Europas Börsen schließen mit Abschlägen

12. Juli 2012, 18:23
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Euro-Stoxx-50 verliert 0,8 Prozent

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag durchwegs Verluste verzeichnet. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich bis zur Schlussglocke um 18,22 Einheiten oder 0,81 Prozent auf 2.228,01 Zähler. Noch merklich kräftiger fielen die Abschläge bei den Leitindizes Spaniens und Italiens aus.

Das am Vorabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed hatte keine konkreten Hinweise auf eine Lockerung der US-Geldpolitik geliefert. Das habe auch die Stimmung diesseits des Atlantiks belastet, sagten Marktteilnehmer. Aus Asien kam zudem die Nachricht einer überraschenden Leitzinssenkung in Südkorea, was die Sorge vor einem Konjunkturabschwung verfestigte. Manche Marktbeobachter orteten auch eine gewisse Zurückhaltung vor der Veröffentlichung chinesischer Wachstumsdaten am morgigen Freitag.

Carrefour und SAP nach Zahlen gefragt

Unter den im Euro-Stoxx-50 gelisteten Einzelwerten gingen Carrefour mit einem Plus von 6,97 Prozent auf 14,12 Euro als Tagessieger aus der Sitzung am Donnerstag hervor. Zwar vermeldete der französische Einzelhandelsriese für das zweite Quartal einen Umsatzrückgang auf vergleichbarer Basis um 1,3 Prozent auf 21,72 Mrd. Euro. Experten hatten aber ein noch größeres Minus vorher gesagt.

Gefragt waren auch SAP mit plus 2,66 Prozent auf 47,50 Euro. Belastet von der Umsatzwarnung eines indischen Branchenkollegen war die Aktie des deutschen Softwareherstellers mit merklichen Verlusten in den Handel gestartet, drehte infolge überraschend vorgelegter Eckdaten zum zweiten Quartal am frühen Nachmittag aber in die Gewinnzone. Sowohl beim Umsatz als auch beim wechselkursbereinigten Betriebsergebnis konnten die Analystenerwartungen übertroffen werden.

Mit Unterstützung der SAP- wie auch der Nokia-Aktie (plus 3,20 Prozent auf 1,548 Euro) konnte der europäische Tech-Sektor in Summe einen Aufschlag in Höhe von 0,8 Prozent verbuchen. Ansonsten schloss noch der Medienbereich im Plus, er wurde von einem sensationellen Kursplus bei der Aegis-Aktie (plus 45,07 Prozent auf 235,30 Pence) gestützt. Beflügelt wurde das Papier der britischen Mediengruppe von der bevorstehenden Übernahme durch den japanischen Werbekonzern Dentsu. Nach Eigenangabe bietet Dentsu 240 Pence je Aktie, das entspricht einem Aufschlag von 48 Prozent auf den Schlusskurs vom Vortag.

Abseits der Tech- und Medienbrachen gab es in der europäischen Bereichsübersicht durchwegs Abschläge zu beobachten. Sehr deutlich ging es für die konjunktursensiblen Bankwerte nach unten. Unter den entsprechenden Branchenvertretern im Euro-Stoxx-50 verringerten sich UniCredit um 2,44 Prozent auf 2,72 Euro, BBVA fielen um 2,53 Prozent auf 5,037 Euro, Deutsche Bank knickten um 2,01 Prozent auf 26,085 Euro ein und Societe Generale verzeichneten Einbußen im Umfang von 2,19 Prozent auf 17,205 Euro. (APA, 12.7.2012)

Börse Index Schluss Diff (P) Diff (%)

Wien ATX 1.934,36 - 25,98 -1,33

Frankfurt DAX 6.419,35 - 34,50 -0,53

London FT-SE-100 5.608,25 - 56,20 -0,99

Paris CAC-40 3.135,18 - 22,07 -0,70

Zürich SPI 5.693,22 - 33,13 -0,58

Mailand FTSE MIB 13.583,82 -277,60 -2,00

Madrid IBEX-35 6.630,10 -175,80 -2,58

Amsterdam AEX 311,42 - 1,13 -0,36

Brüssel BEL-20 2.197,90 - 18,42 -0,83

Stockholm SX Gesamt 1.013,72 - 12,40 -1,21

Europa Euro-Stoxx-50 2.228,01 - 18,22 -0,81

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