Eilig versteckter Goldschatz in Kreuzfahrerfestung entdeckt

Ansichtssache | 11. Juli 2012, 17:44
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foto: reuters/baz ratner

Jerusalem - Israelische Archäologen haben in den Ruinen der Kreuzfahrerfestung Arsuf nördlich von Tel Aviv einen Goldschatz entdeckt. Dieser umfasse 108 Goldmünzen in einem Keramikgefäß und sei der größte derartige Fund in Israel, sagte Oren Tal von der Universität Tel Aviv.

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Werd in meinem nächsten Urlaub

alle Bodenplatten aufmachen, derer ich habhaft werde.

Gute Idee! - aber nicht wundern, im Areal von historischen Ausgrabungsstätten wird so etwas manchmal humorlos gesehen.

Wenn keiner herschaut.

Außderdem habe ich auf einer Ausgrabungsstätte schonmal eine Münze gefunden.

Gratuliere !

...Zehn Cent oder fünf Cent - Münze?

Aber nein.

Irgendso was altes. Ganz altes.

Nach meinen Informationen ist dieser Fund nicht in Arsuf sondern in Apollonia gemacht worden.
Arsuf (Arziv auf hebräisch) liegt nördlich von Nahariya, Apollonia liegt im Gemeindegebiet Herzliyas welches ca 20 km nördlich von Tel Aviv an der Küste liegt.

Dafür, dass der Schatz eilig versteckt wurde, haben es die Ritter aber sehr gut gemacht.

Mich würd interessieren, was man sich damals

um dieses Gold hätte kaufen können.

Eine Burg?
Ein Dorf?
Eine kleine Flotte?

Ich möchte mich dem Antworter Mirabeau nicht ganz anschliessen.

Es stimmt zwar, dass Gold gegenüber Silber unterbewertet war, das lag am Silberbergbau in Europa und den darauf eingestellten Währungssytemen.

Aber es kommt darauf an, wo man was mit dem Geld kaufen wollte.
In Palästina, wo es gefunden wurde, also einem latent bedrohtem Kriegsgebiet, sowie in Syrien, Jordanien, Armenien, konnte man am Höhepunkt der Kreuzzügler schon eine kleine Burg und das dazugehörige Dorf und Land damit kaufen.
Voraussgesetzt man war von Stand und hatte Beziehungen.
Und die Burg musste man aber auf eigenen Kosten noch weiter ausbauen.

Im stabileren Europa wird es nur für einen grösseren Bauernhof gereicht haben. Aber auch das, eigener Grundbesitz, war für einen Gemeinen schon eine tolle Sache.

Überraschend wenig.

das Gold-Silberverhältnis beträgt im 13. Jahrhundert nur etwa 1:10. Europa zahlte ja damals in Silber, und eine Golddeckung gab es ja noch nicht. Der erste Goldgulden wurde erst 1252 in Florenz geprägt, die erste deutsche Goldmünze um 1350.

Der Schatz entspricht etwa 4kg Silber.
Um einen Pfennig (zu etwa 1g Silber) konnte man um 1256 in Bayern 2 Brote erstehen.
Ein Pferd hatte den stolzen Preis von 13 Schilling oder 156 Pfennig. Mit dem Gold konnte man also gerade einmal 25 Pferde kaufen.

Ein Baumeister verdiente zu dieser Zeit etwa 10 Pfennige am Tag, ein Hilfsarbeiter 5 Pfennige. Man konnte also einen Meister für 400 Tage, oder eine Hilfskraft für 800 Tage einstellen.

Das ist zwar nicht wenig, aber auch kein großes Vermögen.

Sehr interessant :)

Eigentlich witzig, ich mein ich weiß jetzt nicht, wieviel ein Pferd heutzutage kostet, aber das klingt fast 1:1 nach soviel, wie man heut um die 80.000 Euro kriegen würd (Gut, die Arbeiter würden ganz gut verdienen, aber für 400 bzw. 800 Tage könnt das fast hinkommen)

Das hätt ich nicht gedacht.

Vielen Dank für Ihre Mühe.
Hatte wirklich an viel mehr geglaubt.

Aber eines steht fest:
aus dieser Geschichte könnte einer wie Spielberg einen tollen Abenteuerfilm machen...

Wahrscheinlich

eine mittlere Viehherde oder so. Oder die Ausrüstung eines Ritters. Also duchaus genug, um ein bescheidenes neues Leben anfangen zu können aber auch damals nicht genug, um in Saus und Braus zu leben.

sie könnten versuchen den damaligen gegenwert dieses goldschatzes in silber zu googln - da war ja zu der zeit ein recht großer deal im talon - die eleonore hat ja für ihr schatzerl einiges verkauft.

..meine das lösegeld für little richard

mit ein bißchen herumrechnen, da gibt es einige angaben, ab 23 tonnen silber aufwärts, nach heutigem wert 2,2 mrd euro aufwärts, alles nicht allzu seriös, und dann halt was mit dem alles angefangen wurde......

ich meine aber, damit hätten sie sich sicher eine flotte in einer burg mit einem dorf leisten können - wenn kein böser nachbar in der nähe...

Das Lösegeld für Richard Löwenherz

Damit hat Herzog Leoplod Wr. Neustadt gebaut.

Hier ein ganz guter Link mit der Kaufkraft bzw. Werte im Mittelalter:

http://www.mittelalter-server.de/Mittelalt... reise.html

Sklavin 5.200 Euro
Helm 11.000 Euro

Na servas!

Cool. Danke. Interessante Sache!

Danke für den Link

Stellt der Orden jetzt einen Restitutionsantrag?

Weil die Johanniter von damals sind die Malteser von heute. ... und wir Wissen ja, Eigentum bleibt Eigentum egal wie lange es dem rechtmäßigen Besitzer entzogen war. ;)

war heute morgen auch mein erster gedanke, als ich das las. gierig sind die ja.

Aber nur,

wenn's der Kirche gehört. Die Republik leistet heute noch Ersatzzahlungen für die staatliche Reorganisation des Vermögens der kontemplativen Orden unter Josef II! Die Güter wurden damals (!) in den Religionsfonds zusammengefasst, aus seien Erträgen wurde das Kirchenpersonal bezahlt. Die heutigen Zahlungen firmieren unter dem Titel NS-Zahlungen, was aber Quatsch ist. Die Nazis kassierten zwar den Fonds, führten aber als Ausgleich den Kirchenbeitrag ein. Siehe auch:
http://hpd.de/node/12077
Insofern würd mich ein Restitutionsantrag der Malteser nicht mal überraschen. Zumal die Malteser ja einen merkwürdigen internationalen Status haben.

"für die staatliche Reorganisation des Vermögens"

Schöne Umschreibung für Enteignung.

ein bissl fixiert sind Sie schon, oder?

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