US-General kritisiert mangelhafte Informationen zu irakischen Waffen

25. Juni 2003, 20:47
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Künftiger Oberbefehlshaber Abizaid: Geheimdienstmaterial unvollständig

Washington - Die US-Geheimdienstinformationen über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak sind nach Einschätzung des künftigen Oberbefehlshabers der US-Truppen im Nahen Osten, John Abizaid, "unvollständig" gewesen. Während die Geheimdienstangaben auf "taktischem Niveau" die besten gewesen seien, die er "jemals gesehen" habe, sei das Geheimdienstmaterial über angebliche Massenvernichtungswaffen "auf beunruhigende Art und Weise unvollständig" gewesen, sagte Abizaid am Mittwoch in einer Anhörung vor dem US-Senat in Washington.

Beim Vormarsch auf Bagdad seien die US-Befehlshaber überzeugt gewesen, dass sie auf Chemiewaffen stoßen würden. Doch weder in Waffenlagern noch bei der irakischen Armee sei eine einzige chemische oder biologische Waffe gefunden worden, sagte Abizaid. Der Nachfolger von Tommy Franks als Chef des für den Nahen Osten, Zentralasien und Ostafrika zuständigen US-Zentralkommandos (Centcom) räumte ein, es sei eine Tatsache, "dass wir nicht vollständig Recht gehabt haben".

Allerdings seien die Kampfhandlungen selbst durch perfekte Geheimdienstinformationen vorbereitet worden. "Nie zuvor gab es ein so vollständiges Bild über die taktischen Stellungen des Feindes und seine Absichten", sagte Abizaid. US-Präsident George W. Bush hatte den aus Libanon stammenden General vergangene Woche als neuen Oberbefehlshaber der US-Truppen in Irak nominiert. (APA)

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