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Zürich/Wien - Die Wahrscheinlichkeit, dass Joseph S. Blatter seine im Juni 2011 begonnene, vierte Amtszeit als Präsident des internationalen Fußballverbandes Fifa vor deren regulären Auslaufen im Juni 2015 unfreiwillig beendet, ist seit Mittwoch deutlich gestiegen. Da veröffentlichte die Staatsanwaltschaft Zug auf Weisung des Bundesgerichts in Lausanne eine sogenannte Einstellungsverfügung zu einem Teilaspekt der Ermittlungen rund um Korruptionsvorwürfe gegen die 2001 in Konkurs gegangene Fifa-Vermarktungsagentur International Sport and Leisure (ISL).
Aus den Akten geht hervor, dass Blatters Vorgänger als Präsident, der Brasilianer Joao Havelange sowie dessen Ex-Schwiegersohn Ricardo Teixeira Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen haben. Havelange (96), der von 1974 bis 1998 die Fifa geführt hatte, erhielt demnach 1997 umgerechnet 1,25 Millionen Euro von der ISL. Teixeira (65), der Anfang des Jahres nach 13 Jahren als Präsident des brasilianischen Verbandes zurückgetreten war, kassierte zwischen 1992 und 1997 sogar 10,5 Millionen. Die Schweizer Handelszeitung berichtet, dass die ISL zwischen 1989 und 1998 Provisionen in Höhe von umgerechnet 102 Millionen Euro bezahlt hat. Zwischen 1999 und 2001 sind nochmals 31 Millionen geflossen.
Für den 76-jährigen Walliser Blatter wird ein Satz in den Akten zum ernsten Problem. "Nicht in Frage gestellt werden kann die Feststellung, dass die Fifa Kenntnis von Schmiergeldern an Personen ihrer Organe hatte", steht in der Einstellungsverfügung. Chef der ISL war Jean-Marie Weber, ein langjähriger Freund und Geschäftspartner Blatters, der Havelange ab 1981 bis zu seiner erstmaligen Präsidenten-Wahl 1998 als Generalsekretär diente und also das Tagesgeschäft der Fifa von Zürich aus leitete.
Vier Schweizer Zeitungen und die britische BBC hatten die Herausgabe der Einstellungsverfügung verlangt. Dagegen wehrten sich Havelange und Teixeira sowie zunächst auch die Fifa. Ende Dezember 2010 hatte das Obergericht des Kantons Zug entschieden, die Einstellungsverfügung den Medien zugänglich zu machen. Erst danach stieg die Fifa aus dem Verfahren aus.
Der Weltverband reagierte geschmeidig auf das Urteil. Es liege schließlich ganz auf der Linie, die die Fifa und der Fifa-Präsident seit 2011 verfolge, hieß es in einer Aussendung. Schon damals habe der Weltverband seinen Willen zur Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung bekannt gegeben. Präsident Joseph S. Blatter sei nicht in den Fall verwickelt, das habe die Staatsanwaltschaft Zug festgehalten, derzufolge keine Schweizer beteiligt seien. Blatter selbst bestreitet gar nicht, von Provisionszahlungen gewusst zu haben: "Damals konnte man solche Zahlungen als Geschäftsaufwand sogar von den Steuern abziehen. Heute wäre dies strafbar. Man kann die Vergangenheit nicht mit den Maßstäben von heute messen. Sonst endet man bei der Moraljustiz. Ich kann also nicht von einem Delikt gewusst haben, welches keines war."
Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Zug schon im Mai 2010 ein Verfahren gegen den Weltverband, Havelange und Teixeira eingestellt. Dafür waren 4,58 Millionen Euro, davon 2,08 Millionen von der Fifa, als Entschädigung von den beschuldigten Parteien gezahlt worden. (sid/lü, DER STANDARD, 13.7.2012)
Wegen mehrerer Verstöße gegen das FIFA-Ethikreglement
Sechs Millionen-Dollar für Trainingszentrum als Gegenleistung für 30 CONCACAF-Stimmen
Kaum positive Signale bei Exekutivkomiteesitzung - Altersbegrenzung für FIFA-Funktionäre weiter ungewiss
Finanzielle Sanktionen und Stadionverbote wären unwirksam, Punkteabzüge und Zwangsabstiege könnten kommen
Najeeb Chirakal hatte sich geweigert, an der Aufklärung der Bestechungsaffäre mitzuwirken
Herr J. Blatter gehört zum Walliser Urgestein. Nicht zu Unrecht bezeichnen uns Schweizer die Walliser als "Aussen Schweizer"! Die Walliser haben als Bergler Prinzipien, die Stur eingehalten werden. Ausserdem sind sie katholisch erzogen worden.
Und im katholischen Glauben gibt es Todsünden und lässliche Sünden. Nein, wir Schweizer und Walliser haben die Korruption nicht erfunden, sind aber diskret in solchen Sachen.
Herr Blatter weiss was in seinem Laden läuft, er ist ein Patron der alten Schule (die Sünden deiner Mitarbeiter sollst du kennen (und Herr vergib Ihnen ihre Korruptionsschuld, so sollst DU auch Mir Meine Sünden vergeben)).
"Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein"; bis jetzt ist Herr Blatter so nicht aufgefallen!
und es wird immer so bleiben! Wo durch Fernsehen und Sportartikelfirmen mittlerweile soviel Geld im Spiel ist, ist der unkontrollierten Verteilung dieser Mittel Tür und Tor geöffnet! Samaranch, Bach, Havelange, und ganz bestimmt Blatter sind die perfekten Leute...dazu muss man einfach bestimmte Eigenschaften mitbringen, davon bin ich fest überzeugt! Blatter geht es noch nicht einmal mehr um Kohle, sondern um die Aufmerksamkeit und die Bedeutung, die ihm zugemessen wird!! Verdienstkreuz hier, Orden da...diese Machtfülle geilt ihn auf! Und wir alle gucken uns die internationalen Dopingfestspiele in London begeistert an!
ich glaube mittlerweile, daß die FIFA (oder UEFA) ein Pyramidenspiel ist.
jeder, der sich unten schmieren läßt, muß einen teil davon an die höheren etagen abliefern.
nur so läßt sich erklären, daß das, was für die breite öffentlichkeit so offensichtlich ist, dem vorstand nicht auffällt.
Bei all den Geschichten um die Fifa kann man sich schon gar nicht mehr vorstellen, dass es nur vereinzelnte Funktionäre gewesen sein sollen. Die sich am meisten aufdrängende Frage ist, ob auch Blatter "Provisionen" kassiert hatte. Wenn es so ist, wird dies sicherlich auch -wenn auch längerfristig- irgendwann einmal ans Tageslicht kommen. Meistens ist es ja so, wenn es nur vereinzelte Täter erwischt, diese die "Ungerechtigtkeit", dass nur sie bestraft und veröffentlicht wurden, über kurz oder lang nicht hinterm Berg halten können.
Der Blatter muß vielleicht wegen dem zurücktreten.
Und jetzt mal ganz ehrlich, als gelernte ÖsterreicherInnen ist das was da passierte ein Mailüfterl, "er habe gewusst von"... ja, mei, bei uns werden Politiker verurteilt weil sie die Taschen weit aufhalten und weigern sich zurück zu treten. Ein Korruptionsvorwurf nach dem anderen trifft ÖVP-PolitikerInnen, Rechtsextremismus- und Betrugsskandale die FPÖ, redet noch wer zwei Wochen nach diesen Affären vom Rücktritt? Und da gehts nicht um Mitwissen, sondern direkte Vorwürfe. Aber nein, wir haben uns eh schon an die Bagage gewöhnt.
Immer wieder erstaunlich wie schnell man in anderen Ländern für etwas vor dem Rücktritt steht.
Überregionale Sportverbände sind im Moment sicher die korruptesten Organisationen weltweit...noch vor der Mafia, den Lebensmittelkonzernen und dem Rüstungssektor. Wenn ich bei diversen Eröffnungszeremonien dann kleine Kinder mit Fackeln den Frieden und die Völkerverständigung herunterbeten höre und im Hintergrund die feisten Abgreifer auf der Ehrentribüne grinsen sehe, ist nur noch kotzen angesagt....
ALLE Sportverbände populärer Sportarten (inklusive dem IOC) sind eine einzige Korrumpistika. Das pfeifen die Spatzen schon seit Jahrzehnten von den Dächern.
NUR
Wir wollen betrogen werden.
Also was soll's?
Diese eitlen alten Herren werden sich auf
Banknoten ruhend bestatten lassen.
Das kann man aussitzen. Sie dürfen nur keine
Gelegenheit dazu bekommen Kronprinzen
"auszubilden". Dann brauchts noch brauchbare
Kammerjäger und der FIFA-NEU steht nix mehr
im Wege.
bzw. überhaupt beginnen, ein wenig transparenz in die FIFA zu bringen.
Wer mehr wissen will:
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