Money Service Group erwarten dutzende Zivilklagen

12. Juli 2012, 15:13
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Die Anklageschrift ist rechtskräftig. Der Hauptverdächtige sitzt in Liechtenstein in U-Haft, er soll unter anderem Niki Lauda geschädigt haben

Wien/Vaduz - Im Fall Money Service Group (MSG) - geschädigt fühlen sich u.a. der Unternehmer Niki Lauda und der Ex-Skisportler Harti Weirather - eröffnet die Vorarlberger Kanzlei Clemens Pichler nun mit zahlreichen Zivilklagen eine zweite Front gegen den Unternehmensgründer Michael Seidl. Die ersten zwei Klagen seien bereits am Landgericht in Vaduz eingebracht worden, berichtet das "WirtschaftsBlatt", "30 bis 40" weitere Zivilklagen sollen "in Kürze" folgen.

Der Hauptverdächtige, der 40-jährige Gründer des aus mehreren Unternehmen zusammengesetzten Finanzvehikels MSG, sitzt in Liechtenstein in U-Haft. Laut Staatsanwaltschaft ist die Anklageschrift mittlerweile rechtskräftig. Der nächste Schritt ist die Ausschreibung eines Prozesstermins.

50 bis 70 Millionen Euro Schaden

Dem Strafverfahren haben sich Lauda und Weirather als Privatbeteiligte angeschlossen. In Österreich rechnet man mit hunderten Geschädigten in dem mutmaßlichen Betrugsfall - im deutschsprachigen Raum dürften es 2.000 sein. Die Anwälte der Kläger beziffern den Schaden mit 50 bis 70 Millionen Euro.

Die Angaben der Staatsanwaltschaft sind niedriger. Die Liechtensteiner Anklagebehörde wirft Seidl vor, 44 Anleger betrogen zu haben. Diesen wurde laut Anklagevorwurf eine Veranlagung in Fonds, 'Anlagen mit fester Laufzeit' und in Solarparks versprochen, obwohl Seidl gar nicht beabsichtigte, solche Veranlagungen durchzuführen. "Durch diese Täuschung wurden Anleger zur Überweisung von insgesamt 29,5 Millionen Euro und 1,2 Millionen Schweizer Franken (0,99 Millionen Euro) auf Konten der von Seidl beherrschten Gesellschaften oder auf dessen Privatkonto verleitet", so die Behörde. (APA, 12.7.2012)

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