London 2012: Sport findet wirklich Stadt

Ansichtssache
25. Juli 2012, 13:20
foto: reuters/macgregor

Olympic Stadium: Errichtet von 2008 bis 2011, ist es das Herzstück der Spiele. Hier finden am 27. Juli die Eröffnungsfeier sowie am 12. August die Schlussfeier statt. In der zweiten Olympia-Hälfte werden hier die Entscheidungen in der Olympia-Kernsportart Leichtathletik ausgetragen.

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Aquatics Centre: Hier werden in der ersten Olympia-Hälfte die Becken-Schwimmer, außerdem die Turmspringen, Synchronschwimmerinnen und die Modernen Fünfkämpfer für ihre Teil-Disziplin Schwimmen in Aktion sein. Den Schwimmern steht zusätzlich das im Olympia Park gelegene Trainingszentrum Etan Manor mit drei 50-m-Becken zur Verfügung. Nach den Spielen soll die mit einem Dach in Wellenform versehene Arena als Mehrzweck-Halle der Stadt Austragungsort von Konzerten, Ausstellungen und Sportveranstaltungen sein.

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Water Polo Arena: Diese ist dem Aquatics Centre angebunden, aber nur temporär an diesem Platz. Nach Austragung der beiden
Wasserball-Turniere wird die Arena abgebaut und woanders
wiederverwendet.

Velodrome: Das Zuhause der Bahnradsportler wurde im Februar 2011 als erste Hallen-Sportstätte dieser Sommerspiele fertig. Es fasst 6.000 Zuschauer und kostete 93 Millionen Pfund (114,5 Mio. Euro). Das futuristische Dach soll von außen die Steilwandkurve der Radrennbahn symbolisieren.

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BMX Track: Die rund 400 m lange Anlage wurde nach Fertigstellung des Velodrome unmittelbar neben diesem errichtet. Die 6.000 vorgesehenen Sitzplätze werden nur temporärer Art sein.

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Riverbank Arena: Das Ungewöhnlichste der 15.000 Zuschauern Platz bietenden Hockey-Arena ist die Farbgebung. Das Spielfeld ist in Blau gehalten, der Sicherheitsbereich in Rosa.

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ExCeL: Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des im Jahr 2000 eröffneten, in den Royal Docks liegenden Exhibition Centre London zusammen. Hier werden die meisten Medaillen vergeben, ist es doch die Heimat von Boxen, Fechten, Judo, Tischtennis, Taekwondo, Gewichtheben und Ringen. Dieses Septett an Sportarten bringt es gemeinsam auf 82 Entscheidungen und damit klar mehr als ein Viertel aller 302 Bewerbe.

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North Greenwich Arena: Die Austragungsstätte von Kunstturnen, Trampolinspringen und der Basketball-Finalspiele liegt in Sichtweite der ExCeL-Arena, aber am anderen Ufer der Themse. Der nicht-olympische Name dieser Wettkampfstätte ist O2-Arena, im November Austragungsort u.a. des World-Tour-Finalturniers im Tennis.

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Greenwich Park: Es ist einer der königlichen Parks Londons und wurde für die olympischen Bewerbe in Dressur, Springreiten, Vielseitigkeitsreiten sowie das Reiten des Modernen Fünfkampfs ausgebaut. 23.000 Zuschauer werden im Reitstadion Platz haben. Nach den Spielen werden die Anlagen zurückgebaut.

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The Royal Artillery Barracks: Hier werden die 15 Schießbewerbe ausgetragen. Ursprünglich war dafür eine Wettkampfstätte außerhalb Londons vorgesehen, nach Einwand des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wanderte der Schauplatz der Schützen aber in das Stadtgebiet.

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Wimbledon/All England Lawn Tennis and Croquet Club: Der olympische Austragungsort dieser Spiele mit der vielleicht meisten Tradition. Wie einen Monat davor die Sieger des dritten Saison-Grand-Slams werden auf dem "heiligen Rasen" auch die Olympiasieger im Tennis ermittelt.

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Earls Court: In dieser Mehrzweckhalle im Westen der Stadt werden bis zu 15.000 Zuschauer die Volleyball-Matches dieser Spiele verfolgen. Sonst spielen hier u.a. bekannte Künstler ihre Konzerte.

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Wembley Arena: Badminton-Spieler und Rhythmische Gymnastinnen werden hier ihr Können vor bis zu 6.000 Zuschauern zeigen. Kurzfristig war auch angedacht, die Vorrunden-Matches im Basketball hier anzusiedeln. 1948 wurden an dieser Stelle die olympischen Schwimmbewerbe ausgetragen.

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Lord's Cricket Ground: Sonst eines der weltweit renommiertesten Cricket-Stadien, machen sich während der Spiele die Bogenschützen darin breit. 5.000 Zuschauerplätze stehen dafür bereit.

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The Mall: Auf dieser Prachtstraße fährt sonst u.a. die britische Königin mit ihren Staatsgästen entlang, bei Olympia sind es die Straßen-Radrennfahrer. Außerdem werden hier Start und Ziel der Marathon- und Geher-Bewerbe angesiedelt.

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Hampton Court Palace: Das Schloss im äußersten Südwesten von London liegt am linken Ufer der Themse. Für das Einzelzeitfahren im Straßen-Radsport bietet das Gebäude eine imposante Start- und Ziel-Kulisse.

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Horse Guards Parade: Der Paradeplatz bietet einen imposanten Schauplatz für die beiden olympischen Bewerbe im Beach-Volleyball. Nachdem am vergangenen Samstag traditionell auf diesem Platz die Militärparade "Trooping the Colour" anlässlich des Geburtstags der Queen stattgefunden hatte, starten nun die Arbeiten zur Errichtung des 15.000 Zuschauer fassenden Stadions.

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Hyde Park: Die öffentliche, 1,4 Quadratkilometer große Grünanlage im Zentrum der Stadt bietet eine einmalige Kulisse für die jeweils zwei Bewerbe im Triathlon und über 10 km Freiwasser-Schwimmen. Geschwommen wird im "Serpentine Lake", in dem sich sonst die Schwimm-Vögel tummeln. Es ist die Errichtung von temporären Tribünen mit 3.000 Plätzen geplant.

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Wembley Stadium: Mit dem Fassungsvermögen von 90.000 Zuschauern bietet die Fußball-Arena den meisten Olympia-Besuchern Platz. Unter einigen hier auszutragenden Matches sind auch die beiden Finalpartien. City of Coventry Stadium, Old Trafford Manchester, St. James's Park Newcastle, Hampden Park Glasgow, Millennium Stadium Cardiff sind weitere Austragungsorte für das Fußball-Turnier.

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Eton Dorney: Der künstliche, rechteckige See "Dorney Lake" wird Austragungsstätte der Wettkämpfe im Rudern und im Flachwasser-Sprint der Kanuten sein. Er liegt westlich Londons in der Grafschaft Buckinghamshire.

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Hadleigh Farm: Hier werden die Mountainbiker um die Medaillen fahren. Der selektive Kurs liegt in der Grafschaft Essex, rund 50 Kilometer nordöstlich von London. Zwar wird es nur Tribünen für 3.000 Zuschauer geben, doch an der Strecke wird Raum für weitere Interessierte sein.

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Lee Valley White Water Centre: Das Gelände bzw. der rund 300 m lange Kurs für die Wildwasser-Kanuten wurde eigens für die Spiele errichtet. 30 Kilometer nördlich von London werden nicht weniger als 12.000 Zuschauer an der Strecke Platz finden.

Weymouth und Portland: An der Südküste Englands werden sie Segler in See stechen, das Klima dort ist rau. Abgesehen vom Fußball ist es der am weitesten von London entfernt gelegene Olympia-Schauplatz, die Distanz zur Hauptstadt beträgt etwa 200 Kilometer. (APA)

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24 Postings

Mir wird da gleich ganz kalt bei den Bildern...

Dem Anlass entsprechend sind hier die Spiele der Raunzer ohne H.M The Queen schon eröffnet ;-))

Schei..e, was kostet das alles?

Bis auf die neuen Arenen

(also Olympic Stadium, Wassersportzentrum, und Radrennbahn) wahrscheinlich nicht mal so viel weil alles a) enwteder schon vorhanden ist oder b) eine temporäre Anlage ist.

Und sogar bei den neuen Stadien steht eine Nachnutzung schon fest.

Also : Teuer - ja. Aber durchaus sinnvoll investiert. Anders als in Athen und Bejing traue ich mich wette das die Sportstätten in vier jahren nicht halb verfallen sein werden.

Sicher einen Haufen.

Wenn ich aber daran denke, wie viel uns die Wirtschaftskrise kostet und wir dafür keine Spiele geboten bekommen dann steht das in keiner Relation.
Abgesehen davon gibt es auch positive Impulse für die Stadtentwicklung.
Der bittere Beigeschmack ist nur, dass die Sponsoren steuerfrei davon kommen....

Schade, dass Tokyo die Spiele 2016 nicht bekommen hat. mMn das tollste Olympiagelände (schade, daß Tokyo für 2020 das Stadion ganz wo ander hinplant …), was ich bisher gesehen habe. London dagegen gefällt mir persönlich nicht. Mir fehlt da als Mitteleuropäer der exotische touch. Die letzten drei Spiele empfand ich deutlich "kribbeliger". Einzig das Velodrom finde ich spektakulär.

Bin schon gespannt auf den Rummel, wenn ich am Montag wieder nach London zurück fliege.

Wird sicher eine interessante Stimmung in der ganzen Stadt.

Gratulation an den Standard

Langsam macht die Online Version so richtig Spass

Hää? Wegen der vielen bunten Bilder???

Hää? Wo sind Sie denn "entsprungen"?

"Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos"

Sie machen das sehr gut, ich bin ja so stolz auf Sie :)))

Kein Grund auf mich stolz zu sein, oder sind wir verwandt?

man muss die briten für ihr understatement richtig lieben. nach diesen ekelerregenden, menschenverachtenden protzspielen in peking wenigstens ein schritt zurück zur normalität.

politisch gesehen kann man Ihnen recht geben,

architektonisch gesehen ist london (nicht nur im vergleich zu peking) unteres mittelmaß!

Kommt auf den Blickwinkel an. Die Olympia-Bauten in Peking sind spektakulär (und teuer) - aber mangels Nachnutzungs-Konzept rosten die meisten Bauten zur Zeit vor sich hin. Ich glaub im Spiegel war da mal eine Bildserie - hat ziemlich traurig ausgesehen. Sogar das National-Stadion (Peking hat nichtmal eine Fussball-Mannschaft).

In London setzt man viel mehr auf vorhandene Infrastruktur und temporäre Veranstaltungsstätten. Meines Erachtens eine smartere Strategie bei so einem Gross-Ereigniss.

Die Chinesen haben zwar die hübscheren Bilder in den Architketur-Hefteln produziert, und ich vermute mal, das ist dein Kriterium. Diese Sichtweise greift aber etwas zu kurz. Katar 2022 wird der nächste Unfall..

Lol na sie kennen sich aus....

In Peking ist mittelrweile fast alles was nicht mehr genutzt wird, abgebaut worden!!! Kann ja der Spiegel (und sie) nicht wisssen...

Aja letztes Jahr saß ich noch in Peking im Stadion und hab mir ein match der Heimmannschft angesehen(ganz gut) ca 20000-25000 zuschauer -keine Ahnung von was sie reden?!

Haha, geniale Ironie!

da muss ich sie enttäuschen.

also von der infrastruktur her werden diese spiele sicher top...

die stadien sehen alle sehr ansprechend aus

Ja, da sind wohl etliche Milliarden geflossen.

Nach meiner letzten U-Bahn fahrt in London vor einigen Wochen kann ich nur sagen: Nicht in die richtige Richtung...

Richtig.

In China konnte man sehen, wohin das Geld in diesem Fall fließen konnte. Dort sind die U-Bahnen jetzt immer noch top.

(ja ich weiß, man darf dabei nicht übersehen, dass die Chinesen für die olympischen Spiele wohl mindestens das 20-fache Budget veranschlagt hatten)

Mag sein, aber die Stadien verrotten dort. Es wurde alles wieder abgebaut, was nicht niet und nagelfest war, nicht einmal ein Lift funktioniert noch (Straßenübergänge u. Ä.)

ja das passiert leider immer wieder wenn große sportereignisse in "exotischeren" ländern sind...

bestes beispiel südafrika. dort stehen die schönsten fußballstadien und keiner benutzt sie...

wenn ich mir anschaue welche stadien jetzt in brasilien gebaut werden...

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