Männerdiskriminierung in Öffis: Senior erhält Entschädigung

12. Juli 2012, 17:32
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Öffi-Betreiber muss 500 Euro Schadenersatz zahlen

Wien - Jener Mann, der die Wiener Linien klagte, weil er (vor 2012) erst mit 65 Jahren in den Genuss der Seniorenjahreskarte zum Halbpreis kam - während diese Frauen schon ab 60 Jahren erhielten -, hat jetzt auch in der Berufung vor dem Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen Recht bekommen.

Die Wiener Linien müssen ihm den Betrag überweisen, den er über zwei Jahre mehr bezahlen musste, sowie 500 Euro Entschädigung. "Das ist eine vergleichsweise niedrige Summe", sagt Helmut Graupner, Anwalt des Klägers. Auch weitere beim Öffi-Fahren diskriminierte Männer könnten nun drei Jahre rückwirkend Schadenersatz verlangen, meint er.

"Hier würde ich abraten", reagiert darauf Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien, unter Hinweis auf "weitere anhängige Fälle, die wir, wenn möglich, bis zum Obersten Gerichtshof hinauf führen werden". Im Fall des jetzt siegreichen Wieners war das wegen zu geringen Schadens abgelehnt worden. (bri, 12.7.2012)

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    Ein Mann wurde diskriminiert, weil er das Seniorenticket erst mit 65 Jahren erhielt, entschied das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen.

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