Vorzugsaktiendeal macht Flick-Stiftung Probleme

12. Juli 2012, 14:52
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Schadenersatzklagen wegen Kulterers "Insiderwissen" scheinen durchaus möglich

Klagenfurt/Wien - Der Kauf von Vorzugsaktien der Leasingtochter der Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank im Jahr 2006 könnte der Flick-Stiftung noch juristische Probleme bereiten. Wie das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, überlege man bei der Bank und der Republik Österreich Schadenersatzklagen gegen die Stiftung der Milliardärin Ingrid Flick. Basis für diese Überlegungen ist ein Gutachten, das unter anderem die Doppelrolle von Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer in dieser Causa beleuchtet.

Die Flick-Stiftung kaufte Vorzugsaktien, in geheimen Nebenabreden wurde der Stiftung aber eine Put-Option eingeräumt, das Investitionsrisiko lag daher bei Null. Stiftungsvorstand war zu diesem Zeitpunkt Wolfgang Kulterer, auch der Rechtsanwalt Alexander Klaus war im Stiftungsvorstand und zugleich Rechtsberater der Hypo. Klaus soll, so zitiert "Format" aus dem Gutachten von Karl Hengstberger, auch die Put-Option für die Flick-Stiftung entworfen haben. Diese Nebenvereinbarungen führten ja nach Ansicht des Gutachters auch dazu, dass das lukrierte Kapital nicht auf die Eigenmittel der Bank anzurechnen gewesen sei.

Hohe Zinsen ohne Risiko

Dieses Geld sei zudem, so mutmaßt "Format", zur weiteren Vergabe von Krediten herangezogen worden, von denen viele notleidend geworden seien. Den mittelbaren Schaden daraus könnte die Republik daher nun einklagen. Zudem habe die Bank, so der Gutachter, den Investoren zu hohe Zinsen bezahlt, da deren Kauf ja mit keinem wirtschaftlichen Risiko verbunden gewesen sei.

Der Verkauf von Vorzugsaktien der Hypo-Leasing zwei Jahre davor, 2004, hatte Kulterer eine Anklage und eine erstinstanzliche Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft eingebracht. Der Vorwurf lautete auf Untreue, die Richterin sah Nebenabreden und Absprachen mit den Investoren zum Schaden der Bank. Die Urteile, neben Kulterer hatten auch sein damaliger Stellvertreter Günter Striedinger, Steuerberater Hermann Gabriel und Rechtsanwalt Gerhard Kucher mehrjährige Haftstrafen erhalten, sind nicht rechtskräftig, die Verteidiger bekämpfen den Richterspruch. Dass es auch zum Vorzugsaktiendeal aus 2006 eine Anklage geben wird, gilt als sehr wahrscheinlich, wann es soweit sein könnte, ist aber unklar. (APA, 12.7.2012)

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