Bildungsreformpapier: Mutige Ideen ausgelagert

Kommentar11. Juli 2012, 19:23
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Gut möglich also, dass der Gegenwind vielmehr kalkulierter Aufwind ist

Manche glauben ja nicht mehr an die Selbsterneuerungsfähigkeit der ÖVP. Gut, das fällt auch wirklich schwer angesichts des Zustandes der ehemaligen Großpartei, der - auch dank des Korruptionsuntersuchungsausschusses - derzeit kein wirklich guter ist. Dann noch ein Michael Spindelegger an der Spitze: kein Mann für große schwarze Visionen, außer man zählt den Verhaltenskodex für korruptionsanfällige Parteikollegen dazu.

Für mutige Ideen sind seit Mai andere zuständig. Unter dem Titel " Unternehmen Österreich 2025" lassen die Schwarzen unabhängige Experten von Karl Aiginger (Wirtschaftsforschungsinstitut) bis Thomas Uher (Erste Bank) in zehn verschiedenen Themenfeldern nachdenken und Lösungen entwickeln. So geschehen auch im Bereich Bildung.

Das, was dabei jetzt (als Zwischenstand) herauskam, kann zwar leichtfertig als Gegenwind zu angestaubten ÖVP-Positionen interpretiert werden (Stichwort: Gesamtschule), man könnte es aber auch anders sehen. So unerwartbar war für den ÖVP-Chef nicht, was am Ende an Reformvorschlägen angeweht kommen würde. Einheitliche Gesetze für Kindergärten von Bregenz bis Eisenstadt sind so ein Fixpunkt im Repertoire von Bildungsexperten. Gut möglich also, dass dieser Gegenwind vielmehr kalkulierter Aufwind ist, für jene Schwarzen nämlich, die die Notwendigkeit solcher Reformen bereits erkannt haben. Manche glauben nicht mehr daran. Aber: Wer's glaubt, wird selig. (Karin Riss, DER STANDARD, 12.7.2012)

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