Reputation: "Nicht jeder kann Mutter Teresa sein"

  • Mutter Teresa.
    foto: apa/dpa/brakemeier

    Mutter Teresa.

Einmal Lob statt Kritik: ÖBB reagierten auf Facebook-Initiative zu Obdachlosen und bekamen Preis dafür: "Keine Trennung mehr zum Digitalen"

"Man kann nicht verbieten, dass die Leute darüber reden", sagt Michael Schacherhofer, Social Media-Beauftragter der ÖBB, "man muss einfach mitspielen". Dass das "Mitspielen" nicht immer freiwillig passiert, erläuterte Schacherhofer am Freitag beim Werbeplanung.at-Summit. Das Thema: "Reputation." Die Macht von Facebook, respektive einer Mobilisierungskampagne, bekamen die ÖBB im Winter zu spüren. Nach einer Kältewelle formierte sich im Februar eine Gruppe, die die ÖBB aufforderte, die Bahnhöfe in der Nacht offen zu halten. Um Obdachlosen Schutz vor Kälte zu bieten. Die Botschaft verbreitete sich innerhalb von nur wenigen Stunden unter Tausenden Usern, die ÖBB wurden mit Anfragen regelrecht "bombardiert", wie Schacherhofer erzählt. Auch von "traditionellen" Medien, die das Thema aufgriffen.

Keine Trennung zum Digitalen

Nach einer "Krisensitzung" gaben die ÖBB am nächsten Tag die Order an alle Bahnhöfe aus: "Niemand wird abgewiesen." Personelle Ressourcen wurden mobilisiert, parallel dazu noch Kooperationen mit Hilfsorganisationen initiiert, um Bedürftigen helfen zu können. Mit dem Betreiber der Facebook-Seite, die letztendlich die Aktion in die Wege geleitet hatte, wurde Kontakt aufgenommen. Um die Botschaft der offenen Bahnhöfe auch kommunizieren zu können, so Schacherhofer, der von "überwältigenden Reaktionen" der Leute berichtet: "Ein 'Lovestorm' war die Folge." Alleine auf Facebook habe man auf diese Weise 400.000 Leute erreicht, jede Zeitung habe darüber berichtet. "Es gibt einfach keine Trennung mehr zum Digitalen", bilanziert er.

Die Obdachlosen-Initiative der ÖBB wurde mit dem "Preis der Onlinekommunikation" gewürdigt. Eine Auszeichnung, die in Deutschland vergeben wird. Dass solche Aktionen bei Unternehmen wie den ÖBB zum Teil nur kurzfristig einen Imagegewinn bringen, sei klar. Schließlich gebe es "acht Millionen Bahnchefs in Österreich", sagt Schacherhofer. Auf ihrer Facebook-Seite haben die ÖBB rund 18.500 Fans. Man könne zwar nicht auf jeden verärgerten Bahnfahrer reagieren, Kritik werde aber ernst genommen, versichert er: "Sie wird auch an die zuständigen Fachabteilungen weitergeleitet."

Gut sein, nicht Gutes tun

"Nicht jeder kann Mutter Teresa sein", sagt Rober Seeger, Social Media-Berater und selbst ernannter "Webinator" aus Graz. Ein Mario Balotelli, Fußballer aus Italien, wird es wohl auch nie werden. Kein Problem, meint Seeger: "Es ist besser, gut zu sein, als Gutes zu tun." Marken müssten nicht unbedingt ein positives Image haben. Viel wichtiger sei, dass sie "relevant bleiben". Wie das etwa bei Google der Fall ist oder bei Red Bull. Marken, die nicht nur positiv gesehen werden: "Oder ist wirklich jemand der Meinung, dass Red Bull gut schmeckt?" Die Reputation werde überschätzt, glaubt Seeger, Unternehmen müssten einfach ihre Botschaften an den Mann bzw. die Frau bringen. Im Falle von Red Bull sind das die "Flügel" - also der Traum vom Fliegen.

"Man muss die richtigen Bilder setzen". Und nicht plötzlich sagen: "Trinkt Red Bull, weil es gesund ist." Authentizität sei gefragt und nicht das Credo, sich als "Everybody's Darling" positionieren zu wollen. Vor schlechter Meinung im Web sollten Firmen keine Angst haben. "Man kann eine Marke nur lieben oder hassen." Nach dem Motto: "Die richtige Reputation für die richtigen Leute." (om, derStandard.at, 13.7.2012)

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Sind halt leicht zu unterhalten, die Kinder.

Hat der in seine Wohnung ein paar Obdachlose schlafen lassen?

Sind di Kirchen des Nachts nicht abgesperrt, so daß Obdachlose darin schlafen können?

Die ÖBB sollte sich mal über Mutter Theresa und ihre Grausamkeiten im Namen des lieben Jesulein informieren.

Grausamkeiten im Namen der Emanzipation! Aus diesem Kreis stammen jene Kritiker, die immer ein Haar in der Suppe finden da die sonst so weitz entfernte gute Suppe zu gut schmecken kann.

Ja, ja und der liebe Jesus der in Erinnerung Blut trinken ließ und ewige Verdammnis dennen schwor die in der Kirsche Wirtschaft studierten

Bitte genauer lesen :)

Der Satz mit der Mutter Theresa stammt nicht von den ÖBB, sondern von: Rober Seeger, Social Media-Berater und selbst ernannter "Webinator" aus Graz.

Man kann leider auch an falsche Berater gelangen.

Habe ich mir auch gedacht. Die albanische Nonne, die kranke Kinder mehr als nötig leiden ließ, weil sie meinte, damit wären sie näher bei ihrer Phantasiefigur, diesem Gott, ist jetzt ein extrem schlechtes Beispiel.

Bei Ihnen hätten die armen Kinder eine Spritze bekommen und vorbei wär´s

Zumindest hätte ich versucht das Leiden zu lindern anstatt es zu verherrlichen.

da hab ich lachen müßen ob der vielgesagten Güte und Schaffenskraft im Manne innen!

jaa bestiimmt, hätten sie.. hätt i wari

"Es ist besser, gut zu sein, als Gutes zu tun."

Wenn die gesamte menschliche Gesellschaft dem zustimmen würde, wären das wohl ihre "famous last words".

Was heißt bitte, "nicht jeder kann"?

Niemand sollte je so sein wie die, außer er will sie als Geldbeschaffer für den Vatikan übertreffen.

und nicht jeder WILL so eine alte brotspinne sein

Wenn jeder "Mutter Theresa" wäre, wäre das das Ende der Menschheit.

Ihre Lebensform ist zu respektieren, aber ein Vorbild ist sie nur im beschränkten Umfang.

Und nicht jeder sollte "Mutter Theresa" nacheifern...

http://www.secularhumanism.org/library/f... _16_4.html

diese frau war ein eiskalter todesengel, der es freude bereitete, wenn menschen litten - in nachfolge ihres "herrn jesus"...

ich schon

na, dann auf nach kalkutta...

na klar. der hat keine Ahnung. red bull schmeckt ziemlich vielen leuten. genauso ist es mit coka cola. nicht nur werbung machts!

" "Oder ist wirklich jemand der Meinung, dass Red Bull gut schmeckt?""

Ja, ich bin dieser Meinung.

lg

Es gibt da eine schöne Anekdote:

Als Red Bull entwickelt wurde, fanden es die Probanden fürchterlich.

Umgekehrt ging Coca Cola, das mit seiner "New Coke" am Markt durchfiel, obwohl es bei Blindtests besser abgeschnitten hatte als das alte Cola und Pepsi.

Die Werbung macht's sehr wohl - zumindest bei Unfug-Produkten wie Energy Drinks.

und warum spricht die Stadt Wien dann ein Bettelverbot aus?

oder ist man nur zu Weihnachten barmherzig?

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