Privates Ungemach für "Monsieur Normal"

14. Juli 2012, 08:30

Mehr als die Politik und die Wirtschaft bewegt ein Familienzwist die Gemüter der Franzosen

Diesen Samstag begeht Frankreich den Nationalfeiertag - erstmals mit François Hollande als Präsident.

 

In einer Ménage à trois werden die Kinder gerne vergessen. Ein Sohn von Präsident François Hollande ruft sich nun in Erinnerung. Thomas Hollande (28), Rechtsanwalt und aus der ersten väterlichen Liaison mit der sozialistischen Politikerin Ségolène Royal stammend, äußert sich im Wochenmagazin Le Point zum sogenannten "Trierweiler-Gate" - jenem Pariser Sommerthema, das launisch wie ein Molière-Lustspiel begann, heute aber dem Staatspräsidenten schwerer im Magen liegt als eine ausgemachte Staatsaffäre.

Hollandes heutige Gefährtin Valérie Trierweiler hatte im Parlamentswahlkampf bekanntlich aus heiterem Himmel Partei gegen ihre " Vorgängerin" Royal ergriffen, indem sie deren Rivalen per Twitter Mut zusprach - und damit ein politisches Gewitter auslöste.

"Was ich dieser Twitter-Nachricht vorwerfe, ist, dass sie das Privatleben in den öffentlichen Bereich zerrt", meint nun Thomas Hollande. "Das hat mir für meinen Vater wehgetan. Er hasst es sehr, sein Privatleben auszubreiten. Das zerstört das Image der Normalität, das er sich aufgebaut hat."

Das Dumme an dieser Aussage ist: Thomas Hollande trifft damit ins Schwarze. Für seinen Vater wirkt die Twitter-Affäre verheerend, weil sie seine ganze Kommunikationsstrategie zunichtemacht. Monatelang hatte sich Präsidentschaftskandidat Hollande von den Society-Allüren seines Vorgänger Nicolas Sarkozy abzuheben versucht, indem er sein Privatleben vollkommen ausblendete und sich "normal" gab. Nun hat Frankreich den Eindruck, dass sich im Élysée gar nicht viel geändert hat, ja schlimmer noch: dass der Präsident ein Spielball familiärer Eifersüchteleien ist.

Sein Vater sei "sprachlos" gewesen, berichtet nun der Filius, um selber fröhlich Privates und Politisches zu vermengen: Er gibt zu verstehen, dass er und seine Geschwister "Stiefmutter" Valérie Trierweiler schneiden, während sie Papa empfehlen, ihre Mutter Ségolène Royal als Ministerin zu berufen.

Für den Staatschef erfolgt die Wortmeldung des Sohnes zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, unmittelbar vor dem Nationalfeiertag. Die Pariser Medien rechnen damit, dass sich Hollande, der bisher eisern geschwiegen hatte, am Feiertag (14. Juli) erstmals dazu äußern wird. Am meisten interessiert Frankreich, was an den Gerüchten über eine Trennung im Élysée zu halten ist, nachdem Trierweiler seit ihrem Tweet im Juni fast völlig von der Bildfläche verschwunden ist.

"Man muss sich das vorstellen", meint eine Teilnehmerin eines Internetforums. "Da unterzieht sich der hohe Staatschef dem republikanischen Ritual eines offiziellen Interviews zum Nationalfeiertag zwischen Truppenparade und Eiffelturm-Feuerwerk - und muss zuerst einmal klarstellen, wie es um sein Liebesleben bestellt ist." Ein Gräuel für Hollande, der sich intensiv auf diesen symbolischen Auftritt vorbereitete. Zur Krisenlage der Nation, zu den leeren Staatskassen oder zu der jüngsten Fabrikschließung bei Peugeot muss er sich jedes Wort überlegen, um einen Weg zwischen den Sparforderungen seiner EU-Partner und den Streikdrohungen der "Linken" zu finden.

Urlaub in Frankreich

Jedes Detail des einstündigen TV-Interviews regelte Hollande minutiös, wochenlang verhandelte er mit den Fernsehsendern, bis hin zum Standort des hochpolitischen Events, mit dem der Landesvater sozusagen seine Bürger und sich selbst in die großen Sommerferien entlässt.

Die Image-Berater im Élysée-Palast hatten schon vor längerem wissen lassen, der Präsident werde - im Bemühen, "nahe bei den Franzosen und ihren Sorgen zu bleiben" - in Frankreich Urlaub machen. Die Citoyens wollen aber nicht wissen, wo er den Sommer verbringen wird, sondern vielmehr mit wem.  (Stefan Brändle aus Paris/DER STANDARD, 14.7.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Will derstandard seine Marktanteile im Boulevard erhoehen?

Was fuer ein peinlicher Klatsch-Artikel.

Sozialistischer Möchtegern Napoleon

Hollandes hat ja nicht einmal seine Frauen im Griff!
Und dieser sozialistische Präsident regiert Frankreich.

Hollande, bleibt ein Wackel-"Pudding", auch wenn er sich jetzt Präsident nennen darf!

Trierweiler

Ist mir persoenlich unsymphatisch. Eine Tussie !

Typischer kleinkarierter Spiessbürger der Typ, jetzt ist er überrascht dass seine kleine geordnete Welt nicht so funktioniert wie er er will, sondern eigene Gesetze hat.

Dasselbe trifft natürlich auch auf Frankreich zu, Frankreich wird bluten.

frankreich

wie es leibt und lebt!

hmm... der mann ist staatspräsident frankreichs.

was nebenbei einer der grössten wirtschaftsmächte innerhalb der eu ist und er ist politisch eine gallionsfigur der europäischen linken, bestimmt stark (und wie man beim zusammenschluss mit italien und spanien zugunsten der esm-lockerungen gesehen hat auch effektiv) die zukunft der eu und des euro-raumes mit.

wer wen wo wuselt und ob er familienvorstand des denver clans ist ist auf der prioritätenliste irgendwo ganz gaaanz gaaaaaaaaanz weit unten...

Gallionsfigur? Echt? Oder ein freud'scher Verschreiber?

...und natürlich haben Sie überhaupt nicht recht. Eine der Damen war und ist als Ministerin im Gespräch! Sie ist außerdem in der obersten Führungsriege der Partei angesiedelt - und die andere ist keine Hausfrau, sondern eine einflussreiche Journalistin. Wenn Herr Hollande nicht einmal sein Privatleben managen kann, wie dann Europa? Was aber eh eine akademische Frage ist, weil Frankreich auf Grund der vor der Türe stehenden finanziellen und wirtschaftliche Katastrophen sowieso nur ein Papiertiger ist...Wetten, dass?

hä...?

also ich kann mein privatleben ur nicht managen und trete von einem fettnäpfchen ins andere.

aber in meinem job bin ich verdammt gut, da reicht mir niemand so leicht das wasser.

wenn sie mich für eine job-position aufgrund meines privatlebens bewerten ist das nicht nur inakzeptables eindringen in meine privatsphäre sondern auch unklug.

Ja eh, jemand, der sich der Prekariats-Kleinschreibung befleißigt....

...der "gaaanz gaaaaanz" schreibt, ist intellektuell eh nicht satifaktionsfähig. Aber nicht nur schreiben können Sie nicht, auch mim Lesen happerts: Ich habe nix über IHR Privatleben geschrieben. Es wird so sein, wie Ihr Schreib-Stil, also Schrebergarten. Andererseits, das Privatleben des Monsieur Hollande ist so, wie sich ein Gartenzwerg fanzösische melanges à trois vorstellt, da passt dann Ihre sympathetische Aneignung wieder. Ich vermute, dass in Ihrem Fall die Frauen wegfallen, aber ein Unterschied zum Hollande muss ja sein...

gratulation.

selten so viel zusammenhangloses gebrabbel auf einmal gelesen... was auch immer sie rauchen posten sie nicht wenn sie es geraucht haben.

Was ist eigentlich an dieser privaten Geschichte so interessant?
Auch Politiker sollten ein Recht auf Privatsphäre haben.

Valérie Trierweiler

ist ohne Format

Weil sie es gewagt hat,an der Verhinderung der ersten Packelei des neuen Präsidenten mitzuwirken ?

Nein, weil sie versucht hat, ihrer Vorgängerin zu schaden. Das macht keine Zweit/Frau von Format. Letztendlich hat sie ihrem Mann geschadet, wie man jetzt sieht.

Monsieur Normale - ein Spielball in der Hand von Frauen?

Ein echter Franzose.

In Wirklichkeit

eh sehr "normal" ...

„Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit.”
- Karl Kraus

Eifersüchteleien in der Familie. Da wäre mir Bunga-Bunga Berlusconi schon lieber, denn bei dem weiß man wenigsten woran man ist und ist etwas fürs Auge. Die Society-Allüren von Sarkozy würde man sicher viel eher verzeihen als Schmutzwäsche und Zickenkrieg. Es ist aber unterhaltsam - bringt aber womöglich Wählerschwund. Von dem abgesehen, empfindet man einen solchen Mann als einen Waschlappen.

Berlusconi war jemand fürs Auge? Ich denke es ist für dich an der Zeit, über einen Besuch beim Augenarzt nachzudenken.

Und mir ist ein wenig Eifersucht durch Familienmitgliedern dann doch lieber als systematische Korruption und Aushöhlung des Staatsgebildes.

"Berlusconi war jemand fürs Auge?"

Äh, Berlusconi nicht, sondern die Frauen mit denen er verkehrte.

"...als systematische Korruption und Aushöhlung des Staatsgebildes."

Wer sagt denn, dass es bei Hollande bzw. seiner Partei anders ist?

"Und mir ist ein wenig Eifersucht durch Familienmitgliedern dann doch lieber als..."

Das mag ja sein, aber erstens bringt es Wählerschwund und kommt zudem als Leader/Führer oderwasweißich schlecht dabei weg. Das will kein Mensch! Das ist für einen Politiker der politische Selbstmord, insbesondere für einen Politiker der Frankreich regieren soll(te). Das tut er aber nicht (-> regieren), da er nicht einmal seine Frauen unter Kontrolle hat.

sehe ich das richtig?

(2. v. re.) = (li.)

Nach Nachschau in der Printausgabe kann ich berichten: Es liegt wohl daran, dass in genannter die beiden Bilder nebeneinander gestellt und mit einem durchlaufenden Text versehen wurden - welcher wiederum 1:1 auch in der Online-Ausgabe verwendet wurde.

Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.