Hypo-Prozessreigen dreht sich weiter

11. Juli 2012, 18:57
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Justiz hat Anklagen gegen Exbanker und Kunden rund um faule Kredite in Pipeline

Wien - Die Kärntner Causa Hypo Alpe wird die Justiz noch lange beschäftigen. Die erste Tranche der Hypo-Vorzugsaktien, die Friends & Family mit finanzieller Hilfe der Hypo gezeichnet haben, ist bereits abgehandelt. Die Exbanker Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger wurden wegen Untreue zu dreieinhalb bzw. vier Jahren unbedingter Haft verurteilt; Steuerberater Hermann Gabriel bekam viereinhalb und Anwalt Gerhard Kucher vier Jahre (Beihilfe). Die Urteile sind nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung.

Nun sind die Klagenfurter Staatsanwälte dabei, die nächsten Anklagen gegen Exbanker und Kunden vorzubereiten. In der Pipeline haben sie die zweite Tranche der Vorzugsaktien. Da sollen mit den Zeichnern Nebenabsprachen getroffen worden sein; die Bank hat sich verpflichtet, die Aktien zurück zu kaufen.

Wenn dem so war, dann hat auch der Eigenkapitalausweis der Bank nicht gestimmt, weswegen auch der Vorwurf der Bilanzfälschung im Raum steht. Denn Eigenkapital muss der Bank dauerhaft zur Verfügung stehen.

Kroatische und Wiener Immobilienprojekte

Als nächstes sind dann die ersten Anklagen rund um Kreditengagements für kroatische Immobilienprojekte wie AB Maris geplant. Bei AB Maris blieb die Bank letztlich auf der Gesellschaft und 30 Millionen Euro sitzen. Beim Projekt Jadranski hat die Bank einem Kunden den Kauf einer Insel vor Dubrovnik finanziert - und musste neun Mio. Euro wertberichtigen. Denn an die Hypothek kam die Bank nie heran: Nicht die Verkäuferin der Insel (Serbien) stand im Grundbuch, sondern Kroatien.

Weitere Anklagen betreffen Deals mit dem kroatischen Exgeneral Vladimir Zagorec und das Projekt Paradiso in Wien, für das Söhne von Maler Ernst Fuchs Millionen bekamen. Die Ermittlungen gegen den Wiener Exbeamten Ferdinand Podkowicz in dem Konnex wurden eingestellt. (gra, DER STANDARD, 12.7.2012)

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