Dienstfreistellungen bei Fernwärme Wien

13. Juli 2012, 13:47
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Wien - Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Preisabsprachen von Bietern im Zusammenhang mit Ausschreibungen der Fernwärme Wien sowie wegen des Verdachts der Untreue seitens Mitarbeitern des Unternehmens. Die Fernwärme hat nun erste dienstrechtliche Schritte gesetzt. Drei Personen der in die Kritik geratenen Abteilung Fernleitungen, darunter deren Leiter, wurden am Freitag "aufgrund des Vertrauensverlustes für eine weitere Zusammenarbeit" mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.

"Wien Energie setzt damit ein klares Zeichen Richtung Kunden, Lieferanten, Partner und Mitarbeiter, dass solche vermeintlichen Unrechtmäßigkeiten keinen Platz im Unternehmen haben", hieß es in einer der APA übermittelten Stellungnahme. Man halte aber fest, dass für alle Beteiligten nach wie vor die Unschuldsvermutung gelte.

Preisabsprachen vermutet

Der Hintergrund: Bei Ausschreibungen der Fernwärme Wien soll es seit Jahren zu Preisabsprachen unter mitbietenden Rohrleitungsbauunternehmen gekommen sein. Zudem sollen Mitarbeiter der Abteilung Fernleitungen "Bedarfszuwendungen" - sprich: unrechtmäßige Geldbeträge - entgegengenommen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen alle 15 Mitarbeiter der Abteilung sowie gegen elf weitere Personen, die ebenso als Beschuldigte geführt werden. Der Fall war vom Unternehmen selbst in einer Sachverhaltsdarstellung gegen Ende des Vorjahres den Behörden gemeldet worden.

Als Konsequenz aus den kartellrechtlichen Erhebungen stellt die Fernwärme auch interne Strukturen um. So wird die Fernleitungsabteilung aufgelöst und mit zwei bestehenden Abteilungen zu einer einzigen zusammengelegt. Neben erhofften wirtschaftlichen Synergieeffekten soll die Neuaufstellung des Anlagen- und Leitungsbaus künftig die derzeit untersuchten Vorkommnisse erschweren bzw. vermeiden. Der Sprecher betonte heute erneut, dass das Unternehmen an der vollständigen Aufklärung aller Vorwürfe und Details "in höchstem Maße" interessiert sei. (APA, 13.7.2012)

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