Ex-Olympia-Lobbyist eröffnet "Musik Fabrik" in Salzburg

11. Juli 2012, 18:06
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Größtes Musiklokal der Stadt soll offene Bühne für freie Szene sein

Salzburg - In der ehemaligen Brotfabrik der "Lebensmittelwerke Union" neben dem Cineplexx am Hauptbahnhof soll das größte Livemusiklokal Salzburgs entstehen. Die "Musik Fabrik" (Mufa) versteht sich als freies Kulturzentrum, das 365 Tage und Nächte im Jahr geöffnet haben soll. Initiator und Geschäftsführer der Mufa ist der ehemalige Olympia-Lobbyist Erwin Roth.

4000 Quadratmeter sollen Platz bieten für Livemusik verschiedener Stilrichtungen. Ziel ist es, eine offene Bühne zu bieten. Jeder freiwillig Engagierte soll die Mufa mitgestalten können. Mit dem Erlös von Eintrittskarten für Auftritte renommierter Künstler und Sponsoren soll die Musik Fabrik betrieben werden können, so Roths Vision.

Bekannt für Lobbying

Der unabhängige Strategieberater ist bekannt für seine Lobbyingtätigkeit bei der gescheiterten Olympia-Bewerbung Salzburgs für die Winterspiele 2014, bei der er für seine Firma knapp 1,2 Millionen Euro Honorar kassierte. Nun lobbyiert Roth für die freie Kulturszene, neben seiner Beratertätigkeit für einen Londoner Großkonzern im Energiesektor.

Durch Zufall sei Roth auf die Fabrik gestoßen. Nach einer Standortanalyse sei ihm der Gedanke gekommen, in dem denkmalgeschützten Gebäude eine freie Kultureinrichtung zu verwirklichen. Die Strabag, als Eigentümer des Gebäudes, schloss im April mit Roth einen Mietvertrag ab. Andere Interessenten wie die Casinos Austria oder ein Erotikcenterbetreiber konnte Roth ausstechen.

"In der Mufa wird's scheppern"

Die Strabag finanzierte die komplette Haustechnik und baute Sanitäranlagen ein, damit die Mufa auch Artists in Residence beherbergen kann. "In der Mufa wird's scheppern", sagt Roth. Er wünsche sich gerade Crossoververanstaltungen dort wie etwa eine Blasmusikkapelle vor einer Street-Art-Kulisse.

Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) hat von dem Projekt eher zufällig erfahren, es höre aber sich gut an. Auch Rockhouse-Geschäftsführer Wolfgang Descho gibt sich abwartend, begrüßt es aber, wenn es eine lebendige Szene gibt. (ruep, DER STANDARD, 12.7.2012)

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    Erwin Roth lobbyiert jetzt in der freien Kulturszene.

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