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Rom - Der sogenannte Ruby-Prozess, bei dem Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer minderjährigen Marokkanerin angeklagt ist, sorgt weiterhin für Aufsehen. Eine junge Zeugin im Prozess, die laut den Ermittlern an ausschweifenden Partys in Berlusconis Villa teilgenommen hatte, gab zu, dass sie dank der finanziellen Unterstützung des Medienzaren überlebe. Infolge des Skandals arbeite sie nicht mehr. "Zuletzt hat mir Berlusconi mit drei Geldüberweisungen insgesamt 60.000 Euro geschenkt", berichtete das Showgirl Imma De Vivo vor Gericht.
Laut Anklage soll der Medienzar dem Showgirl und ihrer Zwillingsschwester Eleonora zwischen Juli und Oktober 2011 72.000 Euro geschenkt haben. Das Geld sei auf ein Bankkonto des Vaters der beiden jungen Frauen geflossen, die als Zeuginnen beim Ruby-Prozess gegen den Ex-Premier auftraten. Der 75-jährige Berlusconi steht wegen Sex mit der minderjährigen Marokkanerin "Ruby" und Amtsmissbrauchs in Mailand vor Gericht. Die Ausbeutung und Förderung der Prostitution Minderjähriger ist in Italien strafbar. Der Vater der beiden Zwillinge berichtete vor Gericht, dass seine Töchter das Geld erhalten hatten, um sich beruflich selbstständig zu machen. Beide Showgirls bestritten, Geld für Sex mit dem Ex-Premier erhalten zu haben.
443.000 Euro und zwei Wohnungen "Geste der Zuneigung"
Vor Gericht wurde auch eine Ex-Teilnehmerin an Schönheitswettbewerben vernommen, die jetzt als Journalistin in Berlusconis TV-Gruppe Mediaset arbeitet. Sie berichtete, sie habe von Berlusconi finanzielle Unterstützung in Höhe von 443.000 Euro und zwei Wohnungen in Mailand erhalten. "Ich kenne Berlusconi seit acht Jahren. Seine Hilfe war eine Geste der Zuneigung", versicherte sie.
Der TV-Zar hatte im April am Ende der Anhörung im Mailänder Gerichtssaal berichtet, dass er insgesamt 42 junge Frauen erhalte, die in den Strudel der Ruby-Affäre geraten sind. "Ich erhalte 42 Frauen, jede bekommt mindestens 2.500 Euro im Monat", berichtete Berlusconi. "Ich erhalte diese jungen Frauen, die von den Staatsanwälten verleumdet worden sind. Sie haben keine Arbeit mehr, ihre Freunde haben sie verlassen. Ihre Eltern haben ihre Geschäfte schließen müssen. Dabei haben diese Frauen eine einzige Schuld: Bei mir an normalen Abendessen teilgenommen zu haben, nach denen es Theateraufführungen gab", berichtete Berlusconi.
Der 75-jährige Unternehmer wird beim Ruby-Prozess Sex mit der 2010 minderjährigen Marokkanerin Karima el Marough vorgeworfen. Er wird auch des Amtsmissbrauchs beschuldigt, weil er das Mädchen mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreit haben soll. Er habe geglaubt, dass sie die Nichte des damaligen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak sei und habe diplomatische Probleme mit Ägypten vermeiden wollen, hatte er gesagt. Berlusconi bestreitet strafbare Handlungen. (APA, 13.7.2012)
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