Kommt nach der ISS eine russische Weltraumstation?

Roskosmos-Leiter Popowkin liebäugelt mit einer neuen "Mir"

Moskau/Farnborough - Nach dem für etwa 2020 geplanten Ende der Internationalen Raumstation ISS ist Russland zum Bau einer eigenen Basis im All bereit. Das sagte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, auf der Luftfahrtschau im britischen Farnborough. Dies gelte aber nur für den Fall, dass sich die traditionsreiche Weltraumnation nicht mit den bisherigen Partnern auf ein gemeinsames Vorgehen einige.

"Wir entwickeln einige neue Module für die ISS, die so konstruiert sind, dass sie als Basis für künftige bemannte Stationen genutzt werden können", sagte Popowkin. Und sein Land kann auf entsprechende Erfahrungen zurückblicken: Von 1986 bis 2001 kreiste die noch zu Zeiten der Sowjetunion gebaute Station "Mir" um die Erde. Aus finanziellen Gründen und nicht zuletzt aufgrund des Drucks der NASA, die die ISS favorisierte, wurde die "Mir" schließlich am 23. März 2001 zu einem kontrollierten Absturz in den Pazifik gebracht.

Die laufenden Verhandlungen zwischen den Betreibern der Raumstation - Russland, USA, Japan, Kanada und die Europäische Weltraumorganisation ESA - seien äußerst schwierig, meinte Popowkin. Westliche Raumfahrtexperten zeigten sich indessen zuversichtlich, dass es eine Einigung geben werde. Die ISS könne noch bis 2028 genutzt werden.  (APA/red, derStandard.at, 11. 7. 2012)

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