Kategorie D soll teurer werden

26. Juni 2003, 09:42
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Immobilientreuhänder deponieren Wunsch nach höherer Miete für Substandard-Wohnungen

Wien - Der Verband der Immobilientreuhänder (ÖVI) will auch Kategorie-D-Wohnungen (WC am Gang, mitunter auch Wasser) "angemessen" vermieten dürfen. Derzeit können nur 0,66 Cent/m² verlangt werden, unabhängig von Lage oder Ausstattung (Dusche in der Wohnung, Loggia). Geht es nach dem Willen des ÖVI, könnten die geschätzten 7500 Kategorie-D-Wohnungen um zwei bis 2,50 Euro/m² vermietet werden, was den Eigentümern auch Spielraum für notwendige Haussanierungen gibt. ÖVI-Präsident Thomas Malloth betonte, dass diese günstigen Wohnungen am Markt stark nachgefragt werden und daher erhalten werden sollten.

Auf der Wunschliste des ÖVI steht außerdem eine Flexibilisierung des Betriebskostenkataloges bei Mietwohnungen. Dieser biete den Hauseigentümern keine Anreize bei Wasserverbrauch, Kanalisation oder Müll zu optimieren, zudem gebe es keine Möglichkeiten, Contracting-Modelle einzusetzen.

Ohne Förderung nicht leistbar

Im Vorfeld der im kommenden Jahr startenden Finanzausgleichsverhandlungen bekannte sich Malloth zur geltenden Wohnbauförderung. Für Malloth wäre es "letal, das bewährte System der sozialen Abfederung abzuschaffen". Gebe es die Wohnbauförderung nämlich nicht, müsste - Berechnungen zufolge - der Nettohauptmietzins aller Mietwohnungen österreichweit auf bis zu neun Euro/m² angehoben werden. Und diesen Preis könnte sich "kaum jemand mehr leisten".

Wegen der massiv gedrosselten Neubautätigkeit ortet der ÖVI seit einem Jahr wieder eine größere Wohnungsnachfrage, sowohl bei Miete- als auch Eigentumswohnungen; auch die Preisverhandlungen "lassen nach", beobachtete Malloth. (DER STANDARD Printausgabe, 26.6.2003, cr)

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