Der Wert der Arbeit und die Fairness

Fairness und "der Markt"

Der Wert einer Arbeit lasse sich nicht beziffern, heißt es immer, wenn es um Angemessenheit von Gagen geht. Das ist halt "der Markt", ob es um Oracle-Boss Larry Ellison mit seinen 48-Miollionen-Dollar-Stock-Options geht oder um Vollzeit-Prekariate. Der Rest wird mit dem Argument "Neid" abgetan. Dass Hypo-Haider-Gutachter Dietrich Birnbacher nun eingesteht, dass seine sechs Millionen Honorar völlig unangemessen waren und 300.000 Euro Entlohnung der Arbeit entsprochen hätten, ist nicht nur folgenschwer für Machtzirkel und ihre Geldgeschäfte im Land. Es zeigt auch, dass ein Gefühl für Fairness in der Entlohnung existiert, abseits von Gewissensfragen und von Neid.

In Österreich weiß zwar keiner so genau, was die Kollegen verdienen, was vielleicht für das Betriebsklima gar nicht schlecht ist - zumindest bewahrt es die Eigentümer davor, dass sich die Belegschaft nach oben lizitiert. Das Gefühl für den Wert der eigenen Arbeit scheint aber ziemlich konkret ausgeprägt: "Fairness in der Bezahlung" erscheint auch in der aktuellen "Global Workforce Study" der Berater Towers Watson als zentraler Treiber engagierter Mitarbeiter. (Karin Bauer, DER STANDARD, 14./15.7.2012)

Share if you care