Großinsolvenz in der Fleischbranche

Fleisch- und Wursthändler Zellinger ist pleite, die Fortführung ist geplant

Steyr - Der Fleisch- und Wursthändler Zellinger Filialbetriebs GmbH & Co KG sowie der Fleisch- und Wurstwaren-Produzent- und Händler Franz Zellinger GmbH, beide mit Sitz in Steyr, sind insolvent. Insgesamt sind 147 Mitarbeiter betroffen. Das Sanierungsverfahren wurde am Freitag im Landesgericht Steyr eröffnet, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband (KSV) von 1870 in Presseaussendungen mitteilten.

Die Zellinger Filialbetriebs GmbH & Co KG mit ihren 15 Zweigstellen in Steyr, Linz, Wels und Bad Hall beschäftigte zuletzt 103 Dienstnehmer. Den 46 Gläubigern wird eine Quote von 30 Prozent angeboten. Laut KSV stehen 920.000 Euro Passiva rund 350.000 Euro Aktiva gegenüber. Die Franz Zellinger GmbH, die neben dem Filialbetrieb auch Kunden in ganz Österreich beliefert, beschäftigte zuletzt 44 Mitarbeiter. Auch hier wird den Gläubigern - 87 an der Zahl - eine Quote von 30 Prozent angeboten. Die Passiva betragen laut KSV rund 1,91 Mio. Euro, die Aktiva 640.000. Der AKV berichtete von Gesamtpassiva beider Unternehmen in der Höhe von 1,5 Mio. Euro.

Als Insolvenzursachen wurden Umsatzrückgänge in den Jahren 2011 und 2012 sowie ein zu hoher Personalstand angegeben. Bis 2010 waren beide Firmen in der Gewinnzone. Als die finanzierende Hausbank eine Ausweitung des Kontokorrentkreditrahmens zur Finanzierung der Löhne und Gehälter sowie des Urlaubszuschusses Anfang Juli verweigerte, sei die Zahlungsunfähigkeit eingetreten, so die Kreditschützer. Eine Weiterführung der Unternehmen wird beabsichtigt. (APA, 13.7.2012)

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