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vergrößern 800x619Salzburg Foundation, "Kunstprojekt Salzburg. Moderne Kunst auf alten Plätzen". € 29,90 / 72 Seiten, Brandstätter Verlag, Wien/Salzburg 2012
Im Jahr 2001 formierte sich als private Initiative die "Salzburg Foundation" mit dem Zweck, sich für Kunst im öffentlichen Raum zu engagieren. Als Antwort auf Salzburgs grosso modo auf Musik- und Sprechtheater ausgerichtetes Mäzenatentum bestand das Anliegen der Protagonisten einzig darin, die weitgehend traditionell verortete Gesellschaft durch zeitgenössische Positionen, künstlerische Interventionen und Installationen im öffentlichen Raum zu konfrontieren, mittels einer modernen Form der Kunst zu irritieren. Mehr als zehn Jahre hat die Salzburg Foundation jährlich einen, zum zehnjährigen Jubiläum sogar gleich drei Künstler eingeladen, die Stadt Salzburg zu visitieren, sich eingehend mit ihr zu beschäftigen und in der Folge ein Kunstwerk - im Diskurs zu historischen Orten, Straßen, Gebäuden und Plätzen - im öffentlichen Raum zu realisieren. Entstanden ist ein hochkarätiger, originärer Kunst- und Skulpturenpark inmitten der mozärtlichen Altstadt.
Der sich im Diskurs mit dem barocken Weltkulturerbe befindliche Parcours d'Horizon evozierte teilweise heftige Reaktionen, lokale Skandälchen. Unverständnis und Widerstände prägten die bewusst provozierten Kontraste. In bibliophiler Form liegt nun erstmals eine komplette Dokumentation der bisherigen Arbeiten vor. Fulminant in Szene gesetzt von Harald Eisenberger, dem Magier unter den auf Architektur spezialisierten Fotografen. Der Prozess der Auseinandersetzung, der Wirkung auf die teils interessierten, affirmativen, teils skeptischen, ablehnenden Betrachter wird ebenso nachvollziehbar wie die Metamorphosen, die die Werkserien im Lauf der Jahre in Konfrontation, Kooperation und Koexistenz mit der mutierenden Umgebung vollzogen haben.
Der aus Kunstwerken von Anselm Kiefer, Mario Merz, Marina Abramovic, Markus Lüpertz, James Turrell, Stephan Balkenhol, Anthony Cragg, Christian Boltanski, Jaume Plensa, Erwin Wurm, Brigitte Kowanz und Manfred Wakolbinger bestehende Walk of Modern Art wird en detail präsentiert, philosophisch interpretiert und verortet. Neben den intendierten Irritationen berichtet das Werk auch von teilweise grotesk anmutenden gefinkelten juristischen Winkelzügen absichtlicher Verhinderer und findigen Realisierungen der Akteure. Vernachlässigt werden auch nicht Unterstützer in Geist, Wort und Tat. - Jede Intervention hat Wert und Wertschätzung der Kunst nachhaltig stimuliert und eine lebendige Diskussion ausgelöst. Phänomenal! (Gregor Auenhammer, Album, DER STANDARD, 14./15.7.2012)
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