Ex-Hypo-Ermittler erwartet weitere Geständnisse

12. Juli 2012, 10:21
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Überraschend war für den früheren Chefermittler Wolfgang Peschorn nur der Zeitpunkt im Klagenfurter Prozess

Wien - Der frühere "CSI"-Hypo-Chefermittler Wolfgang Peschorn rechnet nach den Aussagen des Kärntner Steuerberaters Dietrich Birnbacher mit weiteren Geständnissen zum Verkauf der Landesanteile der Hypo Alpe-Adria-Bank an die BayernLB. Es sei ein "guter Anfang, dass einer, der beteiligt war, beginnt, die Wahrheit zu sagen", sagte Peschorn am Mittwoch in der "ZiB 2". Nun sei zu hoffen, "dass in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr Menschen ihr Gewissen erleichtern".

Überraschend war an Birnbachers Geständnis für Peschorn eigentlich nur der Zeitpunkt am Mittwoch im Klagenfurter Prozess. Aber es sei "nur eine Frage der Zeit gewesen, bis bestimmte Dinge im Gesamtkomplex Hypo Alpe Adria aufbrechen", meinte der frühere Chefermittler. Irgendwann müssten sich "Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit" auszahlen, verwies er auf den "großen Beitrag" der CSI Hypo.

Am Donnerstag nächste Runde

Der Birnbacher-Prozess geht am Donnerstag in die nächste Runde. Am Tag zuvor hatte der Villacher Steuerberater, der gemeinsam mit ÖVP-Chef Josef Martinz und den beiden Landesholdingchefs Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander wegen Untreue beim Verkauf der Hypo-Bank angeklagt ist, überraschend ein Geständnis abgelegt. Damit bringt Birnbacher seine Mitangeklagten massiv unter Druck.

Birnbachers Geständnis löste heftige Reaktionen aus. SPÖ, Grüne und BZÖ verlangen nun auch Untersuchungen gegen die Kärntner Landesräte Harald Dobernig (FPK) und Achill Rumpold (ÖVP). (APA, 12.7.2012)

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    Wolfgang Peschorn auf dem Weg zu einer Sitzung des Korruptions-U-Ausschusses im Parlament.

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    Der geständige Dietrich Birnbacher

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