Kalkulation

Einserkastl | Hans Rauscher, 13. Juli 2012, 19:09
  • Das ORF-Zentrum am Küniglberg.
    foto: apa/hochmuth

    Das ORF-Zentrum am Küniglberg.

Wrabetz: "Wir" wären schon längst weg vom Küniglberg, wenn nicht die "Idiotie" des Denkmalschutzes wäre

Alexander Wrabetz hat sich das immer so vorgestellt: Das ORF-Zentrum am Küniglberg wird an Immobilienfirmen verklopft. Mit dem Erlös wird das neue ORF-Zentrum in Wien-St. Marx finanziert. Das hat noch zwei für Wrabetz sehr angenehme Nebeneffekte: Erstens kann man den Neubau so dimensionieren, dass ein weiterer Personalabbau möglich wird; zweitens ist die mächtige Wiener SPÖ dann ganz zufrieden mit Wrabetz.

Grundsätzlich kann man so kalkulieren. Ob der Neubau in St. Marx nicht die Gefahr einer Kostenexplosion birgt; ob da aufgrund undurchschaubarer Grundstücksverhältnisse nicht Skandalpotenzial vorhanden ist - das muss ein Generaldirektor aber auch mitbedenken.

Wrabetz sagte jetzt implizit, dass er das in Kauf nehmen würde. "Wir" wären schon längst weg vom Küniglberg, wenn nicht die "Idiotie" des Denkmalschutzes wäre. Es sei eine "Zumutung", dass man deshalb gezwungen werde, "ein sanierungsbedürftiges Zweckgebäude, das seine Lebenszeit längst erfüllt hat, mit riesigem Aufwand noch einmal herzurichten".

Nur ist dieses Gebäude ein Signalbau der Zweiten Republik. Der Schöpfer des ORF, Gerd Bacher, hat es bewusst von einem Meister der Moderne wie Roland Rainer bauen lassen. Ein Zeichen für den Rundfunk eines Kleinstaates, der dem Land Identität geben soll. Auch das muss ein ORF-Top-Manager einkalkulieren. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 14./15.7.2012)

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ob da aufgrund undurchschaubarer Grundstücksverhältnisse nicht Skandalpotenzial vorhanden ist ...

deshalb soll es ja gemacht werden; sonst
sind ja alle Honigtöpfe gedeckelt.

Roland Rainer

was ich echt net versteh - warum steht dem Herrn Rainer seine NSDAP-Vergangenheit eigentlich nie zur Debatte?? Sonst wird das doch sofort immer hervorgezerrt, nur bei diesen Säulenheiligen nicht...

weil die eher nur pro forma war,

damit er seine ruhe hat.
während noch bei waldheim nur das pferd dabei war, war`s bei rainer wahrscheinlich nicht einmal das reissbrett.

Denkmalschutz?

In diesem Punkt gebe Wrabetz recht ... unsinnig der Denkmalschutz für dieses Gebäude.

Und überhaupt: Idiotisch sind die Gesetze allesamt, die einen in der Ausübung eines einträglichen Jobs hemmen. Ich bin dafür, dass Generaldirektoren ab jetzt die Gesetze für sich selber schreiben. Dann klappts auch mit den Umsätzen!

Befremdlicher Kommentar des GI

Ich empfinde es ausgesprochen befremdlich, dass der Generalintendant gesetzliche Regelungen als Idiotie bezeichnet und kann nur hoffen, dass dies einmaliger stimmungsbedingter "Ausrutscher" war.

Ich finds ein guter Kommentar. Das ganze Gebäude ist ein potthässlicher Schrotthaufen.

natürlich hat in wien jede grössere bewegung

im bau- und immobilienbereich mit lagegunst eine politische und spekulative komponente.
da wäre es erstens einmal interessanter - wie es der kurier macht - den dubiosen grundstücksgeschäften in st. marx auf den grund zu gehen.
grundsätzlich finde ich die idee einer konzentration der medienszene im quarter nicht schlecht.
der orf küniglberg ist nun einmal wie sein inhaber etwas abgefuckt.
da dieser - und wenn die orfgebühr als haushaltsabgabe kommt - erst recht dem gebührenzahler "gehört", dann könnte man diesen im sinne der neuentdeckten demokratischen bürgermitbestimmung darüber entscheiden lassen.

Den Wrabetz mit seinem ORF möcht ich zu keinem Thema um ein Urteil bitten, wär auf seinem Gebiet so daneben ist sollte ganz ganz still sein.

unmöglich:

ORF, westbahnhof, stadthallenbad. weg damit! anstatt dessen sollte sich der Denkmalschutz auf die abgerissenen Winzerhäuser in Neustift kümmern. Da wird wirklich schindluder getrieben und anstatt dessen geschmacklose Wohnsilos hochgezogen..wohl zu popelig um sich darum zu kümmern.. und Herr Rauscher: Sie schaun auch nur mehr zurück..

Richtig. Das Stadthallenbad als Denkmal zu sehen, ist echt abartig.

du hast ja teilweise recht, aber bei der westbahnhofhalle bin ich für die erhaltung.
die verschandelung sind eher die betonklötze links und rechts davon.
ich fand es auch sehr sehr schade um den südbahnhof.
zuerst jahrzehntelang verfallen lgeassen und dann abgerissen
beide bahnhöfe transportierten das flair der 60er recht gut, so war wien damals. schade drum.

grün von mir

"anstatt dessen" :)

wenn der denkmalschutz so wichtig ist, sollte es der staat eben erhalten. es einem staatlichen unternehmen anzuhängen, das finanziell ohnehin aus dem letzten loch pfeift, ist keine blendende idee.

übrigens: der "schöpfer des orf" gerd bacher ist es auch, dem wir das finanzielle fiasko verdanken, in dem der orf seit jahren steckt.

ORF=Staat.
Ein Zweckender wäre angebrachter als 3 Kanäle mit Unterhaltungsmüll.

Warum haben wir das dem Gerd Bacher zu verdanken?

weil die installierung des privilegienstadels inklusive all der "weissen elefanten" in bachers regentschaft fällt.
so bekommt beispielsweise bacher selbst neben seiner asvg pension eine orf pension in höhe von 15.000 euro monatlich.

Rauscher der Kleingeist. Wieder einmal.

Wurde Rainer beauftragt, einen Bau mit einer derartigen Halbwertszeit zu bauen?
Vor allem, wenn er Identität stiften soll?

"Idiotie"? Da wird Wrabetz wissen, wovon er spricht.

Denn in Sachen Idiotie sind er selbst und sein miserabel geführter Schlampladen unerreichte state of the art.

Denkmalschautz als Idiotie zu bezeichnen und an einem Freitag-Nacht um 23:30 Uhr Dominic Heinzl auf ORF1 mit Maturareisenden unterwegs zu zeigen, passt wunderbar zum Niveau des Herrn Wrabetz...

denkmalschutz als ruinenverwaltung?

denkmalschutz als idiotie zu bezeichnen, kann richtig sein. architektur ist gebrauchskunst, an die vorgaben und die verwendung durch die auftraggeberInnen gebunden.
ein klassisches beispiel: die bankfiliale domenigs im 10. bezirk; ein gebäude, das als bankfiliale geplant war, aber keine mehr ist.
die traurige ruine (im sinne von anwendung verloren) durch den bescheid des denkmalamts vor ihrem abriss zu bewahren, ist unfug. da hätte schon die bank daran gehindert werden müssen, die filiale aufzugeben. die bank - damals zentralsparkasse - hat verdienstvollerweise viele filialen anspruchsvoll gestalten lassen, die jetzt anders verwendet werden, die architektur wird also nicht mehr in ihrem ursprünglichen zusammenhang wahrgenommen.

Das ORF-Gebäude ist eines der potthässlichsten Häuser, die ich in meinem ganzen Leben weltweit je gesehen habe.

Bei allem Respekt vor verschiedenen Geschmäckern, aber irgendwo endet das Verständnis.

Also Denkmalschutz fürs ORF-Zentrum am Küniglberg ist ja wohl wirklich sprichwörtlich fürn Hugo!

Der ORF mag ja einen historischen Wert in unserem Land darstellen, aber das Funkhaus selbst ist architektonisch uninteressanter als ein umfallender Sack Reis in China!

Dieser alte Plattenbau gehört eigentlich abgerissen, so wie auch die Halle vom Westbahnhof weggehört hätte!

Dadurch könnte sich die Republik viel Geld, viele Probleme und viel Aufwand sparen.

Wie unüberlegt das Ganze ist, sieht man ja an den Reaktion der Hallstätter auf die Idee, ihren Ort als gesamtes unter Denkmalschutz zu stellen.

Dieser hat meiner Meinung nach dafür zu sorgen, dass architektonisch wichtige Gebäude erhalten bleiben, nicht aber die graußlichen Bunker aus den Nachkriegsjahren!

Sie hätten dort lieber einen Glasturm mit Einkaufszentrum und Büros 30 Stockwerke über der Staat, mit schöner Aussicht auf den Karlsplatz?

Das ist dann nämlich, die Wr. Stadtentwicklungspolitik vorausgesetzt, die Alternative.

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