Stichwort - Mont Maudit, der "verfluchte Berg" im Mont-Blanc-Massiv

12. Juli 2012, 11:22
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Immer wieder Unfälle in französisch-italienisch-Schweizerischem Gebirgsmassiv - Bei Lawinenabgang 2008 starben acht Alpinisten, darunter ein Tiroler Bergführer

Wien - Die Mont-Blanc-Gruppe ist ein Gebirgsmassiv in den Westalpen, das sich beiderseits der französisch-italienischen Grenze bis in die Schweiz erstreckt. Der Mont Blanc selbst ist laut Brockhaus der höchste schnee- und eisbedeckte Gipfel der Alpen und Europas. Beim Mont Maudit (zu Deutsch: "Verfluchter Berg") handelt es sich nach Angaben verschiedener Alpinismusseiten im Internet um einen 4.465 Meter hohen Gipfel, der sich in den französischen Alpen befindet.

Erstmals 1978 bezwungen

Er liegt am Mont-Blanc-Nordostgrat, der von der Aiguille du Midi auf den 4.810 Meter hohen Hauptgipfel der Gruppe führt. Ausgangspunkte für Besteigungen sind das französische Chamonix und Courmayeur in Italien, berichtet "Wikipedia". Erstmals bezwungen wurde der Mont Maudit durch die Engländer Henry Seymour King und William Edward Davidson am 12. September 1878.

Meist wird der "Verfluchte Berg" nicht eigenständig erklommen, sondern bei der Besteigung des Mont Blanc von der Aiguille du Midi bzw. der Cosmiques-Hütte aus besucht. Von beiden Stützpunkten aus führt der Aufstieg zunächst zum Col du Midi und von dort über die Nordwestflanke zum Col du Mont Maudit (4.354 m). Von dort gelangt man in 40 Minuten über den Nordwestgrat (I. Schwierigkeitsgrad) auf den Gipfel.

Immer wieder Tödliche Bergdramen

Tödliche Bergdramen spielen sich im für Alpinisten faszinierenden Mont-Blanc-Massiv immer wieder ab. Ein ähnlich folgenschweres Unglück wie das jüngste hatte sich zuletzt am 24. August 2008 ereignet: Acht Bergsteiger kamen beim Aufstieg über den Mont Blanc du Tacul bei einem Eissturz ums Leben, darunter ein Tiroler Bergführer.

Am "Verfluchten Berg" selbst erfasste am 20. Mai 2000 eine Lawine vier Ski-Wanderer aus Deutschland und Frankreich. Die beiden Franzosen kamen ums Leben, die Deutschen wurden verletzt. Der Unfall ereignete sich in 4.200 Metern Höhe, als sich unterhalb des Gipfels des Mont Maudit ein Schneebrett löste.

Am 30. August 1998 verunglückte am Mont Maudit eine Bergsteigerin aus Polen tödlich. Sie war auf vereistem Schnee ausgerutscht und in eine Gletscherspalte gestürzt. Ein Jahr zuvor, am 4. August 1997, war ein Ire beim Abstieg vom Mont Maudit tödlich abgestürzt. Im April 1995 hatten zwei Bergunglücke innerhalb von zwei Tagen drei tote Alpinisten gefordert. (APA, 12.7.2012)

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