Widerstand gegen Bärenabschiebung in der Steiermark

Markus Rohrhofer
13. Juli 2012, 11:23
  • Im Wald oft nur auf ein Problem reduziert: der Braunbär
    foto: apa/zoo salzburg

    Im Wald oft nur auf ein Problem reduziert: der Braunbär

Anwalt: Umsiedlung nicht die Lösung des Problems - Braunbär auf Tauchstation

Graz - Jenem Braunbären, der Ende Juni rund 40 Schafe im Bereich Donnersbach-Sölktal (Bezirk Liezen) gerissen hatte, will die steirische Landespolitik zwar nicht das Fell über die Ohren ziehen, eine Abschiebung findet man hingegen bärig. Konkret soll das Raubtier betäubt und ins Ötschergebiet verbracht werden. Bärenanwalt Georg Rauer hat diesbezüglich aber Bedenken: "Eine Umsiedlung ist sicher nicht die Lösung des Problems, man verlagert es nur. Und wer garantiert, dass der Bär nicht wieder zurückkehrt? Die Distanz vom geplanten Aussetzungsgebiet zurück zur Schaf-Alm schafft das Tier in wenigen Tagen."

Dazu kommt, dass der Bär - gemäß Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie - im schlafenden Zustand nicht außer Landes gebracht werden und das Tier auch nicht in einem Gehege aufwachen darf. "In Österreich wird es mit einem neuen Bärenquartier schwierig. Keiner wird erfreut sein, wenn er plötzlich einen Braunbären quasi vor die Haustür gesetzt bekommt", ist Rauer im Standard-Gespräch überzeugt. Fix sei, dass der Bär im Fall einer Umsiedlung mit einem Sender ausgestattet werde.

Der Problembär dürfte aber ohnedies bemerkt haben, dass ein Narkotikum in der Luft liegt. "Derzeit ist es ruhig", meinte Walter Schmiedhofer, Obmann des Schaf- und Ziegenzuchtverbandes Steiermark: "Der Bär ist anscheinend weitergezogen, und wir hoffen, dass er nicht wiederkommt." Am vergangenen Samstag wurden bereits 150 Schafe, die zuvor zur Sicherheit ins Tal gebracht worden waren, wieder auf die Alm getrieben. Weitere 100 Schafe werden in den nächsten Tagen folgen. Lediglich zwei Bauern haben sich dafür entschieden, ihre Tiere im Tal zu lassen.

Wiederholungstäter

Dabei sollten sich Bauer und Schaf eigentlich relativ sicher fühlen. Beschlossen wurde nämlich beim Bärengipfel die Errichtung von Elektrozäunen. Die Kosten in der Höhe von 15.000 Euro werden von der steirischen Naturschutzabteilung übernommen.

Rauer zufolge sollen dem Bären bereits 2009 15 Schafe in Osttirol zum Opfer gefallen sein. Offenbar handelt es sich bei dem sechs Jahre alten Bärenmännchen um ein Tier aus dem italienischen Trentino. Auch im Mürz- und Murtal ist das Tier kein Unbekannter - dort soll es sich an zwanzig Bienenstöcken bedient haben. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 13.7.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 92
1 2 3

Wenn der in mein Revir kommt, is eh schluss mit lustig!

Österreich ist eben nicht Canada!

Anwalt...Kommentar!

Ein Anwalt hat eine Empfehlung, aber sonst nix! Viele verwechseln Empfehlung mit Verantwortung. Die hat der Anwalt so nie! Daher muss die Entscheidung anders getroffen werden!

Ich hätte eine Frage an die BärenpsychologInnen: ist das ein böser Killerbär?

Der isst doch nicht all die Schafe. Hat er Freude am Töten?

Von den 40 Schafen sind wahrscheinlich grad einmal die Hälfte tatsächlich von einem Bären getötet worden. Wär ja nix neues, dass man für ein paar verunglückte Tiere Schadenersatz kassiert ;)

Er hat einen natürlichen jagdinstinkt.

Auf Menschen auch, Frau Susanne? Weil ich bin gern in der Gegend Mariazell-Salzatal.

wieso kehren die bauern nicht eigentlich einfach zurück zum ursprung und lassen hunde auf die herden aufpassen?

funktioniert in anderen ländern warum denn dann nicht bei uns (ev. weil die leute durch die medienhetze mittlerweile mehr angst vor hunden als vor bären haben)??

ich persönlich finde die ganze debatte ehrlich gesagt ziehmlich lächerlich, in slowenien leben sehr, sehr viel mehr bären als in österreich und bei uns soll ein einziger schon ein nicht lösbares problem darstellen?

armes österreich kann ich da nur sagen!

Ganz einfach Herdenschutzhunde, aha

Ein Herdenschutzhund, der sich mit einem Bären anlegt - Kangal vielleicht. So ein netter Kangal ist gefährlicher als ein Bär (für alle, ausser die Schafe :-)

Und wenn er einen ignoranten Standard Poster reisst, zahlt der Naturschutz nix. Daher funktioniert Bärenabwehr mittels Hund nur in seeeehr einsamen Gegenden.

Weils teuer ist und weil man zu den gerissenen Schafen noch ein paar mehr, die duch Verwahrlosung gestorben sind, schummeln kann zwecks Schadenersatz.

Den Zaun zahlt der Naturschutzbund, nicht die Bauern...pfff...wobei ich mal davon ausgehe, dass ein paar Bauern auch drin sind. Man soll ja nicht alle Schafe über einem Kamm scheren.

genau

ein paar anatolische Kangal mit ausgeprägtem Herdenschutztrieb; die wären da recht

ach, es gäbe so viele tolle alte hunderassen, die in rumänien, kanada und anderen ländern zum schutz der herden ohne viel aufwand eingesetzt werden, aber manche österreichischen bauern haben sich scheints von natur und bäuerlicher kultur bereits sehr, sehr weit entfernt. zu weit?

tja das setzt voraus:

- dass immer ein bauer mit auf der alm ist
- dass sich touristen von diesen gegenden fern halten, weil solche hunde für diese meist viel gefährlicher sind als irgendwelche bären.

beides ist wohl nicht sehr realistisch, oder?

Beide Ihrer Vorraussetzungen sind falsch.

ah ja

warum denn?

sobald sich der erste hirtenhund ins touristenwadl oder den touristenkleinkindschädel verbeißt ists aus mit der hirtenhundromantik.

jo mei, irgendwie muss man seine tiere und sein eigentum schon schützen respektive sich drum kümmern. was für ein aufwand aber auch, dann schon lieber alle luchse, bären, wölfe, gelegentlich freilaufende hunde abknallen, denn den bauern ist ja nicht zumutbar, dass wer auf der alm ist?

Möchtest du

monatelng auf der Alm wohnen?

jaaaa!!

ah ja

ich eigentlich auch. nur irgendwas muss ich im winter auch zu essen haben. daher versteh ich die bauern die das nicht machen können.

Der ist mit Hubschrauber Gorbachs Motto unterwegs: "This country is too small for me."

GO BEAR!!!

hmmmmm...

...der Bär ist auf Tauchstation?
Ich hoffe sehr, er ist keinem Jäger begegnet, der ihn versehentlich abgeschossen hat...

Man könnte den Bären doch im Bärental ansiedeln. Da kann niemand behaupten, dass der dort nicht hingehört.

Genau!

Noch dazu, wo es ein Braunbär ist!

Posting 1 bis 25 von 92
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.