Ex-Regierungschef Jibril vor Erdrutschsieg in Libyen

13. Juli 2012, 07:59
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Laut Teilergebnissen in Tripolis und Benghazi uneinholbar vorne

Tripolis - Dem früheren libyschen Ministerpräsidenten Mahmoud Jibril ist der Sieg bei der ersten freien Wahl kaum mehr zu nehmen. Nach Auszählung einer großen Mehrheit der Stimmen lag der moderate Politiker und seine Allianz der Nationalen Kräfte deutlich vor den islamistischen Parteien. Ein endgültiges Resultat soll zwar erst in der kommenden Woche vorliegen. Doch nach den am Donnerstag veröffentlichten Teilergebnissen liegt Jibril in den wichtigen Wahlbezirken Tripolis, dem Süden, und der früheren Rebellenhochburg Benghazi uneinholbar in Führung.

Der im Westen ausgebildete Politiker, der im In- und Ausland als das Gesicht der Revolte gegen Machthaber Muammar Gaddafi bekannt ist, kehrt damit einen Trend um: In anderen Ländern des Arabischen Frühlings wie Ägypten und Tunesien setzten sich bei den ersten freien Wahlen Islamisten durch.

Jibrils Sieg muss sich jedoch nicht in einer Dominanz in der künftigen Volksversammlung niederschlagen, da die Parteien nur 80 der 200 Sitze in der Volksvertretung besetzen können. Die Mehrheit der Plätze ist unabhängigen Bewerbern vorbehalten. Die Versammlung soll einen Ministerpräsidenten sowie ein Kabinett bestimmen und Parlamentswahlen vorbereiten. Jibril könnte aus diesem Prozess als Präsident hervorgehen. (APA, 13.7.2012)

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