Globale Agrarproduktion muss steigen

11. Juli 2012, 19:34
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Mehr Menschen sind zu ernähren, und der Fleischkonsum nimmt ebenso zu wie die Nachfrage nach Biotreibstoffen

Rom - Bei Vorlage des Agricultural Outlook schlugen Angel Gurría und José Graziano da Silva mahnende Töne an: Die weltweite Nahrungsmittelproduktion müsse in den nächsten Jahren und Jahrzehnten drastisch gesteigert werden, um mit der wachsenden Nachfrage Schritt halten zu können, erklärten OECD-Generalsekretär Gurría und der Direktor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft da Silva.

Mit 680 Millionen Menschen mehr ist bis zum Jahr 2021 zu rechnen. Vor allem in Afrika und Indien kommt es zu einem starken Bevölkerungswachstum. Um die steigende Weltbevölkerung ernähren zu können, muss die landwirtschaftliche Produktion in den kommenden 40 Jahren um 60 Prozent zunehmen. Umgerechnet in agrarische Gütern bedeutet dies einen Bedarfszuwachs von einer Milliarde Tonnen Getreide oder 200 Millionen Tonnen Fleisch mehr im Jahr, gemessen am Stand von 2005/07, so der Bericht.

Außerdem erwarten die Experten steigenden Fleischkonsum und eine verstärkte Nutzung von Benzin aus agrarischen Gütern wie Zuckerrohr, Pflanzenöl oder Getreide. Vor allem in Brasilien und den USA werden noch mehr Biotreibstoffe genutzt werden.

Wasserressourcen am Limit

All diese Trends können die weltweite Landwirtschaft unter Druck bringen. Zusätzliches gutes Land für Ackerbau und Viehzucht ist begrenzt. Etwa ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche ist laut Bericht bereits herabgewirtschaftet oder ausgelaugt. Die Wasserressourcen sind in vielen Teilen der Welt am Limit. Außerdem wird erwartet, dass in dem kommenden Jahrzehnt das Produktionswachstum in der Landwirtschaft mit etwa 1,7 Prozent jährlich unter den Zuwächsen der vergangenen Jahrzehnte (zwei Prozent) liegen wird.

Deshalb sei entscheidend, dass die Produktivität ausgeweitet wird, wobei dies am besten über eine nachhaltige, ökologische Bewirtschaftungsweise geschehen sollte. Insbesondere in Entwicklungsländern gebe es viel Potenzial für eine produktivere und gleichzeitig nachhaltige agrarische Bewirtschaftung.

Bis 2021 können bis zu 14 Prozent der globalen Getreideernten in die Bioethanolproduktion fließen, bei Zuckerrohr können dies gar 34 Prozent sein. Dies ist etwa das Doppelte von dem, was heute produziert wird. " Die weltweite Landwirtschaft ist zunehmend an die Energiemärkte gebunden" , wird im Bericht resümiert. Höhere Rohölpreise schlügen noch schneller auf Nahrungsmittelpreise durch. (Reuters, ruz, DER STANDARD, 12.7.2012)

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