Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Ich bin seit Oktober 2011 Vater eines unehelich geborenen Sohnes. Die Trennung erfolgte nach einem Beziehungsjahr insoweit einvernehmlich, als es außer der in derartigen Situationen wohl üblichen Tränen keinerlei Kalamitäten gab. Nicht einmal erhobene Stimmen.
Ich habe seitdem jeden Monat pünktlich den Unterhalt bezahlt und anfänglich auch nach Kräften versucht, durch meine Anstrengungen klar zu vermitteln, dass ich Augenhöhe wünsche und eigentlich - im von mir als selbstverständlich erachteten Einvernehmen - davon ausgehe, dass wir uns die Obsorge teilen würden.
Nicht weil ich über jede noch so kleine Entscheidung justament feilschen will. Sondern weil mir in dieser ohnehin einmaligen Situation, in der ich als "moderner Mann" von Gleichberechtigung ausging, ein anzunehmender Vertrauensvorschuss nur recht und billig erschien: weil ich als Mann, der Gleichberechtigung zu leben versucht, von Augenhöhe ausgegangen bin. Fälschlicherweise.
Keine SMS, keine Kommunikation
Die Kindesmutter begann die Kommunikation mit mir ohne triftigen Grund schlicht und einfach einzustellen. Auch als mein Sohn nach einem Sturz auf den Boden im Krankenhaus aufgenommen werden musste und sogar ein Schädelröntgen notwendig war, ist mir das als Vater nicht einmal telegrammstilartig per SMS mitgeteilt worden.
Ich habe es durch Zufall von meiner als "Omi" sehr engagierten Mutter erfahren, während ich innerhalb eines halben Jahres zwei Gehaltserhöhungen und eine Beförderung erarbeitet habe, um eine finanziell tragfähige Basis zu schaffen.
Die gegenwärtige Gesetzeslage erleichtert mir die Wahrnehmung meiner Rolle als moderner Vater in keinster Weise. Im Gegenteil: Sie erzeugt ein Kompetenz- und Hierarchiegefälle, das diskriminierend ist und jeden Vater, der sich "erst einmal bewähren muss", vorab unter Generalverdacht stellt. Unter keinen geringeren nämlich, als ein verantwortungsloser Taugenichts zu sein, der sich wohl eher daheim vor den Fernseher legt, als seiner Verpflichtung als Vater nachkommen zu wollen.
Obsorge einklagen? Und dabei bewähren?
Wenn ich dann von der Mutter meines Sohnes selbst auf gezielte Nachfrage nur zynisch vernehme, ich könne die geteilte Obsorge ja einklagen, ist das ein Schlag ins Gesicht.
Aber was soll ich tun? Dieses Vorgehen der Kindesmutter ist formaljuristisch ebenso gedeckt wie die Jungfräulichkeitsuntersuchungen an Frauen durch iranische Religionswächter. Und mindestens so moralisch verwerflich, verletzend, beleidigend, entwürdigend und boshaft.
Nun fordert aber Ministerin Heinisch-Hosek, ich solle mich als Vater erst einmal "bewähren". Unter diesen Umständen? Wie soll das ihrer Meinung nach funktionieren?
Gut, ich kann meinen Sohn jederzeit sehen. Aber selbst wichtige Ereignisse und große Entscheidungen bleiben mir ebenso verborgen oder erreichen mich durch "Hörensagen" wie irgendeinen Lakaien, der als Samenspender seine Schuldigkeit getan hat - und jetzt gehen darf.
Nein, nicht ganz! Ich kann wie ein geschlagener Feldherr, die Situation still erduldend, meinen Tribut abliefern kommen. In Form von ach so selbstverständlichem Engagement und Betreuungsleistungen. Vielleicht auch noch, um der karenzierten Mutter den Wiedereinstieg in ihre Karriere zu erleichtern. Toll. Das ist also Gleichberechtigung im Jahr 2012.
Aber das erklärt vielleicht auch, wieso Frauen im selben Job immer noch bis zu ein Drittel weniger verdienen als ihre männliche Kollegen: Vielleicht müssen sie erst noch beweisen, dass sie sich in der Berufswelt auch bewähren ... Wie erbärmlich. (Joachim
Schreiber, Leserkommentar, derStandard.at, 11.7.2012)
Joachim
Schreiber (33), tätig im Umwelttechnik- und NGO-Bereich und Firmengründer.
Als lediger Vater sind sie bestenfalls geduldet.
Vergessen Sie also den Kampf um "Bewährung" und Obsorge. In dieser Schlacht können Sie nichts gewinnen sondern "verspielen" Ihre und damit auch die Zukunft Ihres Kindes.
Ihr Kind braucht Sie bis zu Ihrem Lebensende.
Sie brauchen daher ein gesundes Umfeld und ein gutes Leben (keinen LottoSechser) und ihr Kind wird
zu Ihnen kommen.
Auch eine Frau muß sich v o r h e r bewußt sein mit wem sie ein Kind zeugt (es soll Verhütungsmittel geben).
Dem Kind n a c h e r den Vater zu nehmen ist KEINE OPTION. Es ist völlig verantwortungslos.
"Nichts genügt demjenigen, dem das was genügt zu wenig ist. Epikur"
Ein Kind ist kein Besitz.
nur ein problem wird auch die gemeinsame obsorge nicht wegzaubern: wenn die eltern nicht mehr miteinander können. auch bei geteilter obsorge ist die mutter natürl nicht verpflichtet, dem vater eine sms über die durchführung eines röntgenbildes zu schicken. sie muss ihn auch nicht über jeden sturz informieren.
ob die situation nur der exfreundin des autors geschuldet ist, ist auch zu bezweifeln, wenn man den zynischen letzten absatz des beitrages liest. ja, für frauen ist der wiedereinstieg nach der karenz oft nicht leicht - sie werden als arbeitstechnischer problemfall betrachtet, weil nur noch bedingt flexibel. die frau kümmert sich um seinen sohn, während er gerade die karriereleiter raufklettert. beim wiedereinstieg hat er zu helfen.
aber HH arbeitet hier verkehrt herum:
sie zwingt die wirtschaft mit quoten die frau gleichzustellen, gleichzeitig macht sie die frau zur alleinerziehenden mutter indem sie dem vater keine rechte gibt.
wenn sich männer genausoviel um kinder kümmern wie frauen, werden frauen in der wirtschaft nicht mehr benachteiligt sein. damit das so ist, müssen väter als ganzer elternteil akzeptiert werden - nicht auf bewährung.
väter sind eltern auf bewährung, frauen sind arbeitskräfte auf bewährung. HH sollte mit dieser konstelation zufrieden sein - sie hat das ja genau so ausgedrückt.
werden unsere Söhne, wenn sie nicht nur Bankomaten und abgewertete " Besucher" sein wollen, uns einmal traurig fragen: " Vater, warum habt ihr damals nichts dagegen unternommen ? "
als betroffener vater könnte ich einiges zu dieser diskussion beitragen. auf der anderen seite wird seit geschlagenen drei stunden kein einziges posting veröffentlicht.
einfach zum nachdenken:
http://www.arbor-verlag.de/files/Les... enberg.pdf
mit diesem wehleidige Gejammere. Er kann sein Kind sehen, sooft er will - bis jetzt. Wenn er das in Anspruch nimmt und eine tragfähige Kommunikation mit der KM aufbauen kann ist das sicher ein anderer Ansatz als auf sein RECHT zu pochen. Ist ja wiederlich, Beziehungsprobleme - auch wenns mit der Ex ist - in aller Öffentlichkeit über die Medien auszutragen. Ich kann gut verstehen, dass die Frau sich da nicht auf eine gemeinsame Obsorge einlassen will. Sonst lesen wir hier demnächst über die Auseinandersetzungen, die so gemeinsame Entscheidungsfindungen mit sich bringen. Klingt nach einem Mega anstrengenden "Vater". Rechthaberisch und besserwisserisch. Armes Kind, in so einem Konflikt der Auslöser zu sein - da wirds noch dran zu kiefeln haben
für den eskalierenden und unangebrachten Ausdruck "wiederlich" .. das war unüberlegt und nicht korrekt - ich entschuldige mich dafür.
Allerdings hat die Herangehensweise IMHO nichts mit Wunsch nach "Gleichberechtigung" - was immer auch eine "Gleichverpflichtung" einschliessen würde - zu tun. Es ist ein (Macht)kampf, öffentlich ausgetragen auf dem Rücken eines Kindes, das auf jeden Fall Verlierer ist - wie auch die Eltern - beide! Ich kann allen Beteiligten nur wünschen dass sie die Fähigkeit und Möglichkeit haben das zu reflektieren und einen für beide gangbaren Weg zu finden, der sicherlich auch Kompromisse von beiden verlangt - zum Wohl des Kindes und auch ihres eigenen Seelenfriedens.
.
väter, die mehr in die erziehung ihrer kinder eingebunden werden wollen (und dies auch öffentlich kundtun) sind also "wehleidig", "anstrengend", "rechthaberisch und besserwisserisch", bzw. sogar "wiederlich"[sic].
auf dieser "argumentationsebene" könnte man dann frauen, die geifernd auf solche väter reagieren, als "zickig" oder gar "hysterisch" bezeichnen,
oder etwa nicht?
man bekommt halt leider bei diesem kommentar des vaters den eindruck, dass er mit "mehr eingebunden" eher "mehr mitreden" und "mitbestimmen" meint und weniger "mehr tun". weil so wie er selbst schreibt hat sich ja die oma mehr gekümmert während er seiner karriere nachgegangen ist und vielleicht hat die mutter deshalb auch die oma zuerst informiert und nicht ihn. dass er pünktlich zahlt ist schön, sollte aber selbstverständlich sein, und das ist wahrscheinlich für eine gute mutter-getrennter vater-kind beziehung zu wenig.
.
erstens habe ich diesen eindruck nicht bekommen (aber ich bin ja auch nicht "man"),
und zweitens: was wäre daran so schlimm oder verabscheuungswürdig oder falsch?
ok, ich habe den eindruck bekommen. weil er ja nicht schreibt, dass er sein kind mehr sehen möchte, oder mit ihm mehr unternehmen möchte, sondern er möchte auf der selben "hierarchieebene" sein (was in diesem familiären zusammenhang sowieso seltsam klingt) und das bedeutet für mich er möchte die gleiche entscheidungsgewalt. also nicht mehr tun (weil da hat er eh keine zeit, das übernimmt die oma), sondern mehr bestimmen. eventuell sieht die mutter da aber eine schieflage zwischen reden und tun.
ZZ ist er eben nur Bittsteller, Zahler und komplett vom Willen der Mutter abhängig. Wenn sie keine Lust hat, dann sieht er den Kleinen eben nicht.
@"sein Kind mehr sehen"
Und wenn er mehr Zeit mit dem Kleinen verbringt, übernimmt er automatisch auch mehr Verantwort/Arbeit, oder glaubst er bringt ihn zum Wickeln, Waschen, Füttern immer zu ihr. Wennst nur einen Nachmtittag Zeit hast, wirst eben was unternehmen und nicht Wäsche waschen oder mit ihm Lebensmittel einkaufen gehen.
oder selbsterfüllende prophezeiung?
man beachte die reihenfolge:
zuerst bekommt der vater keine obsorge.
danach bricht die mutter die kommunikation ab
jetzt konzentriert er sich auf die karriere
und zuletzt scheint die kommunikation wieder besser zu werden, denn der kontakt zum kind findet wieder "jederzeit" statt.
hätte der vater sich auch auf die karriere konzentriert, wenn die mutter den kontakt nicht abgebrochen hätte?
soll der vater jetzt die arbeit reduzieren mit der gefahr morgen wieder den kontakt zu seinem sohn zu verlieren?
er hält ausdrückl fest, dass er das kind jederzeit sehen könne. er hat sich beschwert, dass die mutter ihn nicht über den sturz + anschließendem röntgen informiert hat. die - engagierte - oma wusste darüber aber bescheid. also wird die mutter wohl nicht so bissig sein, wie sie sie jetzt darstellen. die oma, die sich kümmert, hat sie informiert. wie gesagt, auch wenn der mann die gemeinsam obsorge hätte, müsste die mutter nicht über den sturz berichten.
ich bin absolut f die gem. obsorge, unabhängig davon, wieviel ein elternteil arbeitet. aber d beitrag lässt tatsächl auf einen typ schließen, d sich nicht mehr kümmern will (er kann das kind ohnedies jederzeit sehen) u dies sogar f die zeit, wenn sie wieder arbeiten geht, zynisch ausschließt
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.