US-Arbeitsmarkt entwickelt sich prächtig

Zahl der Arbeitslosenanträge fällt auf Vier-Jahres-Tief. Zugleich geht die Teuerung dank günstigen Rohöls auch in den USA zurück

Washington - Am US-Arbeitsmarkt zeichnet sich ein Lichtblick ab. In der vergangenen Woche stellten so wenig Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit März 2008 nicht mehr. Die Zahl ging um 26.000 auf 350.000 zurück, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem leichten Rückgang auf 372.000 gerechnet. "Das sind ziemlich erstaunlich Daten", sagte Chefmarktstratege Joseph Trevisani von Worldwide Markets. Es müsse sich aber noch zeigen, ob der Trend anhalte.

Die Besserung am US-Arbeitsmarkt war zuletzt ins Stocken geraten und hatte US-Präsident Barack Obama unter Druck gesetzt. Im November muss er sich bei der Wahl gegen Herausforderer Mitt Romney behaupten. Die schwache Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit sind eines der wichtigsten Wahlkampfthemen.

US-Importpreise sinken stark

Und auch der Inflationsdruck lässt - wie in vielen Regionen der Welt auch - in den USA nach. Wegen sinkender Preise für Öl und Lebensmittel verbilligten sich die Einfuhren in die USA im Juni so stark wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Insgesamt fielen die Importpreise um 2,7 Prozent zum Vormonat und somit stärker als von Analysten mit 1,7 Prozent erwartet. Rohöl verbilligte sich um 10,5 Prozent, Nahrungsmittel und Getränke um 1,0 Prozent. "Von den Ölpreisen geht damit inzwischen ein deutlicher Abwärtsdruck auf das US-Preisniveau aus", sagte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. Im Zuge der globalen Konjunkturabkühlung ebbte zuletzt auch der Preisdruck in China und der Euro-Zone ab.

Dass die gesunkenen Importpreise die Teuerung insgesamt bremsen - trotz guter Beschäftigung - zeigt wie rohölbasiert die US-Wirtschaft ist. (APA/Reuters/red, 12.7.2012)

Share if you care