New Orleans - Home of the Mississippi Queen

Erich E, 17. Juli 2012, 11:06

Straßenbahnen, Schaufelraddampfer, die Suche nach dem Jazz und obskure Geschenke für eine Voodookönigin in New Orleans

Vorab etwas Geschichte. New Orleans wurde von den Franzosen gegründet und etwas später den Spaniern übergeben. Großen Einfluss aus der Karibik gab es durch französische Zuwanderer, die von den Engländern vertrieben worden waren und aufgrund der Französischen Revolution nicht in ihre Heimat zurück konnten. Aber es gab im 18. Jahrhundert auch große Einwanderungsströme aus Deutschland, mit den Sklaven kamen zusätzlich verschiedene afrikanischen Traditionen. All diese Einflüsse machten New Orleans zur Weltmetropole des Jazz, der Geister und des Voodoo-Kultes.

Die Wirklichkeit im French Quarter

Den Jazz muß man mittlerweile suchen, in der Hauptstraße der Abendaktivitäten, der Bourbon Street im French Quarter, regiert der Rock 'n' Roll. Zugegebenermaßen bin ich kein Jazzfan und daher vielleicht nicht ganz objektiv. Der Voodoo-Kult manifestiert sich in vielen Geschäften mit diversem "Zubehör" Made in China. Die Geister sind anscheinend auf vielen opulenten Friedhöfen beheimatet.


Die Skyline von New Orleans vom Mississippi aus gesehen.

Es gab aber trotzdem viel zu sehen. Den Ankunftsabend verbrachten wir im French Quarter, wobei die Bourbon Street das Zentrum des Treibens ist. Es gibt jede Menge Lokale, die Bars, Restaurants und Livebühne in einem sind. Auch die Balkone im ersten Stock, von denen aus man die Straßenaktivitäten beobachten kann, sind eine Attraktion. Von hier werden bunte Halsketten in die Menge geworfen, welche für New Orleans typisch sind. Die Ketten sind in grellen Farben gehalten und glitzern..

Tagsüber ist das French Quarter eine bunte Mischung aus Kunst und Antiquitäten, flippiger Kleidung und vielen Voodoo-Shops. Empfehlenswert ist auch ein Besuch des French Market an der Waterfront: ein überdachter Flohmarkt mit vielen Ständen und Shops.

Schienen, Dampf und "Fackeln im Sturm"

Der 4. Juli, der amerikanische Unabhängigkeitstag, war für eine ausgiebige Stadtbesichtigung reserviert, mit Canal Street, Waterfront und dem French Quarter. Geheimtipp ist eine Fahrt mit der antiken Straßenbahn "grüne Linie" St. Charles Avenue, die in den Garden District, das Villenviertel von New Orleans, führt. Dort sind sehr viele schöne Villen aus dem 19. Jahrhundert von der Straße aus zu besichtigen. Am Abend gab es ein tolles Feuerwerk am Mississippi-Ufer.

Am nächsten Tag fuhren wir mit der Natchez, einem der letzten mit Dampf betriebenen Schaufelraddampfer, den Fluss entlang. Diese Tour ist etwas langweilig, da das Mississippi-Ufer außer Industrie nicht viel zu bieten hat.


Dies ist kein nostalgisches Streetcar auf der Canal Street. In der ganzen Stadt fahren keine anderen Straßenbahnen!

Der nächste Tag war für eine Landpartie zu zwei Plantagen reserviert. New Orleans ist von Wasser und Sümpfen umgeben, und wir bekamen auf der gut zweistündigen Anfahrt einen schönen Eindruck vom Umland. Die Sümpfe sind von der Fahrbahn oft nur einen bis zwei Meter entfernt und das Straßenniveau liegt nur einen halben Meter über dem Wasser. Bei heftigem Regen sind Überschwemmungen vorprogrammiert.

Die erste Plantage war "Oak Alley", bekannt auch aus dem Fernsehfilm "Fackeln im Sturm". Die Eichen sind majestätisch und fast 300 Jahre alt. Sie wurden gepflanzt, noch bevor das Haus gebaut wurde. Das Areal ist im Besitz einer Foundation und wir wurden von Damen in stilechter Kleidung, weiten Reifröcken, empfangen.


"Oak Alley" Plantation, die Zufahrt durch die 28 majestätischen Eichen zum Haupthaus.

Die zweite Plantage, "Laura", war von der historischen Bedeutung äußerst interessant. Die Plantage wurde fast ausschließlich von Frauen geleitet, und Laura Gore, eine der Besitzerinnen, schrieb ein Tagebuch über das Leben auf einer Plantage, "Memories of the old Plantation Home".

Obskure Grabgeschenke

Zum Schluss noch ein Geständnis: Ich besuchte das Grab von Marie Laveau am Friedhof von St. Louis, die als eine der Voodoo-Königinnen ihrer Zeit (1794-1881) galt. Ich malte meine drei Kreuze an das Grab, machte ihr ein obskures Geschenk und äußerte meinen Wunsch. Mal sehen, wie der Zauber wirkt.

New Orleans ist eine Stadt, die ihren Charme aus dem 18. und 19. Jahrhundert bezieht, den der Besucher allerdings gezielt suchen muss. Ansonsten befriedigt sie nur die Erfordernisse des Massentourismus, wie es aber viele Städte mit historischem Hintergrund ebenfalls tun. (Erich, derStandard.at, 13.7.2012)

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"Das Gold der Sierra Nevada", Abenteuer, AAVAA-Verlag

1850: Die Protagonisten planen ihre Ausreise trotz Widerstände in den Elternhäusern. Günstig ist die Verbindung über die Elbe nach Hamburg. Ein Frachter der Route New Orleans nimmt die jungen Männer an Bord ...
Man erlebt die Handlung sehr bildhaft. Sie ist offenbar mit verlässlichen Fakten durch gute Recherchen untermauert. Dies zeigt sich z. B. bei Szenen, in denen auch die Ureinwohner eine Rolle spielen. Auch die Beobachtungsgabe ist nicht zu überlesen, mit der der Autor die Personen beschreibt. Sie alle sind psychologisch überzeugend. Gut gestaltete Spannungsbögen - nichts läuft ohne Konflikte ab. Dialoge gestalten das Buch von Anfang an mitreißend und Lebendig. Naturbeschreibungen kommen nicht zu kurz. Browsing eBooks Store / Best Sell

Diese Stadt hat viele schöne Gesichter

Diese Stadt hat viele schöne Gesichter.
Beispiele: St. Louis Cathedral, Hermann-Grima House, Madame John´s Legacy im `Lousiana Colonial Style` - und die Architektur am Hafen. Ich hoffe, man investiert in die Werterhaltung.
Beliebtheit der Küche: Z. B. die Französische in alter Tradition.
Die Geschichte der Stadt ist faszinierend. 19. Jh.:
Unter den Einwanderern waren viele Gewerbetreibende - die Einwohnerzahl wuchs sprunghaft. Dies war auch mit dem kalifornischen Goldrausch begründet. New Orleans - einst Zwischenstation, um später in die Sierra zu starten. Viele Auswanderer, die sich anfangs für das unbequeme Leben in den kalifornischen Goldfeldern entschieden hatten, blieben vor Ort. Literatur: „Das Gold der Sierra Nevada“, AAVAA Berli

7 Millionen Zuwanderer in die Staaten von 1830 bis 1974

Vor allem während des kalifornischen Goldrausches war der Hafen in New Orlens erstes Ziel und durch die europäische Presse publik gemacht. Wer nach Kalifornien wollte, versuchte dort erst einmal einen Job als Tagelöhner zu finden, um seine Kasse aufzubessern. Dies gelang mitunter schon in Reedereien oder Gasthöfen. Die Zweitausendmeilenreise in Richtung San Francisco, in der Regel per Treck, war kostspielig. Literatur "Das Gold der Sierra Nevada", AAVAA-Verlag Berlin.
Allerdings waren viele Auswanderer, die anfangs dem „Lockruf des Goldes“ folgten "Pflastermüde". Auch die Reise über den Atlantik hatte es damals insich. Zuwanderer mit handwerklichen Berufen und Englischkenntnissen fanden in New Orleans schnell eine neue Heimat.

wenn man jazz hören will geht man auch nicht in die bourbon street aber egal ...

da muss sich ja wer ganz gut auskennen ... wohl im swamp gewohnt ;)

ja so ist das eben ...

wenn man als massentourist hinfährt sieht man eben nichts anderes ...

jazzlokale gibts in new orleans genug ... aber eben nicht auf der touristenmeile ...

avery island, wichtig, wenn man tabasco fan ist. gibts dann im shop in allen varianten. vor allem das eis!

seit katrina ihren charme dort versprüht hat, ist doch alles im arsch.

die beste zeit für einen besuch

ist während mardi gras

sollte man einmal erlebt haben

Diese Straßenbahnen .....

..... finde ich echt super. Schön für's Auge, schön robust, bunt, wahrscheinlich klimatisiert und sicherlich auch nicht so unbequem wie unser SPÖ Lieblingsprojekt ULF.

Diese ULF's sind echt soetwas von jenseitig und jeder Fachmann, welches etwas von Straßenbahnen versteht sagt ....... na ja, kurz gesagt: ULF ist Shit

Wenn man fast täglich in so einem Ding herumgeführt wird, weiß man, insbesondere wenn's draußen heiß ist oder schneit, dass SHIT echt die passende Bezeichnung ist.

Ha, da muss ich lachen

New Orleans ist das Plumpsklo der USA. Ja, es hat reizvolle Seiten, aber die entdeckt man sicher nicht auf einem kurzen Stoppover...
Wer nicht schon zumindest ein halbes Jahr dort gelebt hat, möge sich bei "Insider-Urteilen" zurückhalten.
Und, welcher Dillo fährt im Juli nach NOLA???

Ei wei, das tut schon fast weh, was da geschrieben wird... so viele Touri-Klischees auf einmal! NOLA ist wahrscheinlich eine der beeindruckendsten Städte der Welt, die sich trotz der vielen herben Rückschläge immer wieder aufrappelt. Jazz suchen Sie in der Bourbon Street natürlich vergeblich, der ist längst nach Faubourg Marigny abgezogen, wo er gerade wieder aufblüht. Oak Alley, sicher, aber wenn schon Louisiana, dann auf jeden Fall eine Tour durch die Swamps. So eine beeindruckende Landschaft muss man lange suchen. Und das Essen! Wie kann man bloß diese wunderbare Küche vergessen! Ich geh' gleich eine Runde weinen.

Eine schmutzige und uebl riechende Stadt. Die hohe Luftfeuchtigkeit obendrein und dann diese Hitze das ganze Jahr machen einen Aufenthalt undenkbar. Enttaeuschend die Architektur. Vielleicht im Garden District. Sonst gibt's Unmengen an Holzhaeusern zu sehen, von denen keines die Qualitaet meiner Gartenhuette hat. Enttaeuschend das Essen. Alles ist tief paniert und trotzdem und mit Namen wie creole, cajun etc. versehen. Enttaeuschend das Trinken. Das aufbereitete Mississippiwasser aus dem Hahn verursacht Ausschlaege. Landschaft? Ausser flache Ebenen wie die rund um den Neusiedlersee gibt es nichts zu sehen. Oak Alley? Die Fahrt nicht wert. Musik? Wo? Jazz ist in NYC zu Hause. Oft jedoch sehr gut auf der Bourbon Street im Mayfield's Playhouse

naja.

Auf der einen seite gibt es den massentourismus (siehe obiger bericht), aber auf der anderen Seite ist NOLA jenseits von bourbon street und 'beads' (im Juli!?!) eine tolle stadt. Ist zwar auch klischee, aber das erfasst die seele von NOLA etwas besser: http://www.nytimes.com/2012/07/1... te.html?hp

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