KTM und Pankl geben keine Empfehlung zu Cross-Übernahmeangebot

12. Juli 2012, 13:02
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Wirtschaftsprüfer: KTM-Angebotspreis 6,3 Prozent über Mindestpreis

Wien - Vorstand und Aufsichtsrat der von einem Übernahmeangebot der Cross Industries-Gruppe von Stefan Pierer und Rudolf Knünz betroffenen Unternehmen KTM und Pankl Racing Systems empfehlen ihren Aktionären weder die Annahme noch die Ablehnung das Angebots. "Im Hinblick auf das vom Vorstand zu beachtende Objektivitätsgebots" sehen die Vorstände der beiden Unternehmen es "nicht für zweckmäßig, eine Empfehlung abzugeben", heißt es in den heute, Donnerstag, veröffentlichten Stellungnahmen, denen sich die Aufsichtsräte anschlossen.

Konkret werden für KTM-Aktien 44 Euro und für Pankl Racing Systems-Aktien 18,03 Euro pro Stück geboten. Die Annahmefrist für beide Pflichtangebote läuft vom 4. Juli bis 18. Juli 2012. 

Die Vorstände halten in ihren Stellungnahmen die angebotenen Kaufpreise für wirtschaftlich nachvollziehbar. Die Angebotspreise lägen über den gewichteten Durchschnittskursen der letzten bis zu 24 Monate vor Angebotslegung, heißt es. Laut der zusammenfassenden Beurteilung des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young liegt der Kaufpreis von 44 Euro für die KTM-Aktie um 6,28 Prozent über dem gesetzlichen Mindestpreis von 41,40 Euro. Bei Pankl liege der Angebotspreis dagegen genau in Höhe des Mindestpreises.

Starke personelle Verflechtungen

Zwischen den Firmen gibt es starke personelle Verflechtungen: Unterzeichnet sind die Stellungnahmen von den KTM-Vorständen Stefan Pierer und Friedrich Roithner, sowie dem KTM-Aufsichtsratschef Rudolf Knünz bzw. den Pankl-Vorständen Wolfgang Plasser und Josef Faigle sowie Pankl-Aufsichtsratschef Stefan Pierer. Plasser und Roithner sind auch Vorstände des zur Cross Industries AG zählenden Pankl-Bieters Cross Motorsport Systems AG, Pierer und Knünz sitzen dort im Aufsichtsrat. Für die KTM bietet die Cross KraftFahrZeug Holding Gmbh, mit den Geschäftsführern Pierer und Roithner.

Die Cross Industries-Gruppe von Pierer und Knünz ist laut Firmenbuch schon jetzt direkt mit 50,1 an der KTM AG beteiligt, die restlichen über 47 Prozent hält die Bajaj Auto-Gruppe, weniger als 2,9 Prozent sind im Streubesitz. An der Pankl Racing Systems ist die Gruppe bereits indirekt mit über 55 Prozent beteiligt, unter 25 Prozent hält der Schweizer Finanzinvestor Qino, der Streubesitz liegt unter 20 Prozent. (APA, 12.7.2012)

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