Europas Börsen schließen einheitlich im Plus

13. Juli 2012, 19:10
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Wien - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag im Zuge positiv aufgenommener Konjunkturdaten aus China mit deutlichen Kursgewinnen aus der Sitzung gegangen. Der Euro-Stoxx-50 beendete die Handelswoche mit einem Plus von 31,08 Einheiten oder 1,39 Prozent auf 2.259,09 Zähler.

In China ist die Wirtschaft im zweiten Quartal nur noch mit einer Jahresrate von 7,6 Prozent und damit so wenig wie seit 2009 nicht mehr gewachsen. Allerdings ist die Abschwächung bereits erwartet worden. Zudem dürften die Daten Hoffnungen auf Wachstumsimpulse seitens der Regierung geschürt haben, hieß es am Markt.

Am Nachmittag erhielten die Börsen zusätzlichen Auftrieb von einer freundlichen Wall Street-Eröffnung. Neben den China-Daten waren an den US-Börsen insbesondere die Quartalszahlen von JP Morgan und Wells Fargo im Fokus. Daneben rückte die Euro-Krise in den Hintergrund. Die Abstufung des Kreditratings für Italien durch Moody's in der Nacht auf Freitag konnte die Stimmung zum Wochenausklang nicht eintrüben.

Ein europäischer Sektorenvergleich wies unter anderem bei Telekom- und Autowerten deutliche Zuschläge aus. Dementsprechend führten France Telecom (plus 5,56 Prozent auf 10,82 Euro) und Deutsche Telekom (plus 5,70 Prozent auf 9,178 Euro) die Liste der Kursgewinner im Euro-Stoxx-50 an. Marktteilnehmer verwiesen auf eine Sektorstudie der Credit Suisse. Die Experten der Schweizer Bank erwarten, dass sich die europäische Telekom-Branche positiver entwickeln wird als der Gesamtmarkt. Im Zuge dessen wurde das Votum für den deutschen Branchenprimus von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 8,50 auf 9,00 Euro angehoben.

Autowerte gut gesucht

Gut gesucht waren zudem deutsche Autowerte. BMW legten klare 3,46 Prozent auf 57,77 Euro zu, Daimler zogen um 3,31 Prozent auf 36,395 Euro an und Volkswagen gewannen bis Handelsschluss 2,54 Prozent auf 137,10 Euro dazu. Die Wolfsburger stellen sich trotz weiterer Absatzzuwächse auf schlechtere Zeiten ein. Im Juni verkaufte Volkswagen mit 798.500 Fahrzeugen elf Prozent mehr als im Vorjahresmonat, im ersten Halbjahr setzte VW 4,45 Millionen Autos ab, ein Plus von knapp neun Prozent. Dennoch seien die Zahlen kein Anlass zur Euphorie. "Denn das wirtschaftliche Umfeld bleibt vor allem in Westeuropa angespannt und schwierig", erklärte Vertriebschef Christian Klingler.

Indessen sackten Peugeot satte 7,65 Prozent auf 6,483 Euro ab. Grund für den Kursrutsch waren Händlern zufolge vor allem die schwachen Absatzzahlen vom Vortag. Zum Wochenausklang hat der Chef des angeschlagenen französische Autobauers, Philippe Varin, zudem eine "massive" Verringerung der Arbeitskosten in Frankreich verlangt. Am gestrigen Donnerstag wurde ein drastisches Sparprogramm mit dem Wegfall von 8.000 Stellen in Frankreich angekündigt. Die Mitarbeiter reagierten heute mit Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen darauf.

Mit einem klaren Plus von 3,51 Prozent auf 15,77 Euro gingen Vivendi ins Wochenende. Der französische Medienkonzern erwägt eine Trennung von seiner Beteiligung am Spielehersteller Activision Blizzard, hieß es vom Markt. Derzeit hält Vivendi noch 61 Prozent an Activision Blizzard, das entspricht einem Wert von rund 8,1 Mrd. Dollar. ~

Börse Index Schluss Diff (P) Diff (%)

Wien ATX 1.960,81 + 26,45 +1,37

Frankfurt DAX 6.557,10 + 137,75 +2,15

London FT-SE-100 5.666,13 + 57,90 +1,03

Paris CAC-40 3.180,81 + 45,63 +1,46

Zürich SPI 5.723,14 + 29,92 +0,53

Mailand FTSE MIB 13.714,68 + 130,86 +0,96

Madrid IBEX-35 6.664,60 + 34,50 +0,52

Amsterdam AEX 314,60 + 3,18 +1,02

Brüssel BEL-20 2.220,34 + 22,44 +1,02

Stockholm SX Gesamt 1.030,94 + 17,22 +1,70

Europa Euro-Stoxx-50 2.259,09 + 31,08 +1,39  (APA, 13.7.2012)

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