Seit 2000: Fünfmal mehr Hochschul-Absolventen in China

Innerhalb von zehn Jahren ist der Anteil der jungen Akademiker in China und Indien stark gestiegen

Wien/Paris - China und Indien mischen derzeit den internationalen Markt für Jung-Akademiker auf. Wenn die derzeitige Entwicklung anhält, werden 2020 40 Prozent aller Akademiker zwischen 25 und 34 Jahren in den OECD- bzw. G20-Staaten aus diesen beiden Ländern stammen - 2010 waren es erst 29 Prozent, wie eine neue Studie der OECD zeigt. Verlierer dieser Entwicklung sind die USA, Japan und Europa. Auch Österreich büßt "Marktanteile" ein.

Explosion bei Hochschulabschlüssen

Gleichzeitig prognostiziert die Studie eine wahre Explosion von Hochschulabschlüssen: 2000 gab es in den OECD- und G20-Staaten erst 91 Millionen 25- bis 34-jährige Hochschulabsolventen, 2020 sollen es bereits 204 Millionen sein.

Weniger Jung-Akademiker in Russland

2000 lagen die USA mit einem Anteil von 17 Prozent aller Jung-Akademiker noch gleichauf mit China und klar vor Indien (zehn Prozent). 2010 waren die Chinesen (18 Prozent) bereits an den USA (14 Prozent) vorbeigezogen. 2020 sollen laut der Prognose bereits 29 Prozent der jungen Absolventen aus China stammen, auch Indien (zwölf Prozent) sollte dann bereits die USA (elf Prozent) überholt haben. Zu den Verlieren zählt auch Russland, dessen Anteil an Jung-Akademikern von zwölf (2000) auf sieben Prozent (2020) sinken wird.

Hochschulen in China verdoppelt

Insgesamt hat China in den vergangenen zehn Jahren die Zahl seiner Hochschulabsolventen verfünffacht und die Zahl seiner Hochschulen verdoppelt. 2020 sollen bereits 20 Prozent aller Chinesen - und damit rund 200 Millionen Personen - über einen Hochschulabschluss verfügen. Zum Vergleich: Damit wäre die Zahl der Akademiker aller Altersgruppen in China dann genauso groß wie die Gesamtwohnbevölkerung der USA im erwerbsfähigen Alter.

Gute Arbeitsmarktchancen

Auch Österreich verliert im kleinen Rahmen laut der Prognose Jungakademiker-Marktanteile: 2000 und 2010 kamen noch jeweils 0,2 Prozent der Hochschulabsolventen zwischen 25 und 34 Jahren aus Österreich, 2020 werden es nur mehr 0,1 Prozent sein.

Gute Nachricht: Die Absolventen dürften auch weiterhin einen Job finden. Die starke Nachfrage nach Arbeitskräften in den Bereichen der "Wissens-Ökonomie" lege die Vermutung nahe, dass der globale Arbeitsmarkt die steigende Anzahl an gut ausgebildeten Personen weiter aufnehmen kann. (APA, 12.7.2012)

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