Schwache Geschäfte setzen Neckermann.de zu

12. Juli 2012, 13:40
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Kriselnder Versandhändler kann Stellenabbau nicht wie geplant umsetzen

Neckermann.de gehört zu den größten Online-Versandhändlern in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1950 in Frankfurt am Main als Neckermann Versand KG gegründet. 1995 startete es mit einem eigenen Online-Shop. Inzwischen erwirtschaftet Neckermann.de nach eigenen Angaben fast 80 Prozent seines Umsatzes über das Internet. Im Jahr 2010 hatte das Unternehmen mit international 4.000 Mitarbeitern - davon 2.500 in Deutschland - einen Umsatz von 871 Mio. Euro.

Nähe zu NS-Regime

Der Kaufmann Josef Neckermann war in der Nazi-Zeit mit Hilfe des NS-Regimes in den Besitz mehrerer Textilgeschäfte jüdischer Kaufleute gelangt. Wegen seiner Regime-Nähe durfte er in der unmittelbaren Nachkriegszeit zunächst nicht wirtschaftlich aktiv sein. Die nach der Gründung 1950 immer dicker werdenden Kataloge mit preisgünstigen Textilien, Radios und großen Elektrogeräten waren bald wie die der Konkurrenten Otto oder Quelle in fast jedem Haushalt zu finden. Der 1961 eingeführte Werbeslogan "Neckermann macht's möglich" wurde zum geflügelten Wort.

Reisegeschäft

Neckermann stieg zudem ins Reisegeschäft ein, verkaufte Fertighäuser und Versicherungen und betrieb auch eine Kaufhauskette. In den 1970er Jahren geriet das Stammhaus in die Krise und wurde 1977 mehrheitlich von der Karstadt AG übernommen, die später mit dem Versandhändler Quelle fusionierte. Die Umbenennung in neckermann.de 2006 stand für den neuen Fokus auf Online-Versandhandel.

Radikaler Personalabbau

Das Unternehmen wurde dann 2007 mehrheitlich an den US-Investor Sun Capital verkauft, ein Stellenabbau folgte. Nach der Pleite des KarstadtQuelle-Nachfolgers Arcandor übernahm Sun 2010 auch die übrigen Anteile. Wegen schwacher Geschäfte ist nun ein radikaler Personalabbau vorgesehen, der aber wegen eines Streits mit den Arbeitnehmervertretern auf Eis liegt. Neckermann-Reisen hat mit dem Versandhandel nichts mehr zu tun und gehört zum Tourismuskonzern Thomas Cook. (APA, 12.7.2012)

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