Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Milizionäre der Ansar Dine-Islamisten.
vergrößern 442x500Bamako/Nouakchott - Islamistische Kämpfer haben die Tuareg-Rebellen im Norden Malis aus ihrem letzten Rückzugsort vertrieben. Die Rebellen der "Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad" (MNLA) seien am Mittwoch aus ihrer letzten Bastion in Ansongo nördlich von Gao verjagt worden, sagte ein örtlicher Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur AFP. Damit halten die Islamisten nun den gesamten Norden des westafrikanischen Landes unter ihrer Kontrolle.
Unterstützt von schwer bewaffneten heimkehrenden Tuareg-Söldnern, die zuvor für den langjährigen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten, hatten die Tuareg im Jänner in Nordmali einen Aufstand gestartet. Dabei hatten sie rasch die schlecht organisierte und demotivierte malische Regierungsarmee überrannt. Unzufriedene Soldaten hatten daraufhin im März gegen die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré geputscht. Die rebellierenden Tuareg und Islamisten nutzten das Machtvakuum nach dem Sturz des Präsidenten aus und eroberten binnen kurzer Zeit mehr als die Hälfte des Landes.
Tuareg vertrieben
Die islamistische Organisation Ansar Dine ("Verteidiger des Glaubens") und die "Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika" (MUJAO) kämpften offenbar zunächst an der Seite der Tuareg. Die Islamisten drängten die Tuareg jedoch in den vergangenen Wochen immer weiter zurück. Die Ideologien und Ziele beider Seiten sind unvereinbar: Während die Tuareg für einen eigenen Staat Azawad in ihrem angestammten Gebiet kämpfen, wollen die Islamisten in ganz Mali das islamische Recht, die Scharia, einführen.
Algerische Diplomaten freigelassen
Unterdessen ließen die Islamisten nach eigenen Angaben vom Donnerstag drei algerische Diplomaten frei, die sie im April bei der Eroberung der Stadt Gao als Geiseln genommen hatten. Zu möglichen Lösegeldzahlungen wollte sich ein Sprecher der MUJAO nicht äußern.
Die Islamisten zerstörten in den vergangenen Wochen mehrere zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende muslimische Heiligtümer in Timbuktu. Nach Ansicht der Islamisten verstößt die Verehrung der Heiligen gegen den Islam, der den Gläubigen gebietet, allein Allah zu verehren. Im Volksglauben der Region spielen die Heiligen aber eine wichtige Rolle als Beschützer der Stadt. Das US-Außenministerium verurteilte die Zerstörungen am Mittwoch und forderte ein "sofortiges Ende dieser zerstörerischen und unumkehrbaren Taten".
Kein Geld für Rückeroberung
Der schwachen Übergangsregierung in Bamako fehlen die Mittel, um den Norden zurückzuerobern. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) berät seit Wochen über die Entsendung von Truppen, doch stößt sie damit sowohl in Bamako als auch beim UNO-Sicherheitsrat auf Skepsis oder Ablehnung.
Die Armeechefs von Mauretanien, Algerien, Niger und Mali sind am Mittwoch zu einem Krisentreffen in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott zusammengekommen, um über Maßnahmen zur "Wiederherstellung der Souveränität Malis auf seinem gesamten Territorium" zu beraten. Algerien, Mauretanien, Mali und Niger hatten 2010 die Aufstellung einer gemeinsamen Truppe mit 75.000 Mann vereinbart, deren Kommando (CEMOC) seine Zentrale in Tamanrasset im Süden Algeriens hat.
Der gegenwärtige Konflikt in Mali wird nach Einschätzung von Jacques Attali, dem langjährigen Berater und Vertrauten des verstorbenen französischen Präsidenten Francois Mitterrand, für Frankreichs Sicherheit zu einem noch viel gefährlicheren Problem werden als Afghanistan. Die Sezession des Nordens mit der Bezeichnung "Azawad" könne die ganze Sahara- und Sahel-Region von Senegal und Mauretanien bis zum Tschad destabilisieren, schrieb der ehemalige Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) im Juni im Nachrichtenmagazin "L'Express".
Der kollabierte westafrikanische Staat sei im Begriff, zum Begegnungspunkt unheilbringender Kräfte aus allen Teilen der Welt zu werden: Unkontrollierte Waffen aus Libyen, darunter zehntausend verschwundene Boden-Luft-Raketen, religiöse Extremisten, lateinamerikanische Drogendealer, die von Guinea-Bissau operierten, um nach Europa zu gelangen. Man müsse jetzt sehr schnell handeln, denn Mali könne sonst zu einer "Bastion des internationalen Terrorismus" werden, warnte Attali. (APA, 12.7.2012)
Mit Milliardenhilfe und UN-Truppen will die internationale Gemeinschaft in Mali für Stabilität und Frieden sorgen
Angebot wäre die bisher größte Beteiligung Chinas an einer internationalen Friedensmission
Der Maghreb-Experte Yahia Zoubir fordert einen nationalen Dialog der Versöhnung für Mali. Wahlen ohne die Zustimmung aller ethnischen Gruppen wären kontraproduktiv
Truppenkontingent soll bis Jahresende schrittweise von 3.850 auf 1.000 Soldaten reduziert werden
Bis Juli soll das Kontingent von 4.000 auf 2.000 Mann reduziert werden
Islamisten sprengen sich nahe Gao in die Luft
Französische Armee durchkämmt Tal bei Gao im Norden
Präsident Deby: Sind nicht ausgebildet, um gegen Guerilla-Truppen zu kämpfen
Trainiert werden vier Bataillone mit insgesamt 2.600 Mann
Islamistenführer Mokhtar Belmokhtar soll jedoch am Leben sein und sich in Gao aufhalten
Drei Soldaten verletzt
Bei Angriff auf Camp in Mali - Islamist gilt als Drahtzieher von Geiselnahme in Algerien - Vorerst keine Bestätigung aus Frankreich und Algerien
63 malische Soldaten ums Leben gekommen
Zum Teil über 800 Jahre alte afrikanische und arabische Manuskripte
Sieben Menschen bei Gefechten getötet
Frankreich will wie geplant im März mit dem Abzug seiner Truppen beginnen
UN-Generalsekretär fordert auch Kräfte zur Terrorbekämpfung
Soldaten aus dem Tschad unter den Toten - Angeblich 65 Opfer aufseiten der Rebellen - USA schicken Drohnen und Soldaten in Nachbarland Niger
Nun offenbar wieder Ruhe eingekehrt
Heftige Kämpfe in Gao - Autobomben nahe Tessalit
Bei Kämpfen Ende Februar getötet
Präsident Hollande meldet Tod eines Fremdenlegionärs
Übergriffe und Massaker laut MNLA-Vertreter in Nordmali an der Tagesordnung - Verantwortlich seien malische Soldaten und in die Armee integrierte Milizen
"Now that Azawad has become a reality, it is clear that North Africa can no longer be "Al-Arabi," as it now includes a state that is geographically and culturally part of the Maghreb but declares itself Berber. That is a situation that is unacceptable to Arab countries."
http://www.haaretz.com/opinion/m... t-1.426801
da werden AQIM und Islamisten in einen Topf geschmissen und seit Jahrzehnten existierende Transsahara-Routen zum Schreckengespenst stilisiert.
Die Kriegshetze läuft bei uns genauso billig ab, wie damals gegen den Irak und Afghanistan und die Think-Tank-Analysen sind Strategiepapiere, die seit mehr als 30 Jahren unverändert in den Schreibtischschubladen liegen, die da heißen:
"Einen Tuaregstaat werden wir nie akzeptieren."
Das routinemäßige Abfüttern der Medien gehört halt dazu.
@redaktion
Das ist jetzt schon das zweite mal aber jetzt habt ihr sogar eine Karte daneben abgebildet! Ansongo liegt südöstlich von diesem Gao! Wenn das richtig ist was der "langjährigen Berater" da sagt solltet ihr langsam anfangen die Karte richtigrum zu halten, Kabul liegt ja auch nicht nördlich von Kunduz...
Ansongo liegt nördlich von Gao, dann liegt Ansongo nördlich von Gao.
So etwas nennt sich Deutungshoheit.
Unsere Berichterstattung fragt zuerst: "Wer hat die Deutungshoheit?"
Deutungshoheit für Mali hat Frankreich.
Deutungshoheit für Syrien hat ein Handy in London.
Deutungshoheit für Terror hat SITE Intelligence Group in den USA.
Da können Sie nicht mit so Marginalitäten wie Nord oder Süd kommen.
Internationale Berichterstattung ist Industrieware. Das wird aus EINEM Stück nach EINER Schablone gegossen. Damit niemand verwirrt wird. Da halten sich auch die Korrespondenten und Analysten dran. Da wird einfach Fließband verlangt, einfach Fließband gezahlt und auch einfach Fließband geliefert.
Am besten Sie zeichnen die Karte um.
"Einen Tuareg-Staat wird es nicht geben."
http://derstandard.at/133352860... anerkennen
Dazu steht für Frankreich viel zu viel auf den Spiel.
Gegen Islamisten lässt sich nun mal leichter Hetzen als gegen Tuareg. Unsere ganze Berichterstattung ist AFP und etwas anderes ist in dieser Causa aus Westafrika auch national kaum zu hören. Aber das heißt nicht, dass ich den Franzosen auch nur ein einziges Wort glaube.
Ich bin neugierig wie lange Frankreich da noch zuschaut, hoffe nicht mehr zulange, ist immerhin ureigenes Einflussgebiet. Allerdings haben sich die Islamisten auch einen guten Zeitpunkt ausgesucht, eine Zeit in der in der EU die Schuldenkirse dominiert und in den USA Wahlkampf ist, wir niemand von den Ordnungsmächten sich dort auf einen Konflikt einlassen.
Na, na, na! Vergessen wir nicht, "der Westen" ist immer nur "imperialistisch" und "böse", würde man diese ganzen Leute in Frieden lassen würden die sich nicht selbst in die Steinzeit bomben, ohhh neeein, da würde sich eine blühende Hochkultur an die nächste reihen. :P
"Die Tuareg schlagen zurück"
Ahnungslose Tuareg-Touristen! Mit was wollen die diese Tölpel denn zurückschlagen? Seit Jahrzehnten wird dieses Volk dominiert, ohne relevante Gegenwehr. Die Islamisten haben reiche Unterstützer und unzählige Freiwillige in unzähligen Ländern. Mit ein paar Kamelen kann man die nicht mehr vertreiben.
"Österreich wird auch von Christen regiert"
In Österreich gibt es Wahlen und keine Theokratie. Außerdem vertritt die ÖVP schon lange keine wertkonservativen Positionen mehr. Steinigungen, religiöses Recht usw. usf. finden sie hier nicht.
Der Islamismus wird Nordafrika in den Abgrund stützen und Europa Millionen islamische Flüchtlinge aufnehmen.
Wievieltreichstes Land der Welt sind wir jetzt? Achtreichstes?
Jede/r darf so ziemlich machen, was er/sie will, wir dürfen so ziemlich alles essen und trinken, dürfen Musik machen und hören usw.
Darüberhinaus gelten wir in der Welt als zivilisiertes Kulturland und nicht als barbarische Dreiviertelwilde.
Der Vergleich macht sie sicher.
WENN für all das unsere rel. Spinner verantwortlich sind (und wenn sie das ganze Land kontrollieren, dann sind sie das), müsste man sie eigentlich küssen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.