Radioanbieter müssen sich an Kernkompetenz Musik erinnern

12. Juli 2012, 17:22
1 Posting

Musik wird "elementarer Bestandteil der Markenkommunikation", sagt Stefan Zilch von Spotify am Werbeplanung.at Summit

Mit einem entschiedenen Nein beantwortet Jan Bechler die rhetorische Frage, ob Online das Ende des Radios bedeutet. "Das Radio wird sich verändern, aber nicht sterben", sagt er am Werbeplanung.at Summit in der Wiener Hofburg. Im Panel Radio Star präsentiert der Gründer und Geschäftsführer von finc3, das Unternehmen hat das Verlagshaus Axel Springer auf der Kundenliste, seine eigene Playlist zum Erfolg.

An oberster Stelle, um die Relevanz von Radio aufzuzeigen, listet Bechler die Band "30 Seconds to Mars" mit einem Songzitat aus "Closer to the Edge": "Some people pray, I turn on the radio". Dann legt er "Winds of Change" (Scorpions) , "Music for the Masses" (Depeche Mode) und "Open your eyes" (Guano Apes) auf.

Was rät Bechler Radioanbietern? Das Potential von Technologien zu erkennen, neue Formate und Kanäle zu starten und sich vor allem an die Kernkompetenz - Musik - zu erinnern. "Radio ist dabei, diese Kernkompetenz abzugeben an reine Onlinemarken wie Spotify", sagt Bechler. Das Wachstum des digitalen Musikmarktes müsse als Chance verstanden werden. Wie es zum Beispiel Radio Hamburg mit einer Spotify App gemacht habe. "Das ist genau der richtige Weg", sagt Bechler.

Dann geht es weiter mit "Use your Illusion" (Guns 'n' Roses). In der Vermarktung tun sich neue Möglichkeiten auf wie Messbarkeit, Targeting, neue Zielgruppen und der Rückkanal. Die Branche müsse umdenken.

Bernhard Bahner (radio.de) sieht sich als "Brückenbauer" zwischen klassischen Radios und neuen Angeboten wie dem Musik-Streaming-Service Spotify. Eine Paid App soll demnächst beim User reüssieren.

Den Weg von Gratis- und Premium-Angeboten hat Spotify eingeschlagen. "Das Free-Angebot ist unser Invest, um User vom Premiumangebot zu überzeugen", so DACH-Manager Stefan Zilch. Marken brauchen eine Musikstrategie, das werde künftig ein "elementarer Bestandteil der Markenkommunikation" sein.

Georg Hitzenberger von Play FM, auf diesem Portal promoten sich DJs selbst und laden Sendungen hoch, findet die derzeit praktizierte Form der Reichweitenmessung "absurd". Noch fehle in der Branche das Verständnis für die Verbindung von Online mit Radio.

Einig war man sich am Podium, dass man im mobilen Bereich eine "extrem gute Werbeform" anbieten könne. "Wir sind direkt am Ohr", sagt Bahner. Richtig durchstarten würden die Radio Stars mit dem internetfähigen Autoradio, prophezeit Bechler. (Sabine Bürger, derStandard.at, 12.7.2012)

Share if you care.