Mythen, Marmor, Mosaiken

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Clemens M. Hutters "Iuvavum. Alltag im römischen Salzburg"

"Archäologie ist Kriminalistik", formuliert Clemens M. Hutter eingangs seine durchwegs interessante These. "Sie schließt von unscheinbaren Bruchstücken auf das Ganze und füllt bestehende Lücken mit dem Ertrag aus mühsamer, aber zielsicherer Kleinarbeit. Beispiel: Warum und wie gelangten vor zwei Jahrtausenden französisches Nobelgeschirr, syrisches Glas und indische Gewürze nach Iuvavum? Wer verdiente womit so viel Geld, um sich erlesene Mosaikböden zu leisten? Die Antworten fügen sich langsam zum Bild - über die Menschen, ihre Gedankenwelt und ihre Lebensweise."

In diesem Sinne, quasi als CSI Noricum, dekuvriert der Salzburger Politologe, Historiker und Volkskundler die Überreste römischen Lebens und macht mittels erklärender Einschübe und aktueller Querverweise antike Spuren verständlich. Iuvavum umfasste das heutige Land Salzburg, den Attergau, das Innviertel westlich der Mattig, den Rupertiwinkel, den Chiemgau und Tirol südlich des Inn, östlich des Ziller.

Hutter präsentiert den imposanten Reichtum an archäologischen Exponaten wie Fibeln, Münzen, Werkzeugen, Lampen, Amphoren, Reliefen, Inschriften und Monumenten. Allein an der Straße der Tauern blieben auf 29 Kilometern Strecke 15 Meilensteine erhalten - weltweit einzigartig. Anhand der Schätze macht Hutter die hohe Lebensqualität der Iuvavier augenscheinlich. Opulent bebilderte Zeitreise. (Gregor Auenhammer/DER STANDARD, 14./15. 7. 2012)


Clemens M. Hutter, "Iuvavum. Alltag im römischen Salzburg". € 25,- / 176 Seiten. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2012

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