niemanden wirklich verstanden wird - aber umso teurer bezahlt wird.
2 der Aktionen sind allerdings wirklich gut und wirksam: Weniger als Idee des Branded Content, sondern weil es einfach gute Ideen sind, die auch ohne ein Produkt Interesse wecken würden: Die Be a Coach-Geschichte und der Sprung von Baumgartner.
Auch die Check-In-Thief Geschichte und die Johanniter sind witzige Ideen - nur branded content? Guerilla-Marketing hat man dazu einmal gesagt.
Der Rest ist übler, mit großen Budgets hergestellter aufgeblasener Müll, der zum gegenseitigen Bauchpinseln zwischen Agentur und Auftraggeber taugt.
Es ist schön zu lesen, wie die derStandard.at Leser völlig resistent gegen Werbung sind und Ihre Konsumgüter ohne jegliche Beeinflussung von außen, aus und für rein funktionelle Gründe, kaufen.
Ah, auch schon wach? Wünsche einen guten Morgen, schlecht geträumt heute Nacht?
Unglaublich diese marketing Typen sind dermassen weit weg von jeder Realität, das bestätigen sie immer wieder (kenn ja auch einige persönlich).
Das Sprung-Projekt ist doch schon wieder vergessen, bevor es losgeht, interessiert keinen! mehr und wird als nervige Sommergeschihte vielleicht ein paar in erinnerung bleiben.
Da hat sich aber die Werbung selbst mehrfach ins Knie geschossen. Schon lange vor dem Internet ging es bei der Werbung nicht mehr um Information. Man braucht sich heute nur einen Werbeblock im TV anschauen und man erfährt nichts über den USP der Produkte, sondern sieht nur möglichste "coole & schöne" Bilder. Das kommt davon, wenn der Klient von den Werbegöttern aka Agenturen entmündigt wurde.
herr schill,
dieser ach so tolle stratos sprung interessiert auch niemanden mehr. am anfang war's ja ganz kurz fast interessant, aber inzwischen kann keiner mehr das gequatsche darüberhören; und die 1000te generalprobe lockt keinen hund hinter den ofen vor bzw. wird das von halbwegs intelligenten menschen klar als marketingspam abgelehnt.
Wirklich?
Erinnert sich noch wer an die Donnerstags-Demos?
Und kann irgendwer auch nur einen nachweisbaren Erfolg derselben nennen?
Andererseits: die Öffnung der Bahnhöfe für Obdachlose während der letzten Kältewelle war einer Facebook - Gruppe zu verdanken.
Die Gegner waren natürlich verschiedene; trotzdem fällt der Vergleich der Effizienz ziemlich eindeutig aus.
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