Ratingriese stuft Italien kräftig herab

13. Juli 2012, 13:50
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Ungerechtfertigt und irreführend: Für Italiens Finanzstaatssekretär Gianfranco Polillo ist die Moody's-Entscheidung völlig daneben

New York - Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Die Bewertung italienischer Staatsanleihen wurde um zwei Stufen von A3 auf Baa2 gesenkt. Wie das US-Unternehmen in der Nacht auf Freitag in Frankfurt mitteilte, bleibe der Ausblick für das hoch verschuldete Euro-Land weiter negativ.

Unter den drei großen Ratingagenturen kommt Italien bei Moody's am schlechtesten weg. Es sei zu erwarten, dass die Kosten für die Refinanzierung der Staatsschulden weiter steigen oder das Land angesichts eines Vertrauensverlustes seien Zugang zum Finanzmarkt verliert, hieß es zur Begründung. Außerdem wurde auf die "Ansteckungsgefahr" Griechenlands und Spaniens verwiesen. Das Risiko steige, dass die Regierung unter Ministerpräsident Mario Monti die Sparziele verfehle.

Angesichts einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Entwicklung in Italien, die durch sinkendes Wachstum und steigende Arbeitslosenzahlen deutlich werde, steige auch das Risiko, die Einsparungsziele zu verfehlen. Dies würde sich dann wiederum negativ auf das Vertrauen am Markt und die Möglichkeiten zur Beschaffung frischen Geldes auswirken, hieß es.

1,9 Billionen Euro Schuldenlast

Noch am Donnerstag hatte sich Italien zu vergleichsweise günstigen Bedingungen am Geldmarkt refinanziert. Mit einem Papier mit einer Laufzeit von einem Jahr seien 7,5 Mrd. Euro eingenommen worden, teilte das italienische Schatzamt mit. Die zu zahlende Rendite lag bei 2,697 Prozent, nachdem sie am 13. Juni noch bei 3,972 Prozent gelegen war.

Italien ächzt unter einer Schuldenlast von mehr als 1,9 Billionen Euro. Die Regierung in Rom nahm deshalb harte Einschnitte vor und setzte es sich zum Ziel, 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Hierfür hob sie unter anderem das Pensionsantrittsalter an, kürzte Ausgaben und erhöhte die Mehrwert- und Immobiliensteuer.

Mitte der Woche hatte Regierungschef Mario Monti nicht ausschließen wollen, dass Italien doch noch Hilfe durch den Euro-Rettungsschirm benötigen könnte. "Es wäre gewagt zu behaupten, Italien werde diese Unterstützung niemals brauchen", sagte er laut italienischen Medien nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Bis dato hatte er entsprechende Behauptungen stets zurückgewiesen.

Italien und Eu-Kommission kritisieren

Italiens Regierung hat die Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's deutlich kritisiert. Industrieminister Corrado Passera bezeichnete die Entscheidung der US-Experten am Freitag in Rom als "insgesamt ungerechtfertigt und sogar irreführend". Finanzstaatssekretär Gianfranco Polillo sagte, die Einschätzung der politischen Risiken sei "ganz und gar willkürlich". Italien werde auch bei einem stärkeren Abschwung seine Ziele für das strukturelle Defizit respektieren, sagte Polillo.

Moody's hat die Kreditwürdigkeit Italiens um zwei Noten gesenkt - von A3 auf Baa2. Die Bonitätswächter stellten zudem eine weitere Herabstufung in Aussicht, falls sich die Aussichten für die Wirtschaft weiter verschlechtern oder die Umsetzung von Reformen stocken sollten. Der Ausblick sei deshalb negativ.

Auch die EU-Kommission hält den Zeitpunkt der Entscheidung für äußerst fragwürdig, sagte Kommissionssprecher Simon O'Connor am Freitag in Brüssel. Die Reformanstrengungen Italiens im vergangenen Jahr seien beeindruckend gewesen. Italien senke seinen Schuldenstand kontinuierlich und setze die Konsolidierung umfassend um. (APA, 13.7.2012)

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    Schritt für Schritt: Für Italien geht es heute zwei Stufen abwärts.

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