Auf einer der größten Almen der Ostalpen

  • Mit etwas Glück bekommt man sogar einen Auerhahn zu sehen.
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    foto: österreich werbung/ baumgartner

    Mit etwas Glück bekommt man sogar einen Auerhahn zu sehen.

  •  Hinternasswald und Nasskamm: Gesamtgehzeit 6 Stunden, 
Höhendifferenz rund 1200 m. Die Lurgbauerhütte ist von Mai bis Oktober 
bewirtschaftet.ÖK25V Blatt 4211-Ost (Schneealpe), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000
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    Hinternasswald und Nasskamm: Gesamtgehzeit 6 Stunden, Höhendifferenz rund 1200 m. Die Lurgbauerhütte ist von Mai bis Oktober bewirtschaftet.ÖK25V Blatt 4211-Ost (Schneealpe), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000

Eine anstrengende Runde von Hinternasswald über die Schneealpe zum Nasskamm. Hier braucht man Trittsicherheit

Das rund 35 Quadratkilometer große Hochplateau der Schneealpe gehört zu den größten Almregionen in den Ostalpen und übertrifft die Weideböden der etwas höheren Rax bei weitem. Aus dem Mürztal kommend ist das hoch gelegene, freie Terrain auf einer Mautstraße leicht erreichbar. Allerdings herrscht dort Trubel, während die Anstiege aus dem Norden und Osten wesentlich seltener begangen werden. Einziger Vorteil an der Mürztalseite: Der Weg führt durch eine einmalige alpine Landschaft, deren Reiz durch eine vielfältige Pflanzenwelt noch erhöht wird.

Obgleich die Route nicht zum höchsten Punkt, dem Windberg, führt, kommen hier "Fernseher" voll auf ihre Rechnung. Schon auf der romantischen Karlalm, wo man gelegentlich sogar einen Auerhahn zu Gesicht bekommt, zeigen sich Großer Sonnleitstein, ein Teil der Gutensteiner Alpen, die Scheibwaldmauern der Rax und Schneeberg. Vom Amaißbichl schweift der Blick bis zum Dachstein, den Steiner Alpen, dem Veitsch und Hochschwab. Und sogar ein Teil des südlichen Waldviertels lässt sich erspähen.

Die Blütenpracht reicht von Enzian, Schneerose, Clusiusprimel und Petergstamm im Frühjahr bis zum Eisenhut und Pannonischen Enzian im Herbst. In älteren Beschreibungen scheint der Amaißbichl - früher Ameisbühel - als Großer Eisenhut auf.

Auf dem Anstieg überquert man den tief im Berginneren liegenden, knapp zehn Kilometer langen Schneealpenstollen, der 1965 bis 1968 errichtet wurde und der das Wasser der im Mürztal liegenden "Sieben Quellen" zur Ersten Wiener Hochquellenleitung bringt. Er galt damals als der längste Trinkwasserstollen Europas.

Aufgrund des beachtlichen Höhenunterschieds und der Steilheit des Anstiegs verlangt die Tour gute Kondition. Für die Begehung des westlichen Teils des Nasskamms ist Trittsicherheit vonnöten. Besondere Vorsicht ist bei Nebel geboten.

Die Route: Von Hinternasswald geht man ein Stück in Richtung Reisstal und wendet sich dann nach rechts auf die rote Markierung, die anfangs in vielen Serpentinen über einen Rücken aufwärts führt. Nach einem kurzen Stück auf einer Forststraße wendet sich der Weg nach links in den Hang und führt schließlich steil nach oben zur Karlalm mit einem Jagdhaus der Stadt Wien. Gehzeit 2 Stunden.

Ab hier weiter auf der roten Markierung, die durch Latschen und später durch freies Gelände verläuft. Bis zur Lurgbauerhütte braucht man ab Karlalm etwa 1¼ Stunden. Für den Abstecher zum Amaißbichl und zurück ist eine halbe Stunde einzukalkulieren.

Der Rückweg erfolgt anfangs auf der Aufstiegsroute. In einem Sattel wählt man die nach rechts zum Nasskamm abzweigende rote Markierung, auf der man dann eine weitere Abzweigung erreicht. Gehzeit ab Lurgbauerhütte circa eine Stunde. Man hält sich links und gelangt bei der Talstation der Materialseilbahn zum Habsburghaus ins Reisstal. Von hier wandert durch dieses zum Ausgangspunkt zurück. Gehzeit ab Nasskamm 1¼ Stunden. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 14.7.2012)

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