Zweigelt 2.11

Luzia Schrampf
15. Juli 2012, 16:37
  • Ohne Vollständigkeitsanspruch hier einige Winzer, deren 2011er-Zweigelts
 mehr können, als man glauben würde: Thomas Hareter, Weiden; Hannes 
Reeh, Andau; Birgit Braunstein, Purbach.
    foto: w.r.wagner / www.pixelio.de

    Ohne Vollständigkeitsanspruch hier einige Winzer, deren 2011er-Zweigelts mehr können, als man glauben würde: Thomas Hareter, Weiden; Hannes Reeh, Andau; Birgit Braunstein, Purbach.

Ausnehmend gut gelungen: Dieser Jahrgang wird Skeptiker überraschen, verspricht Luzia Schrampf

Zweigelt ist die laut Statistik am weitesten verbreitete und nach Verkaufszahlen weitaus beliebteste rote Rebsorte Österreichs. Doch während Blaufränkisch im Moment als strahlender Star dasteht, hat Zweigelt den Nimbus des Softies und des wenig Besonderen.

Als Zweigelttrinker gilt man bald einmal als uncool. Auch die Weinfachleute teilen sich in zwei Lager. Und die Zahl jener ist überschaubar, die dieser Sorte mehr zutrauen, als einen guten Beitrag in einer Cuvée zu leisten oder als Alltagswein "bella figura" zu machen. All-time-Größen wie Josef Umathums Hallebühl, Zweigelt in Reinkultur, werden nur als Bestätigung der Regel gesehen, ebenso wie die seit einiger Zeit doch ab und an auftauchenden Zweigelts aus älteren Weingärten.

Rebsortenvorurteil

Ab sofort kommt noch eine Sache dazu, die es einem sehr schwer machen wird, sein Rebsortenvorurteil weiterhin zu pflegen: nämlich der Jahrgang 2011, in dem diese Sorte ausnehmend gut gelungen ist - selten so viele sehr gute, dichte, saftige, angenehm kirschfruchtige und bei aller Weichheit der Sorte mit gutem Rückgrat ausgestattete Zweigelts probiert wie in diesem Frühjahr.

Den Winzern ist mit dem Zweigelt 2011 ein wohlschmeckendes Mittel in die Hand gegeben worden, um Zweifler und Skeptiker zu überzeugen, und das unabhängig davon, ob es sich um die Einsteigerklasse oder die Oberliga dieser Sorte handelt.

Und für alle, die Zweigelt ablehnen, weil er ein "Nazi-Wein" sein soll: Ja, der "Erfinder" des Zweigelt hat eine sehr problematische Vergangenheit, die besprochen wurde und auch weiterhin wird. Nur: Der Wein, der heute daraus wird, kann da am wenigsten dafür. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 13.7.2012)

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Die Rebsorte, die zuvor Rotburger geheißen hat, wird erst seit 1975 nach ihrem Züchter benannt, dem notorischen Nazi Dr. Zweigelt

Das hat Roman Sandgruber 2006 bündig auf den Punkt gebracht:
"So ist es nicht nur Gedankenlosigkeit oder historische Unkenntnis, sondern vielleicht auch Unverbesserlichkeit maßgeblicher politischer Entscheidungsträger, dass Österreichs prominenteste Rotweinsorte im Jahre 1975 im Zuge der „Qualitätsweinrebensorten- Verordnung“ in Zweigelt umbenannt wurde und damit nach einem prominenten, wenig gewandelten Nationalsozialisten benannt ist und dass seit 2002 mit höchster politischer Beihilfe jährlich auch ein Dr. Fritz Zweigelt-Preis mit einer entsprechenden Porträt-Medaille verliehen wird."(Oberösterreichische Nachrichten, 27. Mai 2006)

pleonasmus

bündig fomuliert hat er, der professor - auch auf den punkt gebracht - aber beides in einem ist nicht so elegant, gel?

zweigelt ist einfach ein simpler wein
ist zu keiner komplexität fähig
ist glücklicherweise n der 4. oder 5. reihe
es gibt besseres

ich finde auch, man sollte zur ursprünglichen bezeichnung der rebe mit "rotburger" zurückkehren!

Dr. Fritz Zweigelt, Nazionalsozialist -

.. er hat 1922 seine Züchtung aus St. Laurent und Blaufränkisch tatsächlich Rotburger genannt - und diese Neuzüchtung ist eben ein enormer Erfolg geworden in Österreich; dass aber die Rebsorte seit 1975 nach diesem Nazi-Zweigelt heißen soll, ist eine österreichische Farce, die auch Thomas Bernhard nicht besser erfinden hätte können

.. da man im Lokal schlecht ein Glas Rotburger bestellen kann (kommt nix), helfe ich mir meist damit, den Zweigelt "Dr. Zweigelt" zu nennen - mit rrrollendem R .. das bringt dann oft ein Nachfragen .. und die Bedenklichkeit wird bewahrt

Ja, "rot(ten) burger" macht sich im englischsprachigen Ausland sicher ganz rasend gut.

Und das für ein bisserl PC-Wiyyerei.

wie üblich

"Ein guter Jahrgang" und "nicht viel davon da".

Wie wärs mal mit einem Indikator anstelle von marketingmäßigem Geschwafel?

man stelle sich vor

selbiger drogenbericht würd über eine andere droge so in der zeitung stehen
uuuuh da wär die hölle los.

"ab und zu", nicht "ab und an"

danke... hab' da schon zu lesen aufgehört.

WEin ist zum Trinken da, nicht zum w.....n

Naja

Erstens schaue ich mir mal sein Farbenspiel an, seine Reflexe, seine Klarheit. Dann probiere ich den Duft, wenn er gut ist (öfter ist dieser besser als der Geschmack), dann erfreue ich mich recht lang daran.
Dann kommt erst der Moment des Kostens, Schmeckens. Und das immer wieder...
Ausserdem rede ich gerne über den Wein, auch über den, den ich gerade vor mir habe ....

Ein edler Tropfen. Etwas hart im Ansatz, aber er ragt weit in den Hals hinein. Man muss bedenken, in einem normalen Haushalt, in normalen Flaschen kann man mit so einem Wein schnell per Du werden!

Wow! Wenn Sie das nicht beruflich brauchen: welch Leben!

Welch wichtige Gesprächsthematik!

jo - macht einfach freude

Sie reden nur über berufliches? Armes Leben!

klassisch, wie alle anderen drogenfreaks eben auch. kiffer plaudern über ihr graserl, kokser über ihr hoches und junks über ihr tiafes... alle sind sie ganz begeistert.

Worüber plaudern Sie denn so?

den troll nicht auch noch füttern !

die frage ist, mit wem man plaudert. mit so einem gspritzten der den wein wieder ausspuckt, ganz wichtig schaut und sich notizen in sein buch macht sicher nicht. siehe kommentar von werbinich...

Troll?

Hier dein Trollfutter: "Deine Kommentare sind LANGWEILIG!"

ich glaub, mit ihnen könnt man sich auch nicht gepflegt über gras unterhalten

und einen temple ball würdens wahrscheinlich genauso für den hoden eines sadhu halten wie einen edelzwicker für was unanständiges oder eine montecristo für einen abenteuerroman

gehns wieder rtl2 schaun, ist besser für ihre nerven

ist das der ort, wo sie die dummen vermuten? vor'm fernseher beim rtl2 schauen? sagen sie das jedem, der aus dem weintrinken keine wissenschaft macht? sie scheinen ja ein ganz ein nettes kerlchen zu sein, wenn sie halt nur nicht nach dem zweiten vierterl beim heurigen jedem übers maul fahren würden, der nicht ihrer meinung ist.

"sagen sie das jedem, der aus dem weintrinken keine wissenschaft macht?"

nein, ich hab bewußt und spezifisch sie angesprochen

auf einen groben klotz gehört nun mal ein grober keil

es ist nicht schlimm, anderer meinung zu sein. es ist aber ein stilfrage bzw. eine der guten kinderstube, wie man sie zum ausdruck bringt. und wenn man dabei schon so austeilt wie sie, sollte man halt kein glaskinn haben

um ganz ehrlich zu sein, war in meinem posting schon sehr viel ironie. nicht böse sein, aber dass es als majestätsbeleidigung aufgefasst wird, bestätigt den inhalt halt schon ein wenig. auf der einen seite darf man keinen vergleich zwischen den dampfplauderern (und mehr sind die meisten nicht) beim weintrinken, und den kiffern etc... die auch ständig über ihr zeugs reden müssen ziehen (und der verlgeich ist mehr als zulässig), weil das eine ja im bereich der "hochkultur" angesiedelt ist. auf der anderen kommen dann schon die üblichen prolls wie sie daher und machen einen auf vollprofi mit ihrem "wissen" über pot, wein und zigarren. ein richtiger genussmensch halt, nur ein wenig uncool.

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