Ahnungslose Zeitungsmacher in Österreich

13. Juli 2012, 12:54
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Thomas Koch: "Das Geschäftsmodell der Zeitung ist vorbei" - Werber über Online, Banner und Blogger

Beim Werbegipfel am Freitag kam die Retourkutsche für die Verleger, die am Donnerstag ihren Gipfel beim Werbe-Summit abhielten. "Die Tageszeitungsmacher sind in Österreich ziemlich ahnungslos", sagt Thomas Koch, Gründer und Geschäftsführer von Thomas Koch Media. "Das Geschäftsmodell der Zeitung ist vorbei. Die Jungen kommen da einfach nicht mehr nach. Das Geschäftsmodell der Zeitungen geht einfach baden", wird er auf werbeplanung.at zitiert. In Deutschland würden derzeit rund 20 Prozent in Online investiert, der Plafond in den kommenden Jahren werde bei 25 Prozent liegen.

Gertraud Burtscher von Interspar will auch weiter in Print werben. Derzeit würde der Lebensmitteleinzelhandel vier Prozent in Online-Werbung investieren. Aber das werde sich in den kommenden Jahre in Richtung zehn bis 15 Prozent bewegen, glaubt sie. In der Telekommunikationsbranche liegt der Prozentsatz, der investiert wird, bei "rund 17 Prozent für Online und Search", erläutert Tanja Sourek von A1 Telekom Austria.

"Online hat uns immer mehr gebracht"

Kochen war nicht nur bei den Verlegern, sondern auch am Werbegipfel Thema. Michael Ströck von der Bäckerei Ströck und Betreiber von kochabo.at beschreibt, wie er Werbung für die Plattform betreibt: Er setze "zuerst vor allem auf PR, wir machen auch auf Facebook Werbung und Display". Das meiste Geld fließe aber in Customer-Support. Auch Flugblätter setzt er gerne ein, auch aufgrund der Messbarkeit. Bei Printwerbung habe sich Ströck immer schon gewundert, warum so wenig zurückkommt.

Ähnlich sieht das Daniela Terbu, sie ist Gründerin von "Die Frühstückerinnen" und betreibt das Beratungsunternehmen Coolhunting. "Online hat uns immer mehr gebracht", Printwerbung hingegen habe ihr noch nie viel gebracht.

Internet mehr als Bannerwerbung

"Nur in einem Medium zu schalten wird einfach nicht mehr ausreichen. Es bleibt also spannend", sagt Thomas Koch. Mediaplaner müssten verstehen, dass Internet viel mehr sei als Bannerwerbung. Die Blogs würden teilweise noch unterschätzt. "Die Leser vertrauen den Bloggern teilweise viel mehr als den großen Medien", sagt Ströck. Für Sourek ist deshalb die Interaktion mit den Bloggern extrem wichtig. (red, derStandard.at, 13.7.2012)

  • Werbegipfel am Freitag mit Gertraud Burtscher, Daniela Terbu, Moderator Armin Wolf, Tanja Sourek, Thomas Koch und Michael Ströck.
    foto: werbeplanung/bergmann

    Werbegipfel am Freitag mit Gertraud Burtscher, Daniela Terbu, Moderator Armin Wolf, Tanja Sourek, Thomas Koch und Michael Ströck.

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