100 Tote bei Brand eines Tanklasters in Nigeria

12. Juli 2012, 13:35
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Menschen hatten Benzin aus umgekipptem Lkw abfüllen wollen

Lagos - Beim Brand eines Tanklastwagens im Süden Nigerias sind rund 100 Menschen ums Leben gekommen. In unterschiedlichen Agenturmeldungen war von mindestens 95 bzw. mehr als 100 Toten die Rede. Auch die Zahl der Verletzten wurde unterschiedlich angegeben, sie lag zwischen mindestens 18 und 50, die teilweise in Lebensgefahr im Krankenhaus lagen.

Der Tankwagen war nach Angaben des örtlichen Chefs der Verkehrsbehörde, Kayode Olagunju, am Morgen in der Gegend von Ahoada unweit des Ölhafens Port Harcourt verunglückt. Der Fahrer habe versucht, einen Zusammenstoß mit drei entgegenkommenden Fahrzeugen, darunter einem Bus, zu verhindern. Beim Ausweichmanöver habe er aber die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, dieses sei umgekippt.

Viele Fahrer von Motorrad-Taxis verbrannt

Hunderte von Menschen waren den Behörden zufolge zum Unfallort geeilt. In Windeseile hatte sich herumgesprochen, dass Treibstoff aus dem umgekippten Tanklaster fließen würde. Die Anrainer versuchten, den Treibstoff in Töpfe, Dosen und Kleinkanister zu füllen. "Das Benzin entzündete sich nicht sofort, deswegen strömten immer mehr Menschen herbei", berichtete Mark Mba, einer der Rettungskräfte, der dpa am Telefon. "Dann gab es einen großen Knall und alles verwandelte sich in ein Inferno." Die meisten Opfer verbrannten laut Olagunju sofort.

Viele von ihnen waren Fahrer von Motorrad-Taxis gewesen, die mit dem auslaufenden Benzin ihre Tanks füllen wollten. Mindestens 34 der Billigtaxis wurden nach Angaben der Behörden zerstört.

In der ölreichen Region Nigerias kommt es immer wieder zu verheerenden Brandkatastrophen, weil die meist bitterarmen Bewohner versuchen, kostenlos an Treibstoff zu kommen. Oft gibt es Unfälle, wenn die Öl-Leitungen illegal angezapft werden. Im November 2009 starben im Bundesstaat Anambra bei einem ähnlichen Unfall mehr als 70 Menschen. (APA, 12.7.2012)

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