Stögers Master-Plan: "So offensiv wie möglich"

  • Stöger: "Vrsic ist nach der hohen Trainingsintensität noch nicht so spritzig, wie wir ihn haben wollen. Aber das bekommen wir hin."
    foto: apa/ herbert pfarrhofer

    Stöger: "Vrsic ist nach der hohen Trainingsintensität noch nicht so spritzig, wie wir ihn haben wollen. Aber das bekommen wir hin."

Neuzugang Vrsic großer Hoffnungsträger - Kein "Theater" um Linz - Neo-Trainer suchte Gespräch mit den Fans

Wien - Defensiver Ergebnis-Fußball, Fanproteste und europacupfreie Mittwoche und Donnerstage sollen bei der Austria so schnell wie möglich wieder der Vergangenheit angehören. Die Hauptverantwortung dafür liegt bei Peter Stöger, dem neuen Trainer der Wiener. Der 46-Jährige hat seine mittlerweile vierte Ära als Spieler, Sportdirektor oder Coach bei den Violetten angetreten, der offizielle Startschuss zu dieser fällt mit dem ersten Pflichtspiel am Samstag (18.00 Uhr/live ATV) im Burgenland im Cup gegen Oberwart.

Besonders große Hoffnungen setzen die Austria-Fans in Dare Vrsic, den von Olimpija Ljubljana geholten neuen Regisseur. Zurecht, wie Stöger bestätigte: "Vrsic ist nach der hohen Trainingsintensität noch nicht so spritzig, wie wir ihn haben wollen. Aber das bekommen wir hin. Die Art und Weise, wie er Fußball spielt, kann uns weiterhelfen. Er ist torgefährlich, kreativ, offensivorientiert. Mehr kann man sich nicht wünschen."

Nicht zuletzt Vrsic soll dafür sorgen, dass die unter Stöger-Vorgänger Ivica Vastic aufgekommene Kritik an der defensiven Austria-Spielweise nicht mehr entflammt. "Wir wollen unser Spiel so offensiv wie möglich anlegen, schließlich haben wir viele kreative Spieler in unseren Reihen", versprach Stöger.

Der Wiener betonte aber, dass seine Kicker im Endeffekt selbst dafür verantwortlich sein werden, wie viele dieser Kreativspieler gleichzeitig auf dem Rasen stehen dürfen. "Wenn es zwei, drei Spieler gibt, die bei Ballverlust nicht defensiv mitarbeiten, dann werden wir den einen oder anderen Defensiven mehr brauchen", sagte Stöger.

"Für Linz gilt das gleiche wie für jeden anderen Spieler"

Gemeint hat der 65-fache ÖFB-Teamspieler damit nicht Roland Linz, dessen Konflikt mit Vastic der Auftakt zum völlig verpatzten Frühjahr 2012 gewesen war. Ein ähnliches "Theater" will Stöger um jeden Preis vermeiden. "Für Linz gilt das gleiche wie für jeden anderen Spieler. Wenn er die Mannschaft unterstützt, wird er zu seinen Einsätzen kommen. Und dann wird er auch seine Tore machen, wir kennen ja seine Stärken", erklärte Stöger.

Das Budget würde der Austria noch eine Verstärkung ermöglichen, primär wird dabei an die Offensive gedacht. Ex-Austrianer Filip Sebo (28), der aktuell bei Slovan Bratislava unter Vertrag steht, wurde den Violetten angeboten. "Wie viele, viele andere Spieler auch. Wir haben keinen Stress und keinen Druck. Eine Alibilösung wird es sicher nicht geben", versicherte Stöger.

"Cupsieg oder Meistertitel im Hinterkopf"

Das Hauptziel liegt auf der Hand, die Austria will zurück in den Europacup. Stöger, der mit der Austria dreimal als Spieler und einmal als Trainer Meister war, machte aber kein Geheimnis daraus, dass er sich insgeheim mehr erhofft. "Wenn man bei einem Verein wie der Austria ist, hat man den Cupsieg oder den Meistertitel immer im Hinterkopf. Wir werden im Laufe der Saison sehen, wie gut wir drauf sind und ob die anderen Mannschaften Fehler machen."

Noch nicht festgelegt haben sich Stöger und Austrias Tormann-Coach Franz Gruber auf die Nummer eins. Um diese Position rittern Heinz Lindner, Pascal Grünwald und Ivan Kardum. "Das ist noch nicht geklärt. Dabei wird Franz Gruber ein gewichtiges Wort mitreden. Wir haben drei Toptorhüter, deshalb habe ich auch kein Kopfweh", meinte Stöger. "Der, auf den die Wahl fällt, hat dann unsere Rückendeckung. Der darf auch einmal danebengreifen."

Im Keim ersticken will Stöger auch mögliche Reibereien mit dem Anhang. Deshalb gab es auch schon ein Treffen mit Vertretern der Fanclubs, mit dabei waren auch Kapitän Manuel Ortlechner und Co-Trainer Manfred Schmid. Stögers Fazit lautete: "Das war ein absolut positives Gespräch über mehrere Stunden. Die Kommunikation mit den Fans ist ein sehr wichtiger Part. Ich wollte ausloten, was nicht gepasst hat und was die Wünsche sind. Und auch wir haben unsere Wünsche deponiert." (APA, 12.7.2012)

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